Ich verstehe nicht, warum Harry nicht zugestanden wird, auch mal schlechte Laune zu haben! Ihm geht es doch wirklich schlecht genug, und das von Anfang an:
- er muss bei seinen unfreundlichen Verwandten hausen, während seine Freunde die Ferien gemeinsam bei netten Leuten verbringen
- er wird sogar in der Muggelwelt, wo er sicher sein sollte, von gefährlichen Wesen angegriffen
- er wird wegen seiner Notwehr (die auch dem Schutz seines ungeliebten Cousins diente) fast wie ein Schwerverbrecher behandelt
- Der Onkel will ihn, einen 15-jährigen, rauswerfen, obwohl ihn keine Schuld trifft, und das geschieht nur nicht, weil seine Tante einen Drohbrief bekommt
- er wird von der Presse als Lügner dargestellt und erfährt, dass die Eltern einiger Klassenkameraden nicht möchten, dass ihre Kinder Kontakt mit ihm haben
- auch in der Schule wird er als Lügner hingestellt
- die neue Lehrerin quält ihn auf barbarische Weise und das noch über mehrere Wochen
- er muss sehen, dass die Lehrerschaft nichts gegen diese Lehrerin unternehmen kann
- einige Lehrer lassen ihre schlechte Laune wegen der Inquisitorin an ihm aus
- er wird zu einem Einzel-Unterricht bei einem Lehrer verdonnert, zu dem er absolut kein Vertrauen hat, und der während dieses Unterrichts zwangsläufig Einblicke in seine Psyche bekommt
- er muss herausfinden, dass sein Vater, den er nie kennengelernt, aber auf einen Sockel gestellt hat, in seinem Alter einen Mitschüler (eben diesen Lehrer) auf übelste Weise gemobbt hat
- die Leute, die ihm Zuneigung schenkten und bei denen er immer Zuflucht finden konnte, sind entweder ohne Erklärung verschwunden (Hagrid), müssen sich vor der Welt verstecken (Sirius) oder weichen ihm aus (Dumbledore); Sirius, der für ihn eine Art Ersatzvater war, stirbt sogar
- zum Schluss muss er auch noch erfahren, dass Sirius´ Tod hätte verhindert werden können, wenn er (Harry) rechtzeitig erfahren hätte, was es mit seinen Träumen von der Tür auf sich hatte
Und da wundern sich die Leser, dass Harry nicht immer bester Laune ist?