Schwerelos

von Ildikó von Kürthy


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Alles beginnt damit, dass auf dem Grabstein Marie Goldhausens Name steht. Das ist nicht nur "kein guter Anfang" für ihre Lebensgeschichte, sondern vor allem auch ein Irrtum. Denn es ist nicht die 36-jährige Ich-Erzählerin, die da beerdigt wird. Es ist ihre geliebte Tante Rosemarie, deren Namen der Steinmetz einfach falsch geschrieben hat. Kein Wunder: Schließlich hat Maries Mutter nicht nur beim Discount-Sarg gespart, den es bei "traurigaberguenstig.de" im Internet preiswert zu erstehen gab. Auch der Grabstein (Modell "Tower of Trauer") war ein echtes, aber viel zu schlankes Schnäppchen. Deshalb musste der Steinmetz Vor- und Nachname der Bestatteten trennen. Und bei Rosemarie hat er einfach den Bindestrich vergessen. "Das hat man eben davon, wenn man ich nicht selbst um alles kümmert", heißt es im Roman Schwerelos. (Quelle)


Der neuste Roman von Erfolgsautorin und Stern-Kolumne-Schreiberin Ildikó von Kürhty beginnt ganz frisch mit einem Missverständnis und Verwirrung, rutscht dann aber in ihr altbekanntes Erzählschema. Da ist wieder die Hauptprotagonistin mit Figurproblemen, die natürlich wieder einen verständnisvollen, schwulen Freund hat, der noch viel größere Figurprobleme hat, dafür aber halbwegs glücklich ist.


Der Wortwitz trägt einen aber durch das Buch und als Leser lacht man bestimmt öfters hell auf, wenn man sich selber im Spiegel erkennt, der einem vorgehalten wird, oder man Alltagssituationen auf seine eigenen übertragen kann.


Der launige Erzählstil bringt das Buch bestimmt auf so manchen Nachttisch, denn man kann danach beruhigt einschlafen, der Marie geht es bestimmt noch schlechter als einem selbst, und man möchte ja auch noch wissen, ob Tantchen Rosemarie nicht doch noch über den Tod hinaus ein Ass im Ärmel versteckt hatte.


Das Hörbuch zum Roman ist übrigens weniger zu empfehlen. Die Autorin selbst liest und sie ist entgegen ihrem Talent zur Schreiberei überhaupt nicht begabt, ihren Figuren durch ihre Erzählweise Leben einzuhauchen.


von Kaba