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Bastet 2712

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61

Samstag, 21. Januar 2017, 00:24

Schließlich kommt´s ja auf die Rolle (und ihre Darstellung) an und nicht auf den Geschmack übereifriger Fangirls (ich sag´ bloß: AR )
Neid ?
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murmel

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Samstag, 21. Januar 2017, 17:40

Wer lesen kann, ist glatt im Vorteil

Schließlich kommt´s ja auf die Rolle ... an
Grüße murmel
cogito ergo sum

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Sonntag, 22. Januar 2017, 01:15

Ich meinte auf den Geschmack der übereifrigen Fanmädels...bzw. deren Objekt der Begierde. :whistling:
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Sonntag, 22. Januar 2017, 11:21

So viel zuckersüßes gibt Karies! :mediowl:
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Dobby

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65

Montag, 23. Januar 2017, 22:00

Diese Savants (die handvoll von denen man ab und zu was erfährt) sind meines Wissens nach alle von dem schwereren Typus Autismus - das heißt oft im realen Leben im Prinzip nicht/kaum lebensfähig. Sie sind so stark behindert, dass sie zur Bewältigung des Alltags Hilfe brauchen. Was nutzt es Dir, wenn Du jede Melodie (egal wie kompliziert) nach einmaligem Hören nachspielen kannst und Du Dir keine Scheibe Brot schmieren kannst...

Wer das Wort "behindert" auf diese Menschen wirft, hat wohl eher keine Ahnung!

Mir ist es völlig schleierhaft, warum Sensibilität & "weltfremde" Interessen stets als "anders" oder gar "krankhaft" betitelt werden müssen. Ich mag Menschen, welche sich den Rändern der Welt, dem lustigen und komischen, dem einzigartigen zuwenden.... aber heute ist ja jeder "weltenfremd" & "narzistisch" oder "behindert" der sich nicht mit Mainstream & Massentauglichem abgibt & beschäftigt! Trauriger Zustand..
Das folgende ist natürlich subjektiv...aber die intelligentesten Köpfe, welche die besten Musikstücke, die besten Filme & die besten lyrischen & literarischen Texte verfassten, haben auch alle "ne Macke" wie viele beurteilen würden. Nur weil jemand nicht gesellschaftskonform agiert, ist dies noch lange kein Stempelgrund für "Abnormales"!

Und 'Autismus' ist nichts Furchtbares, wie Tonda bereits schrieb... für Außenstehende mag es anstrengend oder "schlimm" sein, aber solange man jedem Gegenüber denselben Respekt entgegen bringt, ist nichts dergleichen zutreffend! Und die Menschen selbst können durchaus gut leben, sofern man ihnen den Raum dazu gibt.

Nun gut....zurück zum eigentlichen Thema.. dass Newt sich eher mit Tieren beschäftigt als mit Menschen, ist etwas wundervolles! Denn es gibt auch in unserer realen Welt viel zu wenig Menschen, welche sich mit den Lebewesen außerhalb des großen Homo sapiens beschäftigen und diese zu verstehen versuchen... und ich persönlich kann es nachfühlen, dass man sich mehr zu Tieren als zu Menschen hingezogen fühlt. Ob dies nun Frauen mehr anzieht als Männer wage ich zu bezweifeln. Den Schauspieler finde ich gut gewählt... Ein gepumpter Schönlingsaffe hätte wohl kaum zu diesem Charakter gepasst.
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66

Dienstag, 24. Januar 2017, 00:01

Wer das Wort "behindert" auf diese Menschen wirft, hat wohl eher keine Ahnung!
Ich kann mich nur wiederholen. Wenn jemand die schwere Form von Autismus (Kannertypus) hat, dann ist er oder sie so stark eingeschränkt, dass er oder sie deutlich bei der Bewältigung des Alltags gehindert ist.

Ein Kind, dass quasi ausschließlich der Waschmaschine beim Drehen zuschaut und Schreianfälle bekommt, wenn irgendein Detail in seinem Umfeld verändert wird, das mit anderen Menschen nicht kommunizieren kann und vor lauter Reizüberflutung sehr, sehr oft in Angst gerät, ist deutlich beeinträchtigt.

Newt ist meiner Meinung nach eher ein Mensch mit schizoider (nicht schizophren !!!) Persönlichkeitszügen. Das meine ich nicht wertend. Und Normalität wird letzten endes statistisch definiert. Die spannende Frage wäre, ob irgendjemand einen Leidensdruck hat oder jemand gefährdet ist.

Und, hier bin ich im übrigen mal bei Dir, Tonda, finde ich es in keiner Weise "schlimm" wenn sich jemand in der Gesellschaft von Tieren wohler fühlt als mit Menschen.
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Dobby

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67

Dienstag, 24. Januar 2017, 19:22

Gewiss stellt diese "Krankheit" einige Alltagsschwierigkeiten dar, doch lässt sich alles meistern mit der richtigen Motivation. Zudem finde ich ein Kind, welches in die Waschmaschine starrt ~um bei deinem Beispiel zu bleiben ~ weitaus weniger schlimm als die heutige Kindergeneration, wo Kinder einen Schreianfall bekommen, wenn sie 20 Minuten lang nicht auf ihr Handy geschaut haben oder dass Kinder kaum mehr etwas aushalten können. Selbst eine einstündige Autofahrt stellt für die Erziehungsberechtigten eine Katastrophe dar, so das mediale Wunschobjekt kaputt oder der Akku leer ist.

Zu Newt..finde es traurig, dass man inzwischen für jede Andersartigkeit einen Ausdruck oft medizinischer oder psychologischer Natur braucht...warum will nicht akzeptiert werden, dass es noch wunderbare Individualitäten auf dieser Welt gibt!? Ist jemand "auffällig" oder besitzt einfach anderweitige Interessen, so stürzen sich direkt alle Psychologen, Anthropologen & sonst wer darauf. Es gibt viele psychologische Störungsbilder, welche ihren Grund zu dieser Namensgebung haben und ich finde diese auch brennend interessant. Nur muss doch nicht immer alles ausgeschlachtet & betitelt & diagnostiziert werden. In vielen Fällen bringt eine Diagnostik dem Betroffenen nichts...nur den Angehörigen schenkt diese Beruhigung, da sie endlich wissen, was mit ihrem Kind los ist. Oft schafft dies aber bloß eine Veränderung der Haltung und man begegnet diesen Menschen künftig anders, da sie ja diese & jene Krankheit/Störung etc besitzen. Wichtig ist jedoch oftmals, dass man diesen Menschen genauso begegnet wie allen anderen auch. Ich las z.B. einige Fachbücher über jegliche Formen des Autismus, über das Borderline-Syndrom, Traumata & auch über Dissoziation - aber all das war nicht im entferntesten so interessant & lehrreich wie sämtliche autobiographische Werke zu diesen Themen. Insbesondere jenen des Autismus! Den größten Fehler, welchen man bei diesen wunderbaren Menschen machen kann, ist sie anders/separiert zu behandeln. Auch der innengekehrteste Mensch mit Autismus merkt diese Sonderbehandlung, merkt diese Ablehnung. Und wie bitteschön sollen solche Menschen dann noch in der Lage sein ein ausgeprägtes Selbst- bzw Eigenbewusstsein zu entwickeln..? Dass Kinder mit diesen Wesenszügen zurückhaltend, ängstlich & zum Teil traumatisiert sind, ist klar, jedoch schüren & fördern die übrigen Menschen, die Gesellschaft diese Änsgte & Sorgen durch ihr Verhalten! Ich weiß, dass dies nicht immer so ist und dass insbesondere Menschen mit Autismus nicht länger in diversen "Einrichtungen für Behinderte" zusammengepfercht werden & dort untergehen. Zum Glück gibt es schon einige gute Schritte in die richtige Richtung - dennoch muss noch viel an dem Verständnis der Gesellschaft gearbeitet werden.
Oh....und so lang sollte der Beitrag eigentlich nicht werden..


Finde im Übrigen nicht, dass sich "Normalität" statistisch definieren lässt. Irgendwo tut sie dies (weil Mensch dies so wünscht) & natürlich braucht es diese Größe, sodass man ein Maß für bestimmte Dinge hat. Aber dies ist nicht bei jeder Sache der Welt von Nöten! "Normal" ist eine Wertung & somit irgendwo subjektiv...wie soll dies da eine Allgemeingültigkeit besitzen..
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68

Dienstag, 24. Januar 2017, 23:24

Und genau da liegt für mich der Unterschied. Ich meine es wertneutral, wenn ich Worte wie "normal" oder eben anders benutze. Aber ich rede von mir und denke, dass die meisten Leute es tatsächlich mit einer Wertung bzw. Wertzuschreibung verbinden.

Ich gehe auch davon aus, dass Eltern im Prinzip sehr gerne ein "unnormales" Kind hätten - eines das schöner, intelligenter, kreativer, sportlicher etc. pp. ist als die anderen... nur nennt man es dann lieber "besonders". ;-)

Zu Deinem Beispiel mit der Autofahrt fiel mir sofort ein Vater eines Autisten (schwerer Typus) ein, der sagte, dass dieser bereits als Säugling auf Autofahrten wie am Spieß schrie und nicht zu beruhigen war, wenn mal mal einen anderen Weg (Baustelle) fahren musste.

Das Kind das Stundenlang auf die Waschmaschine starrt ist in meinen Augen schon deutlich schwerer beeinträchtigt, als ein Kind mit schlechter Frustrationstoleranz. Da liegen Welten dazwischen - z.B. was die Möglichkeiten therapeutischer Behandlungen betrifft.

Es macht auch für mich einen Unterschied, ob jemand (ist mir grad egal ob groß oder klein) die Probleme "angezüchtet" bekommen hat oder angeboren (um beim Autismus zu bleiben).

Diagnosen machen insofern Sinn, als sie helfen (Be-) Handlungsempfehlungen zu ermöglichen. Das bedeutet nicht, dass nicht akzeptiert würde, dass es viele Varianten von Persönlichkeitsstrukturen und Charakteren gibt. Zumindest hierzulande und heutzutage.

Es stimmt übrigens meiner Erfahrung nicht, dass eine Diagnose dem Betroffenen nichts bringt. Wenn die Angehörigen erfahren, dass sie keinen Erziehungsfehler gemacht haben und ihr Kind einfach...keine Ahnung ein angeborenes Problem bei der Ausbildung von Spiegelneuronen haben oder so... hat, kann das sehr entlastend für die Eltern sein. Und das wirkt sich dann auch wieder positiv auf die Beziehung und Akzeptanz zu/vom Kind aus (z.B. bei Schuldzuschreibungen ... viele Elternpaare trennen sich auch, wenn durch ein Kind zu viel Stress in eine Familie kommt).

Der springende Punkt (s. meinen letzten Post) ist die Frage, ob (Betroffener oder evtl. auch Angehörige) einen Leidensdruck haben oder irgendjemand gefährdet ist. Wenn jemand damit glücklich ist, exzentrisch zu sein, super. Aber wenn jemand darunter leidet - dann macht ein Behandlungsversuch schon Sinn.

Autobiographische Werke von Autisten - dazu ist aber nur ein Teil (die der höher "funktionalen") in der Lage. Die von mir aufgeführten schwer beeinträchtigten dürften dazu nicht fähig sein. In Einrichtungen findest Du vermutlich dann auch eher die schwerer betroffenen, nicht den normal oder hochintelligenten Aspi.
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Bastet 2712« (25. Januar 2017, 23:20)


Dobby

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69

Mittwoch, 25. Januar 2017, 13:44

Wenn es um Behandlungsmöglichkeiten geht, so sind Diagnosen sinnvoll. Es gibt jedoch einige Diagnosen wie zum Beispiel das FAS (wenn werdende Mütter während der Schwangerschaft Alkohol trinken), bei welchen ein konkrter Befund sowie eine Benennung des ganzen absolut nichts bringen. Gewiss haben manche dieser Kinder äußerliche sowie neurologische & verhaltensauffällige Züge, aber man kann hier nichts gegen tun. Meiner Meinung nach ist diese Feststellung wie auch häufig beim Autismus dann die Ausrede für alles! Und dies darf nicht sein! Man sollte trotzdem versuchen diesen Kindern/Menschen die bestmöglichsten Lernerfolge & eine Unabhängigkeit (soweit eben möglich) zu ermöglichen. Oft empfinde ich es aber so, dass Eltern sich dann zurücklehnen und sich sagen "ach, mein Kind wird dies sowieso nie lernen, weil es ja Autismus hat" - denken Eltern, sie hätten ein "normales" Kind, dann ist mAn die Bemühung in der Erziehung, im Alltag usw ausgeprägter. Dies ist natürlich keine Regel, dennoch häufig zu beobachten.
Um psychische oder neurologische Krankheiten/Auffälligkeiten wird immer viel mehr Tamtam gemacht als z.B. um körperliche Krankheiten. Hat ein Kind Asthma, einen Herzfehler oder Allergien so werden Medikamente verordnet oder bestimmte Dinge gemieden und fertig. Aber bei ersteren Leiden werden riesen Geschütze ausgefahren. Natürlich gibt's bei jedem Befund gleich welcher Art bestimmte Dinge, welche es folgend zu beachten gilt, doch sollten die Betroffenen nicht in Watte gepackt werden!

Es stimmt übrigens meiner Erfahrung nicht, dass eine Diagnose dem Betroffenen nichts bringt. Wenn die Angehörigen erfahren, dass sie keinen Erziehungsfehler gemacht haben und ihr Kind einfach...keine Ahnung ein angeborenes Problem bei der Ausbildung von Spiegelneuronen haben oder so... hat, kann das sehr entlastend für die Eltern sein. Und das wirkt sich dann auch wieder positiv auf die Beziehung und Akzeptanz zu/vom Kind aus (z.B. bei Schuldzuschreibungen ... viele Elternpaare trennen sich auch, wenn durch ein Kind zu viel Stress in eine Familie kommt).
Oder aber es überfordert die Eltern & Dinge werden noch problematischer. Ich weiß, dass es sinnig ist nach einer Diagnose zu suchen & dass man als Angehöriger dann beruhigter ist, da man endlich weiß, was genau los ist. Aber für den Betroffenen kann es mehr Last als alles andere sein. Wer trägt schon gern den Stempel "Autist" mit sich herum?
Es gilt dann halt zB jene sog. Inselbegabungen zu fördern & den Menschen auf diesem Hintergrund alles andere beizubringen. Man kann wundervoll mit dem brennenden Interesse eines Kindes/Menschen arbeiten & sich dies zum Mittel machen, es an andere wichtige Lebenssachen heranzuführen.

Zu den Autobiographien...ich las ich will kein inmich mehr sein von Birger Sellin und dieser wunderbare Mensch konnte dieses Buch ausschließlich mit der Hilfe (hauptsächlich) seiner Mutter schreiben. Es gibt mithilfe einer Computertechnik die sog. gestützte Kommunikation, welche es auch Menschen mit sehr schwerem Autismus ermöglicht, sich auszudrücken. So z.B. wenn diese Menschen kaum oder gar nicht sprechen können oder auch wollen. Anfangs kamen nur Buchstaben heraus ohne erkennbare Wörter, da es ihn dermaßen anstrengt sich zu konzentrieren & die Tasten korrekt zu treffen..aber er schaffte es immer besser & so bin ich auch der Ansicht, dass bei richtiger Förderung auch diese Menschen weitestgehend unabhängig leben können (nicht alle aber doch die meisten).

Zu deiner indirekten Frage...ich denke schon, dass diese Menschen (die direkt betroffenen) einen Leidensdruck erfahren, aber auch nur weil ihnen dieser aufgedrückt wird und zwar von den Mitmenschen, der Gesellschaft. Wie zB mit dem oben beschriebenen Stempel "Autist". Ich nehme an, dass es oft egal ist, ob die anderen Menschen um eine Diagnose wissen oder nicht...sobald sich ein Mensch "abnormal" verhält, nicht richtig spricht etc wird über ihn geredet und zwar selten gut. Zudem neigen Menschen dazu über diese Menschen mit Autismus oder was auch immer zu sprechen anstatt mit ihnen...und dies führt erneut dazu, dass sie sich unverstanden fühlen & beschämt darüber sind, dass sie anders sind, es also als Belastung ansehen. Dies lässt sich allerdings vermeiden, so man ihnen den Raum gibt, sich zu entwickeln & sich "normal" fühlen zu dürfen. So halte ich beispielsweise auch sehr viel von Inklusion. Damit andere Kinder gleich merken, dass es "andere" oder wie du schöner sagtest besondere Menschen gibt & dass man gut mit ihnen umgeht, anstatt sie zu beglotzen & zu belästern. Aber hierbei versagt ja leider unser deutsches Schulsystem!

Und nur so nebenbei Wörter wie "Aspi" mögen die meisten betroffenen Menschen wohl nicht. Es verniedlicht weder noch nimmt es den Druck, welcher mit solchen Bezeichnungen einher geht...ich las sogar mehrfach, dass sie allein den Begriff des Autismus fast schon als Schimpfwort wahrnehmen (kommt natürlich auf den Gebrauch & den Zusammenhang an & vermutlich meinst du es nicht beleidigend oder abwertend, dennoch mag ich persönlich sowas nicht).
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Dobby« (25. Januar 2017, 13:51)


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70

Mittwoch, 25. Januar 2017, 23:50

Diagnosen (auch das fetale Alkoholsyndrom) ermöglichen oder erleichtern, einen Ansatz zu finden. Gerade bei den hoch funktionalen Autisten (wieder eine schreckliche Formulierung) wird oft lange nicht erkannt, was Sache ist. Für diese ist es dann oft eine Erleichterung zu erfahren, was der Grund für ihre Besonderheiten ist. Und wenn sie sich z.B. mit entsprechender Literatur versorgen, bekommen sie auch Anregungen für ihre eigenes Leben.

Bei Kinder mit Alkoholschäden sehe ich auch nicht, warum eine Diagnose nichts bringen soll. Sie können doch gefördert werden - oder würdest Du es bevorzugen, wenn nicht bekannt ist, warum ein Kind eine Einschränkung hat ? Man kann auch die Mütter (die ja vielleicht ein entsprechendes Thema haben) auch beraten und informieren.

Ein Teil dieser Kinder wird auch den Müttern entzogen (wenn es z.B. eine schwere Alkoholikerin ist) und es ist sinnvoll, wenn die Pflege- und/oder Adoptiveltern Informationen bekommen, worauf sie sich einzustellen haben. FAS ist übrigens auch oft mit Herzproblematiken verbunden.

Hast Du Dir auch mal überlegt, wie frustriert und verzweifelt Eltern sind, wenn sie denken, sie hätten ein normales Kind und nicht verstehen, warum es sich seltsam entwickelt oder verhält? Eltern sind auch nur Menschen mit begrenzten Kräften und wenn z.B. zu pflegende Angehörige oder weitere Kinder da sind, dann kannst Du - auch für ein Kind mit speziellen Bedürfnissen - nicht "optimal" da sein.

Ich erlebe immer wieder, dass Eltern wesentlich lieber ein faules Kind haben/hätten als eines, welches an seine Grenzen gekommen ist (in punkto Schulleistungen). "Der hätte nur mehr üben müssen....".

Ich glaube, dass es täuscht, dass um psychische Problematiken mehr Tamtam gemacht wird. Es ist nur personalintensiver, weil die Behandlung eine ganz andere ist. Und der Heilungs- oder Veränderungsprozess eher lang dauert.

In Watte gepackt - redest Du hier speziell von den Autisten? Verhaltensoriginelle Kinder machen da andere Erfahrungen.

Wenn Du ein Autist bist, dann bist Du einer - unabhängig vom "Stempel". Wenn Du nur für Dich oder Dein Kind weißt, wie es zu erklären ist, was halt ist. Ich denke weiterhin, dass das entlastet. Sorgen um die Zukunft haben die sich vorher auch schon gemacht. Nur haben sie eine Chance auf einen Ansatz zur Hilfe. Es gibt auch Anspruch auf Hilfe von außen (Kostenübernahme für Therapien, Behindertenausweis.... ) last not least Selbsthilfegruppen bzw. Austausch mit anderen Eltern.

Ich gehe mal davon aus, dass Du mit "Inselbegabungen" jetzt nicht die raren Savants meinst.

Begabungen sollten bei allen gefördert werden.

Wenn jemand sich seltsam verhält, wird über ihn/sie gesprochen - unabhängig davon, ob es eine Diagnose gibt. Und "meine" (weingen) Aspis leiden darunter, keine Freunde zu haben oder insgesamt anders zu sein. Es liegt in unserer Natur, dass wir Teil einer Gruppe bzw. so wie andere sein wollen. Ist natürlich auch vom Alter und der Lebenserfahrung abhängig.

Aspi ist meiner Meinung nach eher im Hinblick auf Humor und dem Versuch das Schwere leicht zu nehmen zu verstehen. Aber wenn es jemanden stört, würde ich das Wort natürlich nicht benutzen.
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Blythe

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Mittwoch, 25. Januar 2017, 23:59

Ich hab noch nicht alle gefolgten Beiträge ganz durchgelesen, aber möchte noch etwas ganz wichtiges anmerken~
Wenn jemand autistische Züge zu haben scheint, bedeutet das ~NICHT~ dass derjenige unter einer Form von Autismus "leidet". Das möchte ich noch mal verdeutlichen, weil ich das Gefühl habe, es wird gedacht, ich würde Newt Dinge unterstellen, denen ich nicht befähigt bin, sie zu diagnostizieren.

Weiter beim Stichwort "diagnostizieren" - ich schließe mich Dobby größtenteils an. Menschen möchten alles "andersartige" abstempeln und in eine Schublade stecken. Normen sind so weit in unserer Gesellschaft verakert, dass jede Abnormalität als Krankhaft angesehen wird. Wie können sich Menschen heraus nehmen jemanden als behindert und "arm dran" zu stigmatisieren, weil derjenige von der Norm abweicht und vielleicht ohne diese Stigmatisierung recht zufrieden wäre?
Unsere Gesellschaft gibt Wege und Normen vor, redet uns unterbewusst ein diesen vorgelebten Weg zu gehen (seien es nun Körperideale, Karrieren, heteronormative Familienbilder oder wie jemand sich zu verhalten hat). Jeder andere Weg, der abweicht, ist abnormal und furchtbar. Grotesk.
Nun ist zB ein Mensch, der ohne Arme geboren wurde gehindert am Alltag - keine Frage (ob es nun der ~Alltag~ ist, den die Gesellschaft sich vorstellt, der "gehindert" wird, oder ob derjenige auf andere Weise uneingeschränkt leben könnte, sei dahingestellt). Dies bedeutet aber nicht, dass derjenige grundsätzlich unglücklich und nicht lebensfähig ist. Es ist scheinbar eigentlich nur diese Stigmatisierung und der gezogene Vergleich zu "normalen", der unglücklich macht, denke ich.
Es sei nicht zu vergessen, dass vor nicht allzu langer Zeit auch Homosexualität medizinisch (!) als Geisteskrankheit angesehen wurde.
In den USA gibt es übrigens eine Vereinigung von Autisten, die durchsetzen möchten, dass bestimmte Formen von Autismus nicht mehr als Behinderung gelten.
“One magician demanded I show him an image of the love of his life. I rustled up a mirror.”


--

“Besides, if you're going to die horribly, you might as well do it with style.”


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Donnerstag, 26. Januar 2017, 14:23

Bei Kinder mit Alkoholschäden sehe ich auch nicht, warum eine Diagnose nichts bringen soll. Sie können doch gefördert werden - oder würdest Du es bevorzugen, wenn nicht bekannt ist, warum ein Kind eine Einschränkung hat ? Man kann auch die Mütter (die ja vielleicht ein entsprechendes Thema haben) auch beraten und informieren.
Mütter zu beraten & zu informieren macht ja nur dann Sinn, so dies pränatal geschieht. Und hier stehen wir vor einem weiteren Problem: oft lassen sich nur jene Menschen helfen, welche sowieso schon den richtigen Weg einschlagen. Jene, welche es nötig hätten, interessiert Hilfe nicht oder sie kriegen einfach ihren Allerwertesten nicht hoch oder sie sind eh derart stupide, dass sie überhaupt nicht wissen, was sie alles falsch machen & folgend beim Kind anrichten können.

In Watte gepackt - redest Du hier speziell von den Autisten?
Auch, denn wie ich schon erwähnte ist die entsprechende Diagnose dann Ausrede für alles & es will sich oft gar nicht mehr bemüht werden.. so kenne ich bspw einen Jugendlichen, welcher eine Rechtschreibschwäche besitzt und dies stets bei den Lehrern als Ausrede dafür nutzt, dass er sich ja keine Mühe zu geben brauche, da seine Rechtschreibung eh in keinem Fach bewertet würde...und wir reden hier von einem jungen Mann, welcher definitiv das Gymnasium schaffen könnte, sich aber dazu entschlossen hat lieber auf einer Oberschule rumzuhängen und gerade so das Hauptschulniveau zu erreichen, als sich mal aufzuraffen & was für seine Zukunft zu tun. [Über die näheren Hintergünde dieses Jungen mag ich mich nicht äußern, er wohnte jedoch bis vor 1 1/2 Jahren bei Pflegeeltern, welche ihn total in Watte packten & ihn dadurch in keinster Weise forderten.] Dass er diese Schwäche besitzt ist ok, dennoch kann man an jeder Schwäche arbeiten! Manches wird man niemals weg bekommen, aber das muss ja auch gar nicht.
Zur Entziehung der Vormundschaft: diese halte ich für besonders wichtig, aber sie sollte frühzeitig geschehen; leider passiert es immer wieder, dass zu spät gehandelt & eingegriffen wird. Und gewiss sollen mögliche Pflege-/Adoptiveltern wichtige Infos erhalten. Doch neigt man ja sowieso dazu solche Kinder mit besonderer Vorsicht zu behandeln, da sie schon so manchen Albtraum erlebt haben. Im Grunde ist es richtig, dennoch sollte man alle Kinder stets gleich behandeln (interessant empfand ich an dieser Stelle schon immer die Frage, ob Pflegeeltern wirklich in der Lage sind ein Pflegekind genauso zu behandeln wie ein leibliches...oder man eben doch unbewusst gelegentlich Unterschiede macht.)

Ich halte nicht sonderlich viel von dem Begriff "Savant" - insbesondere weil da immer alle an diesen Schwachsinn Rain Man denken. Es gibt viele Menschen mit Autismus, welche eine besondere Begabung mit sich bringen; manche interessieren sich stark für Kunst, Mathematik, den Weltraum oder was auch immer.. es müssen aber nicht immer direkt besondere Begabungen sein...wenn man weiß, was konkret einem Menschen mit Autismus interessiert & fesselt, so lässt sich über alles an diese Menschen herankommen, man muss sich nur die Mühe machen & danach suchen.

Hm... "so wie andere sein wollen"...mag sein, aber woher kommt dies? Andere zwingen einem solches auf. "Du musst so und so aussehen", "Du musst dich so und so kleiden", "Du musst diese & jene Sendungen schauen", "Du musst dich für dies & jenes interessieren" & "auf jeden Fall musst du immer all das machen, was andere auch machen" - da kriege ich das Kotzen! Der gesellschaftliche Zwang unbedingt zu etwas dazu gehören zu wollen/müssen, ensteht nur dadurch, dass das Kollektiv mehr gefördert wird als das einzelne Individuum. Aber glücklicherweise gibt es heutzutage bereits einige (unter anderem auch öffentliche Personen), welche durch ihre Andersartigkeit auffallen & diese auch provozieren - oh, ich liebe es, so öffentliche Provokation eingesetzt wird! Aber auch einzelne Menschen: es fängt ja schon beim Haare färben oder tättowieren an - im Grunde wollen Menschen aus der Masse hervorstechen & etwas "besonderes" sein oder zumindest besser in irgendwas sein als irgendwer anders. Dennoch geschieht dies ja zumeist nur im Rahmen des Konkurrenzkampfes, geht aber selten darüber hinaus. Äußerlich lässt sich in der Menschheit viel Veränderung & aufallen wollen erkennen, doch wie viele Menschen stehen auch innerlich hinter sich selbst? Manchen reicht es, wenn die Fassade was "tolles" ausstrahlt, aber im Grunde verbergen sich dahinter oft die unsichersten Menschen.


@Blythe: ja, von Homosexualität braucht man gar nicht erst anfangen...immerhin ist es diesen Menschen noch immer untersagt in Deutschland zu heiraten & weiteres. Das ist in der Tat grotesk! Insbesondere wenn stets davon gesprochen wird, dass diese Menschen wider der Natur handeln würden - es ist wider der Natur die Ozeane mit Plastik vollzuballern, es ist wider der Natur sich "Haustiere" zu halten, es ist wider der Natur der Erde ihre gesamten Rohstoffe zu entziehen usw. Die sexuelle Gesinnung ist dagegen keine Besonderheit oder gar Destruktivität der Natur!
Und die USA - aktuell bin ich derart mit Ekel behaftet, wenn ich auch nur von der kleinsten Schei'ße höre, welche diese Bekloppten nun schon wieder fabrizieren.... aber schön zu hören, dass sich dort Menschen mit Autismus zusammenschließen & gegen dies widerliche Wort "Behinderung" ankämpfen!
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Donnerstag, 26. Januar 2017, 23:07

Ich steige an dieser Stelle aus der Diskussion aus. Das ist keine Reaktion auf die letzten Beiträge, sondern der Tatsache geschuldet, dass ich nicht weiter so viel Zeit investieren will und kann. Da mich zudem seit gestern eine fiese Erkältung erwischt hat und ich halb neben mir stehe, macht es für mich Sinn, mich hier nun zu verabschieden.

Vielen Dank für die anregende Diskussion und es gefällt mir, dass mit so viel Herzblut geschrieben wurde.
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