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Drabble 1
Die Fehlinterpretation
Er versuchte unheimlich zu wirken, die Anwesenden mit seiner Präsenz in Angst zu versetzen, um die Erwartungen zu erfüllen.
Gerne hätte er noch seine magischen Kräfte, um alle zu verfluchen, als er unterdrücktes Kichern hörte. Bedrohlich schritt er zu einem kleinen Jungen, die lächerliche Plastikschlange, die man ihm aufgenötigt hatte, hinter sich herziehend. Registrierte befriedigt, wie das Kind verstummte und angstvoll seine Mutter ansah, die jedoch tröstete: „Keine Angst, das ist nur ein Schauspieler.“
Unter Dumbledores Prophezeiung, er würde einmal das Böse verkörpern, hatte Tom sich etwas Anderes als eine schlecht bezahlte Rolle in einem Muggel-Themenpark von Warner Brothers vorgestellt.
Drabble 2
Fussich Julche
Es war das einzige Fach, das sie hasste. Durch geschicktes Abwählen war sie einer Note von "Troll" entkommen. Die Frau war ihr mehr als suspekt und sie hasste es, wenn sie nicht perfekt war.
Und doch sollte SIE jetzt am Ende mit ihrer Weissagung recht behalten? "Ihr Kind wird rote Haare haben". Und wie sollte sie es IHM jetzt beibringen. Auch bei ihm stand sie nicht der Liste "meine besten Freunde". "Severus?", nahm Hermine ihren Mann und frischgebackenen Vater beiseite. "Geht das als eingetroffene Prophezeiung durch, wenn unsere Tochter ein Metamorphmagus ist und sie die roten Haare selber herbeizaubern kann?"
Drabble 3
Durchblick
Die Prophezeiung wiederholte sich an fünf Tagen hintereinander und zeigte Sybill Trelawney immer dasselbe Bild: Sie selbst als Meisterin ihrer Zunft, die nicht nur den Blick, sondern auch den Durchblick hatte, die alles, was sie in ihrer Kristallkugel sah, gestochen scharf interpretierte, sie – die größte Seherin aller Zeiten!
Ein paar Tage später überkam die Gryffindors im Wahrsage-Unterricht das seltsame Gefühl, dass irgendetwas anders war. Etwas war ungewohnt, doch konnten sie nicht sagen, was. Während sie sich wunderten und Harry, Ron und Hermine miteinander tuschelten, hockte Sybill Trelawney mit verschränkten Armen da und beobachtete ihre Klasse stolz durch ihre neuen Kontaktlinsen.
Drabble 4
Die Prophezeiung
Ziellos hatte er sich über den Jahrmarkt in Little Whinging treiben lassen, war ein paar Runden mit dem Autoskooter gefahren und einmal mit der Geisterbahn.
In einem kleinen Zelt saß eine alte, runzlige Frau, legte Karten, las in den Händen…
Sie prophezeite ihm ein langes, erfülltes Leben, eine wundervolle Frau, Kinder…
Seit Jahrzehnten hatte Severus nicht mehr an die Wahrsagerin gedacht. Aber jetzt, auf dem Boden der heulenden Hütte, während Lord Voldemort zischend mit seiner Schlange Nagini sprach, erklangen ihre Worte wieder so deutlich als sei es erst gestern gewesen.
Ein langes, erfülltes Leben…
Zischelnd kroch Nagini auf Severus zu…
Drabble 5
Die Prophezeiung
Ungeduldig sah sie auf die Uhr während ihr nächster Kunde verzweifelt versuchte durch den Zelteingang zu schlüpfen und sich immer wieder verhedderte.
Als er endlich vor ihr stand und mit aufgeregter Stimme zu erzählen begann, dass er sich auf einer Muggeluniverstät bewerben wollte weil ihn das alles ungeheuer faszinierte, hob die Wahrsagerin gelangweilt eine Augenbraue und stoppte so das Gequatsche.
Sie wollte endlich Feierabend machen, deshalb schüttelte sie mit angestrengter Mine ihren Kopf: „Tut mir leid, Junge, daraus wird nichts. Deine Freundin ist schwanger. Auch wenn dir dein Job nicht gefällt, wirst du eine große, glückliche Familie haben. Zufrieden?“