MissSnape, ich kann dir gerne eine zeigen:

Das hier ist ein Beispiel =)
• Sozialanamnese, Arbeitsanamnese, Krankheitsanamnese
Frau T. wurde 1948 in Bosnien geboren und besuchte dort bis zu ihrem 14. Lebensjahr die Schule. Sie beendete die Schulzeit nach acht Jahren. In den Schulferien musste sie als Erntehelferin bei der Weinlese mitarbeiten. Anschließend verhalf ihre Schwester ihr zu einer Arbeitsanstellung als Schneiderin in Serbien. Dort war sie sie drei Jahre lang in einer Fabrik für Herrenoberbekleidung angestellt. Zu dieser Zeit beantragte sie die Ausreise nach Deutschland. Der Antrag wurde jedoch erst genehmigt, als Frau T. 20 Jahre alt war. In der Zwischenzeit lebte Frau T. kostenlos bei ihrer Schwester und erledigte deren Haushalt.
Frau T. kam nach Deutschland, um hier als Näherin zu arbeiten. Sie heiratete mit etwa 22 Jahren ihren Ehemann. Ihr Ehemann brachte aus einer früheren Ehe eine Tochter mit und gemeinsam bekamen sie noch einen Sohn.
Frau T. und ihr Mann bauten ein Haus. In der Bauphase half Frau T. viel auf der Baustelle, während ihr Mann auf Montage war.
Neben der Arbeit im Garten und im Haushalt arbeitete Frau T. fünf Jahre lang, sechs Stunden täglich, als Pflegehelferin in einem Altenheim. Seit 1985 übt Frau T. keine bezahlte Tätigkeit mehr aus.
Durch das Wahnsystem, das Frau T. um sich herum aufgebaut hat, sah sie ihren Ehemann als Teil einer Verschwörung an. Sie griff ihn am 03.10.11 mit einem Messer an. Dieser erstattete aus Hilflosigkeit Anzeige, wonach der ASD eingeschaltet und Frau T. in die Klinik eingewiesen wurde. Zum Aufnahmezeitpunkt wünschte Frau T. klar, dass weder ihrem Ehemann noch ihrem Sohn Auskunft über ihren Aufenthaltsort erhalten sollten.
Am 28.10.11 telefonierte sie erstmals wieder mit ihrem Ehemann. Diesen Kontakt beschreibt sie als gefühlsmäßig kalt, da sie seine Lügen nicht vergessen könne. (Diese Lügen wurden von Frau T. nicht näher beschrieben.) Am 16.11.11 lud Frau T. ihren Mann aus eigenem Antrieb ein. Der Ehemann ist froh darüber, dass Frau T. zunächst auf einer geschützten Station ist. Er wünscht die bestmögliche Behandlung, wobei die Kosten nebensächlich seien.
Der Ehemann erzählt, dass die Ehe bis vor kurzem sehr harmonisch gewesen sei. Er berichtet weiter, dass seine Frau gegenüber ihrer Familie im ehemaligen Jugoslawien immer sehr fürsorglich war, aber häufig von ihrer Familie entwertet und enttäuscht worden sei. Sie habe sich immer viele Gedanken und Sorgen gemacht, sich aber wenig um sich selbst gekümmert.
Frau T. kommt in Begleitung zweier Mitarbeiter des ASD freiwillig zur stationären Aufnahme. Sie berichtet bereitwillig, dass sie 1972 Zwillinge geboren hätte, von denen ihr einer sofort weggenommen worden sei und den sie seitdem suche. Sie beschreibt ein ausgeprägtes System von Verschwörungen ihrer Familie und den Ärzten gegen sie.
Nach einer Operation eines gutartigen Schädelknochentumors im März 2010 hat sich die Symptomatik akzentuiert, einschließlich zunehmender Unruhe- und Belastungssymptome.
Fremdanamnestisch ist zu erfahren, dass Frau T. seit mindestens fünf Jahren ein hohes Misstrauen gegen ihren Mann entwickelt hat. Sie kontrollierte ihren Mann und erkundigte sich regelmäßig, warum er zum Beispiel telefoniert oder mit anderen Personen gesprochen habe. Außerdem hatte sie vermutet, dass das Telefon abgehört würde. Vor ca. 6 Monaten hat sie ihm morgens erzählt, dass sie geträumt habe, dass sie Zwillinge geboren hätte und einer ihr davon weggenommen worden sei. Seitdem hat sie zunehmend wahnhaft nach diesem Kind Ausschau gehalten und nach Hinweisen in Mütterpässen und Geburtsurkunden gesucht. Sie hat ein ausgeprägtes Misstrauen anderen Menschen gegenüber entwickelt, auch gegenüber Freunden und Familie. Ihr Mann berichtet, dass sie sich vollständig zurückgezogen habe. Drei Wochen vor der Aufnahme in die LWL-Klinik ist sie dann dem Ehemann gegenüber gewalttätig geworden, sie zerkratzte ihm mehrfach das Gesicht. Schließlich hat sie ihren Mann mit einem Messer angegriffen und ihn ernsthaft verletzt.
Vor vielen Jahren erhielt Frau T. schon einmal eine Behandlung mit Psychopharmaka, die sie jedoch nicht vertragen hat. Eine Diagnose ist damals nicht gestellt worden. Im September 2010 diagnostizierte ein Arzt ein agitiertes depressives Syndrom, wobei die Medikation seitens der Patientin abgelehnt wurde.
ich weiß, dass sie lange nciht perfekt ist, aber so wenigstens ein Eindruck =)