Das weiße Band

Originaltitel: Das weiße Band - Eine deutsche Kindergeschichte
DVD-Veröffentlichung: 05.03.2010


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Der Erste Weltkrieg liegt in der Luft. In einem scheinbar ganz normalen Dorf in Norddeutschland gehen die Dinge ihren normalen Gang. Der Dorflehrer leitet auch den Schul- und Kirchenchor, der sich aus den Kindern und Jugendlichen des Ortes zusammensetzt. Sie bilden einen Querschnitt der dortigen Gesellschaft, sind die Kinder von Gutsherren, Hebammen, Ärzten und Bauern. Dann beginnen Unfälle. Je mehr davon passieren, desto stärker kristallisiert sich eine Methode heraus: Die vermeintlichen Unfälle scheinen Bestrafungen zu sein. (Quelle)


Die Geschichte wird von dem mittlerweile gealterten Dorfschullehrer erzählt, der die Ereignisse, die sich damals in dem fiktiven Dorf Eichwald in Norddeutschland kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs zugetragen haben, Revue passieren lässt.


Er ist auch der Einzige, der die Geschehnisse, die Verbrechen, die sich ereigneten, hinterfragt. Sittenstrenge, Unterdrückung, Demütigungen und falsche Moralvorstellungen bereiten den Boden für eine Ideologie, die die Falschen bestraft. Hinter den Fassaden des bigotten Verhaltens und der Sittsamkeit brodelt es und grausame Verbrechen werden verübt.


Dem Zuschauer wird schnell klar, wer hinter alldem steckt, wenn es auch keine wirkliche Klärung im Film gibt. Und das ist eben das Besondere: 138 Minuten vergehen wie im Flug, man ist sich der Länge des Films nicht bewusst und doch steht man am Ende vor einem Nichts und weiß doch alles und möchte es am liebsten laut anprangern.


Der Film hat zu Recht viele internationale Preise abgeräumt und war sogar als bester ausländischer Film für einen Oscar nominiert. Meiner Meinung nach hätte er ihn verdient. Eine geniale Kameraführung, hervorragend besetzte Schauspieler, die ohne viel Dramatik und Gestik auskommen (hier sei angemerkt, dass gerade die jungen Akteure eine Meisterleistung abliefern) und die gespenstisch, leisen Töne runden das Gesamtbild ab. Das I-Tüpfelchen ist die Ausstrahlung in Schwarz-Weiß.


von Kaba