Tom Felton (Draco Malfoy) sprach nach dem Erscheinen von
Harry Potter und der Halbblutprinz in Toronto mit einigen Fans und Medien über den Film und sein Leben. Wir haben das interessante Interview für euch übersetzt (T.F. = Tom Felton):
Andrew Powell: Wie war der Film? Ich wette, es war ein ziemlich langer Vorgang…
Tom Felton: Ja, ich meine, wir haben die Aufnahme vor über einem Jahr beendet, deswegen bin ich begeistert, dass jemand jetzt Fragen darüber stellt.
Es scheint, als hätten wir lange gewartet. Das Drehen hat riesig Spaß gemacht, und ich selbst war ein gewaltiger Fan, und ich war ebenso eifrig wie jeder andere auch, ihn zu sehen, deswegen bin ich total begeistert - Ich denke, er ist brillant.
Andere Presse: Wann haben Sie den Film zuerst gesehen?
T.F.: Sozusagen vor zwei Wochen. Tatsächlich ging ich zu einer dieser Pressekonferenzen und sie fragten mich, was an dem Film großartig ist und ich hatte ihn bisher noch nicht gesehen. Deswegen war das Publicity Team sehr eifrig darin, dass ich den Film sehen könnte.
A.P.: Ist das Ihr erstes Mal hier in Kanada?
T.F.: Ist es, es ist mein erstes Mal hier. Ich bin nur für 20 Stunden hier, aber ich werde versuchen, das Meiste mitzubekommen.
A.P.: Was denken Sie von Kanada bisher?
T.F.: Das Hotel ist wunderschön. Nein, ich meine, jeder scheint großartig. Die Leute scheinen große Freude am Treffen zu haben. Ich bin begeistert, hier zu sein. Ich freue mich darauf, wieder hierher zurück zu kommen, um so etwas wie Ferien zu machen und mehr Zeit hier verbringen zu können.
A.P.: Sind Sie bei Twitter? Haben Sie gewittert, dass Sie hier sind?
T.F.: Ja, bin ich. Ich ging heut Morgen raus, weil es ein Auto gibt, das uns herumfährt und auf dem sich wirklich alle Harry Potter-Firmenzeichen und -Materialien befinden. Ich schoss ein paar Fotos von ihm und stellte sie online. Sobald ich das sah, dachte ich, dass es wahnsinnig komisch ist, ich liebe das.
A.P.: Draco, bis zu dem Film jetzt dachte man, man kenne Drace, doch nun, denkt man das nicht mehr…
T.F.: Zweifellos hat Jo (J.K.Rowling) Draco als den zwei-dimensionalen Tyranncharakter geschaffen.
Als ich zuerst das Buch las, war es erstaunlich, doch das Script zu bekommen war sogar aufregender und etwas beängstigend, um ehrlich zu sein. Ich war nicht ganz sicher… es war so unterschiedlich zu dem, was wir in den vergangenen Jahren getan hatten. Selbstverständlich war ich sehr nervös vor den Einzelszenen mit Michael (Gambon) und Alan Rickman. Aber David Yates zog mich zur Seite, bevor wir anfingen mit drehen und war sich sehr im Klaren darüber. Das machte mich ein bisschen zuversichtlicher. Und langsam aber sicher kamen wir zu dem Punkt, wo ich mich glücklich fühlte und es sogar außerordentlich genoss.
A.P.: Haben Sie jemals die Chance gehabt, an Erfahrungen von jemanden wie Michael Gambon oder Alan Rickman anzuzapfen und einige Ratschläge von ihnen zu erhalten?
T.F.: Ähm, ja. Es weniger dort zu sitzen und ihnen Non-Stop Fragen zu stellen, sondern sie sind eher ein Reichtum von Geschichten und großartigen Witzen. Deswegen denke ich, dass man mehr von ihnen lernt, wenn man ihnen bloß zusieht.
Es ist ziemlich unglaublich, Michael Gambon einen Tee trinken oder eine Zigarette rauchen zu sehen und dann, zwei Minuten später, ist er wieder diese Art von mysteriösem Zauberer. Es macht mir großen Spaß als Schauspieler diese Dinge um mich herum zu sehen.
A.P.: Denken Sie, dass die Filme sich von dieser britischen Art und Weise entfernen?
T.F.: Sicherlich, ja. Ich bin froh, dass Sie das sagen. Die Filme haben alle diese Art von britischen Stempel, aber ich denke, dass besonders dieser Film einen hat, zweifellos aufgrund des Humors.
Ich glaube, dass Michael Gambon und Jim Broadbent wirklich brillant auf dieser subtilen britischen Stimmung liegen, und ich denke, dass Jim Broadbent ein fabelhafter Zusatz zur Besetzung war.
Andrew Powell: Springen wir weiter im Film. Wie haben Sie sich auf die Schlüsselszene vorbereitet? Es ist offensichtlich eine schwere Szene.
T.F.: Ja, ich weiß es nicht wirklich. Es ist ein bisschen schwer, weil man hat Michael Gambon dort, der alle zwei Sekunden einen Witz reißt und ich vermasselte natürlich was und ich war so nervös und es war mir peinlich, das in der Gegenwart von Michael zu tun. Und ich habe mich noch zwanzig Minuten danach entschuldigt und er reagierte darauf, als wollte er sagen: "Weißt du, wie viel ich in der Woche verdiene, wir könnten das den ganzen Tag fortsetzen!" Und es war, als wollte er mir sagen: "Fahr einfach fort, sie zu vermassenln - wenn du kannst." Wir hatten viel Spaß und sie sind sehr gut darin, dass man sich sehr schnell extrem behaglich fühlt. Ich bin sehr dankbar dafür.
Andere Presse: Wie fühlt es sich an, zu wissen, dass die Menschen Ihnen zugesehen haben, wie Sie in diesen Filmen, die eine gewisse Dauer des Lebens zeigen, aufgewachsen sind?
T.F.: Es ist ziemlich bizarr, besonders, wenn man an die ganz frühen Bilder zurückdenkt, wo wir noch alle runde Gesichter und extrem hohe Stimmen hatten. Aber es ist großartig, und ich glaube nicht, dass es uns wahrhaftig bewusst wird bis wir fertig sind und wieder etwas normales tun. Es ist eine große Ehre, ein Teil dieser Franchise zu sein und ein großes Privileg wegen der Leute, die wir die Jahre über getroffen haben. Das wird wahrscheinlich der größte Verlust sein, wenn alles vorbei ist.
A.P.: Als Sie damals unterschrieben, wussten Sie, dass es so groß werden würde?
T.F.: Natürlich nicht. Ich meine, ich glaube, dass das damals nur drei Bücher geschrieben waren, vielleicht auch nur zwei… Wir hatten ja keine Ahnung davon, dass es noch mehr werden sollten, geschweige denn sieben, slash, acht, die kommen. Ich glaube, hätte man uns das damals erzählt, dann hätten wir nur gelacht. Aber es ist erstaunlich, dass es immer noch so viel Dampf gibt in jedem Jahr, wo es weitergeht.
A.P.: Werden Sie von Fans in den Straßen angehalten…
T.F.: Und sie buhen mich aus, ja… (
lacht)
A.P.: ... die zu Ihnen sprechen, als wären Sie der Charakter?
T.F.: Ähm, ja, gelegentlich. Mehr im Ausland als in England. Ich glaube, die Engländer sind auf eine Art zu höflich, um etwas zu sagen, aber zweifellos die Amerikaner tun es, das muss gesagt sein. Viele Menschen unter 40 buhen mich immer aus, wenn sie mich sehen. Aber ich kann das nur als ein Kompliment sehen. Wenn ich es geschafft habe, sie denken zu lassen, dass ich ein schreckliches Kind bin, dann muss ich etwas richtig gemacht haben.
A.P.: In der Szene, wo Draco auf dem Turm ist mit Dumbledore, gibt es das Element der Wahl, er beginnt zu zerbrechen und wir sehen die andere Seite. Glauben Sie, dass, als die Charaktere älter und reifer wurden, der Direktor versuchte, das Ganze mehr als belehrende Geschichte für Heranwachsende zu behandeln?
T.F.: Es gab viel Gerede darüber, darüber, dass der Film weiterwächst und dass die Filme nicht mehr so kinderfreundlich sind, wie sie es mal waren. Ich glaube, dass die ganzen Filme sich entwickelt haben und es ist offensichtlich, dass die Charaktere nun 16, 17 sind. Von daher sind Dinge, die relevant waren, als wir 12 waren, nicht mehr länger relevant.
Und solche Dinge wie Romantik, es gibt viel Romantik in diesem Jahr in Hogwarts, und ich glaube, dass dies ein Teil des Erfolgs der Geschichten ist - die Tatsache, dass man wirklich sieht, wie sie aufwachsen. Und solche Dinge passieren auch tatsächlich im realen Leben. Obwohl es im magischen Königreich spielt, sind alle diese Dinge, die passieren, tatsächliche Wesenszüge von Menschen und ich glaube, dass es genau das ist, was die Geschichte so real erscheinen lässt.
A.P.: Finden Sie die Zeit, andere Projekte anzupacken, obwohl die nächsten zwei Filme bereits angesetzt sind?
T.F.: Ja, es gibt viele interessante Projekte, aber das Haar ist das Mundstück. Es ist geringfügig ein ikonischer Haarschnitt, der nicht wirklich genutzt werden kann. Ich werde wohl bis nächstes Jahr warten müssen.
Um die Wahrheit zu sagen… es gab Möglichkeiten des "Rein in die Kartoffeln - raus aus den Kartoffeln". Man konnte für 4 Wochen an einem anderen Projekt teilnehmen und kam dann zurück. Aber weil dies die letzte Folge sein wird, fühle ich, dass das, was ich will A ist, mein bestes zu geben und B es vielmehr zu genießen, weil heute in einem Jahr alles vorbei sein wird – was ein sehr trauriger Gedanke ist. So aufgeregt, wie ich der Zukunft entgegen sehe, eines Tages mal einen Guten zu spielen, so sehr lasse ich mich jetzt daran aus, den Fiesen für ein letztes Jahr zu spielen.
A.P.: Er ist böse und was hat es nun mit dem Haar auf sich?
T.F.: Ich weiß. Ich verstehe nicht so wirklich, wo Draco die Zeit her nimmt, seine Wurzeln jede Woche auszubessern. Es ist eine sehr ikonische Frisur. Ich vermute, dass niemand sonst so etwas hat.
Es hat Zeiten gegeben, in denen es nicht angebracht war, sein Haar zu färben. Aber ich habe mich ziemlich seltsam daran angenähert über die Jahre hinweg. Manche Menschen haben mich gefragt, ob ich es am Ende abschneiden werde, aber ich sehe mich komischerweise darin, es so beizubehalten. Ich bin mir im Moment noch nicht ganz sicher darüber. Und ich bin mir nicht sicher, was meine Freundin dazu sagt.
Andrew Powell: Was ist mit Ihrer Musikkarriere? Ist das eine Möglichkeit?
T.F.: Es erschreckt mich, dass Sie es als Karriere bezeichnen, weil ich es nicht unbedingt als das auslegen wollte. Es ist schon immer eine Leidenschaft von mir gewesen und ich lernte am Set zu Harry Potter wie man spielt. Viele Stunden allein, das war ein guter Weg, um Zeit zu vertreiben. Und, yeah, ich hab ein bisschen online verteilt, ungefähr vor einem Jahr. Und es scheint so, als wäre es ganz gut gelaufen. Es ist eine persönliche Sache für mich. Es ist nicht unbedingt eine Karriere, in die ich sofort einsteigen würde jetzt, aber so lange, wie die Menschen es genießen, die Musik zu hören, so lange werde ich auch weiterhin Sachen online stellen.
A.P.: Wo wir gerade vom "angling" sprechen, ich habe gelesen, dass Sie auch Angeln gehen…
T.F.: Ja, ich will nicht lügen. Das ist eins von den Zitaten, das ich sagte, als ich 12 war. Und seitdem plagt es mich immer wieder.
A.P.: Oh, nein…
T.F.: Nein, nein. Es ist nicht Ihr Fehler. Ich meine, es geht viel herum. Die Angel ist seit ein paar Jahren schon niedergelegt und ich benutze lieber die Gitarre. Ich bin immer noch ein Landjunge im Herz und ich liebe auch die ländliche Jagt, aber angeln ist mehr so ein Nebenzweig für mich geworden.
Andere Presse: Was ist zur Zeit auf Ihrem iPod?
T.F.: Oh mein Gott, was ist auf meinem iPod? Das neuste Gekaufte ist wohl das neue Album von Green Day. Ich habe es mir gleich am nächsten Tag gekauft.
Ich bin ein alter Fan von Green Day. Ich höre die Musik schon seit ich 12 oder 13 bin. Jemand sagte mir, "Du musst das einfach haben! Es ist gut!".
Ich habe das durchaus genossen. Aber es ist vieles wie Jack Johnson. Viel von dieser “Ein-Mann-Band”. Das neue Jason Mraz hat mir auch sehr gefallen. Aber ich mag die richtige Mischung. Jemand brachte mich zu Vivaldi, die vier Jahreszeiten. Ein bisschen klassisch. Und ich mag genauso ein bisschen Hip Hop.
A.P.: Lady Gaga und die Black Eyed Peas, Boom, Boom, Pow…
T.F.: Nein, nicht so viel von den kommerziellen Sachen. Ich werde ständig danach gefragt. Ich hab erst gestern so eine Frage bekommen. Wissen wie, es war so etwas wie ein Coolness-Test…
O.P.: Sind Sie durchgefallen?
T.F.: Aber gewaltig. Dort war die Frage "Hat Ihnen Harry Potter die Kindheit gestohlen?" und sie brachten all diese berühmten Musiker. Wer ist in den Tops, wer ist die Nummer 1 im Moment und ich hatte keinen Hinweis. Und so fiel ich einfach durch.
A.P.: Lady Gaga…
T.F.: Ja, Dankeschön. Aber jetzt ist es zu spät.
A.P.: Sagen Sie den Leuten in dreißig Sekunden, warum sie sich den Film ansehen sollten.
T.F.: Das erste, was mir in den Sinn kommt, ist, dass er lustiger ist. Viele Leute sagen, er ist dunkler, aber ich denke, dass es lustiger ist als alles andere. Ich glaube, es ist großartig, den Charakteren zuzusehen, wie sie in diese Romantik eingegliedert werden und all diese anderen Dinge. Aber der Film ist auch angsteinflößender und weitergewachsen. Es ist viel mehr eingeschlossen jetzt. Ich denke im Großen und Ganzen, wenn man die letzten fünf Filme toll fand, es ist so eine Mischung aus fünf Filmen in einem. Ich glaube nicht, dass zu viele Fans enttäuscht sein werden.
A.P.: Gab es einen Moment, der unverschämt verrückt war?
T.F.: Ich sollte es besser nicht sagen, aber wenn Sie alle fair zu mir sind, dann werde ich in die Geschichte eintauchen.
Am Ende der Szene, nachdem Snape seine Sache getan hat, gehen wir aus der Großen Halle in dieser Gans-V-Formation, in der er an der Spitze ist. Er ist so was wie die leitende Gans, wenn Sie es so sagen wollen. Und er hat so eine Art Hochzeitskleidcape an, das drei Meter auf dem Boden hängt.
Der Direkter beharrte darauf, dass wir dicht hinter ihm blieben und, natürlich, nicht darauf achten sollten, wo unsere Füße hinlaufen. Und kurz bevor wir mit Drehen anfingen, drehte sich Alan auf seine unheimliche Weise um und sagte (er imitiert seine Stimme) "Tretet ja nicht auf meinen Umhang."
Und wir wussten alle nicht, ob er das spaßig meinte oder nicht und deswegen meinten wir alle nur so “Ha, ha, sehr witzig.” Und wie konnte es auch anders sein, auf dem zweiten Take kam ich mit der Ferse auf den Umhang, was seine Ansatzrückseite in meinen Augen auf eine vergnügte Art und Weise zerriss. Aber zu dem Zeitpunkt ging es nicht gut unter und danach war eine ziemlich unbeholfene Ruhe eingetreten.
Alan ist ein unglaublich netter Typ und einer der lustigsten hier am Set. Es gibt viel Durcheinander, da er ein sehr finsterer Typ ist, aber er ist lustig.
A.P.: Was ist das auf Ihrem Shirt?
A.P.: Das ist Mohammed Ali, oder?
T.F.: Ja. Sie haben es mir gesagt. Ich wurde angezogen. Ich denke, es ist ein Tshirt.
Ja, es ist Ali, oder? Im Laufe der Jahre. Ich bin nicht so der moderne Typ. Wenn Sie mich meinen eigenen Entscheidungen überlassen würden, dann hätte ich 365 Tage im Jahr einen Hoodie und Jeans an. Deswegen bin ich froh, dass ich eine talentierte Freundin hab, die das für mich übernimmt. (
lacht)
A.P.: Die Mohammed Ali mag?
T.F.: Ja, natürlich. Sie muss ein großer Fan vom Boxen sein. (
lacht) Das war ein Witz, nur um das klar zu stellen.
An dieser Stelle auch der Hinweis auf unsere
Interviewseite. Auch dort findet ihr demnächst dieses Interview mit Tom Felton.
Vielen Dank an Lily-Franzi für die Übersetzung und Lilyflower für die Hilfe. Danke auch an rickwoman für den Hinweis.
* Quelle
* Zum Artikel auf der Startseite