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Harry Potter und die Saat des Bösen Saga 1

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Autor Balu2008
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Der feige Anschlag an Halloween

Kapitel 35


Der feige Anschlag an Halloween


*


Die Geschichte über Halloween wie alles begann ...
Fast jedes Kind weiß, das Halloween etwas mit Gespenstern, Hexen und
Verkleiden zu tun hat aber kaum jemand hat eine Ahnung, was es mit dem Fest
"Halloween" nun wirklich auf sich hat.
Schon vor über 2000 Jahren feierten die Kelten im alten England (heute sagen
wir Großbritannien dazu) zum Ende des Sommers ein großes Fest – damals
hieß es noch "Samhain".

Der 31. Oktober war bei den Kelten der letzte Tag des Jahres, denn sie hatten
einen anderen Kalender als wir heute. Der Sommer wurde mit großen Feuern
verabschiedet und gleichzeitig der Winter begrüßt. Die Menschen bedankten
sich bei ihrem Sonnengott (mit Namen "Samhain") für die Ernte, die sie in der
warmen Jahreszeit eingebracht hatten, und gedachten an diesem Tag auch der
Seelen der Verstorbenen. Der Sonnengott wurde nun, zu Beginn der dunklen
Winterzeit, von dem keltischen Gott der Verstorbenen abgelöst.
Die Kelten glaubten fest daran, dass die Seelen der Verstorbenen in der Nacht
vom 31. Oktober als Geister auf die Erde zurückkommen, um in ihre Häuser
zurückzukehren. Aber was war mit den Geistern und heimatlosen Seelen, die
trotz der großen Feuer, die am Wegesrand entfacht wurden, den, Weg nicht
fanden und verzweifelt umherirrten? Von ihnen war nichts Gutes zu erwarten.
Sie spukten durch die Nacht, erschreckten friedliche Menschen und trieben ihr
Unwesen mit ihnen.

Einige Jahrhunderte später, ungefähr 800 Jahre n. Chr., ernannte der Papst den
1. November, also den Tag nach dem 31. Oktober, zum Feiertag "Allerheiligen",
an dem der christlichen Märtyrer gedacht wurde. Aus dem Samhain - Fest
wurde im Laufe der Zeit, das Fest am Vorabend zu Allerheiligen und das heißt
auf Englisch "All Hallows’ Evening" oder abgekürzt "Hallows’ E’en".
Inzwischen sagen wir Halloween.
Obwohl das Spamhain-Fest schon so lange her ist, verkleiden sich die Kinder
heute noch als gruselige Gestalten, wie Gespenster, Hexen, Zauberer oder
Vampire, um Geister abzuschrecken. Und das ist auch gut so – denn wer weiß
denn schon genau, ob die Kelten im alten England nicht doch Recht hatten ...?“


***


Es war Halloween und Lily war mit den Zwillingen bei Molly zum Halloween-Tee
eingeladen. Am frühen Nachmittag legte sie einen Schutzzauber auf die Jungs und
flohte zum Fuchsbau.

„Lily Liebes, schön, dass du da bist, komm lass uns Tee trinken.“
„Hallo Molly, ja ich freue mich auch, es ist so einsam im Haus seit Jamie fort ist.
Gerade für die Kinder ist es schön, wenn sie miteinander spielen können und einmal
was anderes sehen.“
Sie ließ die Zwillinge auf den Boden und setzte sich an den Tisch zu Molly.
Henry marschierte sofort zu den anderen ins Wohnzimmer, doch Harry stand nur
mitten im Raum hatte seinen Daumen im Mund und seine andere Hand in den
Haaren.
„Na Harry Spatz, willst du denn nicht zu den anderen gehen?“, fragte Molly den
Kleinen.
„Nee Mummy bleibt“, sagte er nur und stellte sich neben seine Mutter, wo er den
Kopf in ihren Schoss legte und sich an ihr festklammerte.
„Was hat er denn?, so kenne ich ihn ja gar nicht!", fragte Molly verwundert.
„Ehrlich gesagt ich weiß es nicht, so ist er seit ein paar Tagen.
Nach dem Jamie weg war fing er an sich an mich zu klammern und er sagt immer nur
dasselbe. Er schläft keine Nacht durch und wird weinend wach, als wenn er etwas
wüsste und Angst davor hätte.“
„Dass weiß er vielleicht auch“, sagte Molly nachdenklich.
"Ich erinnere mich gerade an das letzte Mal, als er so war, damals war James verletzt
worden und Harry hatte es schon vorher gewusst. Was wenn er jetzt wieder eine
Sehung gehabt hätte, dass etwas passieren würde?“
„Das würde auch das, was Sev mir vor zwei Tagen gesagt hat, in ein anderes Licht
rücken“, sagte Lily.
„Sev, wie in Severus Snape?“
„Ja Severus hat uns vorgestern besucht und eine Warnung ausgesprochen, dass wir
uns verstecken sollen.“
Sie erzählte nun ausführlich, was sich zugetragen hatte und als sie geendet hatte, war
es eine Weile still.
„Du solltest unbedingt Dumbledore eine Eule schicken, um ihm alles zu berichten, er
wird wissen, was zu tun ist. Erzähle ihm auch von Harrys Veränderung, denn ich
denke, dass dies alles zusammenhängt.“
Als Lily nickte, brachte sie Pergament und Papier und legte es vor ihr auf den Tisch.
„Gib mir Harry solange“, sagte sie und nahm ihn ihr ab.
Schon kurze Zeit später schickten sie die Eule der Weasleys zu Dumbledore.
Der Nachmittag verging wie im Flug und draußen war es schon dunkel geworden als
Lily sich von Molly und deren Kindern verabschiedete.


***


Am späteren Abend wollte Dumbledore noch nach Godrics Hollow kommen, um sie
und die Kinder vorübergehend nach Hogwarts zu holen.
Er wollte nicht, dass sie noch eine Nacht länger allein im Haus bleiben würde.
Doch es würde später werden, da heute eine Lehrerkonferenz einberufen worden war.
So hatte sie die Jungs gebadet und mit ihnen zu Abend gegessen, nun lagen sie noch
in leichten Jogginganzügen in ihrem Bett, als Lily kurze Zeit später nach den beiden
sah, schliefen sie tief und fest. Wieder auf dem Weg nach unten erreichte ein
gewaltiger Knall ihre Ohren und sie blieb abrupt stehen und schaute auf den Schatten,
der sich ihr von der zerborstenen Eingangstür rasch näherte. Sie drehte sich sofort um
und rannte zurück nach oben.

Sie hatte die Tür zum Kinderzimmer schon fast ganz geöffnet, sah die Kleinen
erschrocken im Bettchen stehen, da traf sie auch schon ein: „Stupor“, mitten im
Rücken und sie fiel vornüber zu Boden.
Als auch schon eine kalte Stimme durch das Haus erklang: „Severus du schuldest mir
was.“
Voldemort trat auf das Bett der Jungen zu und Harrys Augen fixierten ihn und
schienen Blitze auf Voldemort abzuschießen, die ihn jedoch nicht wirklich trafen.
Er drängte seinen Bruder vom Gitter weg und dieser fiel um und saß nun direkt hinter
ihm und blieb still sitzen.

Ein böses Lachen erklang, als Voldemort dies sah und seinen Zauberstab hob und
seinen: “Avada Kedavra“, auf den kleinen Harry warf.
Denn ein schummriges Licht das von den Beiden kleinen nichtssagenden Medaillons
von ihm und seines Bruders, welche die Zwillinge von Sirius und dem Fremden
bekommen hatten und die sich im Bruchteil einer Sekunde wundersamerweise
verbunden hatten auf Lord Voldemort zurück prallte. Nur ein kleiner Splitter traf die
Stirn von Harry und ließ eine Blitzförmige Narbe zurück.
Ein schriller Schrei und ein schwarzer Nebel blieb von Voldemort übrig, welcher aus
dem total verstörten Haus entschwand. Zurück blieben zwei zitternde, weinende
Jungen, die unter einem Berg aus Schutt und Staub in ihrem Kinderbett lagen, nicht
verstehend was geschehen war und warum ihre Mummy nicht zu ihnen eilte, da sie
doch vor ihnen auf dem Boden lag.

Grünen stumpfe und glanzlose Augen die zu dem jungen Harry – James Potter,
der den Todesfluch überlebt hatte gehörten, waren starr in den Himmel
gerichtet.
Henry hatte sich am Gitter des Bettchens hochgezogen und streckte nun weinend
seine kleinen Ärmchen nach seiner Mummy aus und rief immer wieder
herzzerreißend: „Mummy aua mir, Daddy tomm hier“, doch keine Regung und keine
Bewegung kam von ihr.
Als der Staub sich ein wenig gelegt hatte, wurde langsam das ganze Ausmaß der
Zerstörung sichtbar. Die Rückliegende und seitliche Wand und das halbe Dach im
Kinderzimmer waren weggerissen und überall sah man Risse und Löcher im
Mauerwerk. Ein Teil der Trümmer lag im Garten und hatten alles platt gewalzt.
Die Zerstörung im Haus war wie nach einem Bombenangriff und zeugte von der
unglaublichen Zauberkraft dieses einzigen Todesfluches.
Harry hatte sich heiser geweint und die beiden Jungen drängten sich jetzt noch enger
aneinander, zitternd vor Kälte und Schock in ihrem Bettchen.
Nach einer Weile, Harry hatte den Kopf und Oberkörper halb auf seinem Bruder
liegen und aus einer tiefen Kopfwunde blutete er immer noch. Sein kleiner Körper
war mit Kratzspuren und Rissen übersät, die Jogger der Beiden hingen ihnen in
Fetzen vom Körper.
Henry hatte den einen Arm auf seinem kleinen Bruder liegen und die Finger der
anderen Hand im Mund.
Harry wimmerte sehr leise, lag nur da und hatte den Blick immer noch starr und leer
nach oben gerichtet.

*

Nur wenige Sekunden darauf erschien ein schwarzhaariger, junger Mann am Ort des
Geschehens.
Mit einem kurzen Blick erfasste er die Szenerie, die sich ihm bot.
Zuerst löschte er das Feuer, das sich wohl von einer defekten Gasleitung ausbreitete
und außerhalb des Hauses in die Höhe schlingerte.
Er ließ seinen Patronus erscheinen und schickte ihn los.
Er sah auf Harry, der sich am Pulli seines Bruders festhielt und am ganzen Körper
zitterte. Sein Gesicht war blau angelaufen und er zog nach Luft, die er scheinbar nicht
ausreichend bekam.
Schnell kam es zu ihm zog etwas aus seiner Tasche und tropfte es dem Kleinen in den
Mund. Harry röchelte noch ein paar mal dann beruhigte sich seine Atmung und
stumme Tränen liefen ihm an der Wange herunter.
Er zauberte den Jungs warme Kleidung an und sprach leise zu ihnen, als er sie genau
untersuchte.
Harrys Wunden versorgte er notdürftig, soweit er das auf die Schnelle konnte, und
wischte den Beiden mit seinem Umhangsärmel die Tränen und den Staub aus dem
Gesicht.
Dann sah er kurz nach Lily und erkannte, dass sie nur geschockt worden war und
noch lebte. Er schlug sie in eine Wolldecke ein, bevor er sich wieder zu den
Kleinkindern begab und mit ihnen sprach: „Es tut mir so leid ihr beiden, dass ich zu
spät gekommen bin.“
Er beugte sich über das Gitter und strich ihnen liebevoll über den Kopf, bevor er das
Gitter herunter ließ. Komm zu mir kleiner Harry – James Potter, ich werde dir nichts
tun“, sagte er mit einer warmen liebevollen Stimme.
Vorsichtig hob er ihn in seine Arme und strich ihm beruhigend über den Rücken.
„Ch ..., ch ..., keine Angst es ist alles gut, wir werden nun alle auf dich aufpassen.
Wenn es sein muss, werde ich mein Leben für deines geben, das verspreche ich dir.“
Keiner der Anwesenden bemerkte das aufbauschende kleine Licht über ihnen, als der
Fremde dies gesagt hatte.
„Aber nun ist bald alles wieder gut, du bist nicht allein kleiner Bruder, denn ich liebe
dich.“
Er umarmte die Beiden noch einmal und legte ihnen noch eine warme Decke über, als
er Harry zurück ins Bett gelegt hatte.
„Pass mir solange auf Harry auf, Henry – Michael Potter, er braucht dich jetzt.“
„Siri lieb, Mummy heia, Harry aua“, sagte Henry mit großen Augen.
Der Fremde schluchzte auf und seine Augen schimmerten feucht, als er mit zitternder
Stimme weiter sprach: „Ja mein Schatz, ich weiß, aber euer Daddy und mein ...", er
schluckte schwer und schloss kurz seine Augen. "Sirius…, werden gleich hier sein
und dann wird alles wieder gut. Versprochen ...“
Ein Leises Plopp im unteren Teil des Hauses ließ ihn aufsehen und er sah sich kurz
um.
Er schloss das Gitter und mit einem erneuten Plopp, war auch er wieder
verschwunden.

*

Als Albus Dumbledore in Godrics Hollow ankam, sah er schon von weitem die
Ausmaße der verheerenden Zerstörung. Ohne weiter zu gehen, ließ er Fawkes
erscheinen, orderte einen Heilertrupp und ein Aurorteam an, mit der Bitte James und
Sirius sofort zu benachrichtigen und hierher zu schicken.
Doch bevor er das Haus betreten konnte, trafen schon das Team und der Heilertrupp
ein.
„Wo kommt ihr so schnell her“, wollte er wissen, als er ihnen nach oben folgte.
„Ich habe doch Fawkes gerade eben erst zu euch geschickt.“
„Wir haben vor knapp fünf Minuten einen Patronus bekommen“, sagte der Auror
direkt vor ihm.
„Ach ja?“, fragte Dumbledore.
„Was war es denn Thomas, hast du ihn gesehen?“
„Ja ich war gerade da, als ein Pegasus - Patronus hereinkam und uns hierher befohlen
hat. Aber ich habe ihn noch nie gesehen und auch die Stimme war mir fremd“,
antwortete er wieder.
„Ich danke dir, Thomas“, sagte Albus nachdenklich.
Dann schritt er zügig und nachdenklich hinter ihnen auf das Haus zu.
Im Kinderzimmer angekommen schaute er sich um.
Die Heiler behandelten schon Lily und legten sie auf eine Trage, dann wurde sie
sofort ins Sankt Mungo gebracht.
Dumbledore trat langsam zu dem Bett der Zwillinge, die sich an die hintere
Gitterwand gedrückt hatten.
Harry schaute nur starr vor sich hin.
„Wir sollten sie in einen Heilschlaf legen, bevor wir sie behandeln, sonst wird der
Stress für sie noch größer“, sagte der Heiler, der zu Dumbledore getreten war.
„Nein Sammy, lass uns das machen“, sagte ein ziemlich blasser James. Als er mit
Sirius ins Zimmer kam und die Szene erfasst hatte.
Sein Gesicht war starr auf seine Söhne gerichtet und in seinen Augen glänzte es
verdächtig, als er die Beiden so verstört beieinander sah.
James bückte sich vor das Bett, ließ das Gitter herunter und strich ihnen beruhigend
über den Rücken.
„Harry, Henry kommt her zu mir, jetzt wird alles wieder gut“, sagte er leise.
Seine Stimme hörte sich heiser an.
Nur Sirius sah die Tränen im Gesicht seines Freundes, als er seine Arme um sie legte,
beide langsam zu sich zog und sein Gesicht zwischen den beiden verbarg.
Der Schock des kleinen Harry zeichnete sich in seinem kleinen geschundenen
Gesichtchen ab. Alles hatte dieser kurze Moment in ihm ausgelöscht.
Seine smaragdgrünen Augen hatten so viel schlimmes gesehen und den Glanz in
ihnen zum Verschwinden gebracht.
Nun liefen unaufhaltsam Tränen aus ihnen und dieser Blick, der nur noch Angst und
Schmerz ausstrahlte.
Doch kein Ton kam über die Lippen des kleinen Harry als James ihn vorsichtig in
eine innige Umarmung zog.
„Ch ..., ch ..., ganz ruhig Sunnyboy, alles ist gut mein kleiner, Daddy ist jetzt hier und
es kann euch nichts mehr geschehen.“
Er nahm den kleinen schwarzen Plüschhund aus dem Bettchen und legte ihn in
Harrys Arm.
Sirius hatte Henry zu sich genommen und ihm seinen Wolf in die Arme gelegt.
Henry hatte im Moment gerade ein Dejavu, als er sagte: „Siri lieb, Mummy heia,
Harry aua.“
„Ja kleiner Spatz, doch jetzt wird alles wieder gut, wir sind ja da und lassen euch
nicht mehr allein“, versprach Sirius.
Ohne sich noch einmal umzusehen, verließen sie die Ruine, ließen alles hinter sich
und stiegen in den wartenden Krankenwagen.
Dort wurden die beiden dann auf dem Weg ins Sankt Mungo untersucht, versorgt und
in einen traumlosen Schlaf gelegt.
Sie brachten sie zu der schlafenden Lily in ein geräumiges Zimmer.
Schnell war James an ihrem Bett und setzte sich neben sie, während die Heiler sich
um die Zwillinge kümmerten.
Er strich ihr eine Haarsträhne aus dem blassen Gesicht, das so unwirklich wirkte wie
aus Wachs gegossen.
„Sie ist so blass“, fing James schluchzend an, seine Stimme war zittrig und nur ein
Hauch.
„Wenn ich einen von euch verloren hätte, oder alle, ich kann doch nicht leben ohne
einen von euch Dreien. Ihr seit doch schon immer das Wichtigste in meinem Leben
gewesen, und ich war nicht da um euch zu beschützen.“
Er ließ seinen Kopf auf Lilys Bett fallen und hielt sie ganz fest.
„Es tut mir so leid, bitte verzeiht mir, dass ich nicht für euch da war“, sagte er immer
und immer wieder.
Sirius trat zu ihm und versuchte alles, um seinen Freund zu beruhigen.
Doch der hörte ihn gar nicht, denn der Schock seine Familie beinahe verloren zu
haben, ließ keinen anderen Gedanken zu.

Der Allgemein-Heiler der Lily versorgt hatte, bekam von dem Kinderarzt ein leichtes
Zeichen, das dieser gehen könne und er sich nun um James kümmern würde.
Kopf nickend ging er hinaus, wusste er doch, dass dieser mit der Familie Potter schon
lange befreundet war. Außerdem kannte er die ganze Familie und Freunde, die fast
alle Auroren waren und schon viele Krankenhausaufenthalte hier hatten.
Denn als Auror hatte man es nicht immer leicht ...

Frederik, der Heiler und langjährige Freund der Familie Potter, der die Jungen
versorgt hatte, trat heran und sprach James an.
Doch als dieser nicht reagierte, zog er ihn an der Schulter hoch und tropfte ihm einen
Heiltrank in den Mund.
Nun sah James ihn durch seine trüben Augen verwundert an.
„Tut mir Leid James, ging nicht anders, aber dir wird es gleich wieder besser gehen.
Lily und den Zwillingen geht es soweit gut. Sie brauchen nur viel Ruhe, dann werden
alle drei bald wieder auf den Beinen sein“, versicherte Frederik.
„Ich komme später noch einmal zu euch, um nach ihnen zu sehen.“
Er drückte kurz James Schulter, bevor er ihm zunickte, sich von beiden
verabschiedete und hinaus ging. James seufzte auf, küsste Lily auf die Wange, dann
ging er zu den Zwillingen und setzte sich zwischen die Bettchen der Kleinen.
Er hielt ihre Händchen und schwieg eine ganze Weile.
„Tatze ich versteh das Ganze einfach nicht. Wieso wurden gerade Lily und die Kinder
angegriffen?“, fragte James und fuhr sich durch die Haare.
„Das kann ich dir auch nicht sagen Krone, ich weiß ja nicht, wie diese kranken Hirne
ticken. Wir sollten später mal Albus fragen, vielleicht weiß er, ja was genaueres",
schlug Sirius vor.
Nach zähen Minuten ging endlich die Tür auf und Albus kam herein und setzte sich
zu ihnen.
„Albus weißt du, was geschehen ist und warum sie meine Familie angegriffen haben?
Ich verstehe das einfach nicht“, fiel James sofort über ihn her.
Sirius sah seinen besten Freund stirnrunzelnd und sehr besorgt von der Seite her an
und legte ihm beruhigend die Hand auf die Schulter.
„Krone, beruhige dich ein wenig! Es bringt dir nichts, wenn du nun die Nerven
verlierst. Deine Familie braucht dich jetzt mehr denn je“, redete er ihm leise zu.
James Blick schweifte traurig über die drei Betten, in denen nun die drei Menschen
lagen, die sein Leben waren und die er mehr als dasselbe liebte.
Also versuchte er sein Inneres wieder auf einen ruhigen Level zu bringen und nickte.
„James, bevor wir uns darüber unterhalten, hätte ich gerne von dir das Einverständnis
bei Harry Legilimentik anzuwenden, denn ich glaube er war das Ziel des Anschlages
und nur er hat die volle Erinnerung daran.
Ich verspreche dir, ihm wird nichts geschehen und du wirst danach alles erfahren, was
ich bis jetzt weiß.“
James blickte seinen früheren Mentor einen Moment lang an.
„Kann ich bei ihm bleiben?“, fragte er nun heiser und räusperte sich kurz.
„Natürlich kannst du das, es wird nichts Schlimmes mit ihm passieren, er wird es
nicht einmal merken.“
„Gut dann tue es.“
James nahm Harrys Hand in die Seine und hielt sie fest, immer wieder erschrak der
Kleine im Schlaf und drückte die Hand seines Vaters noch fester.
Sirius verabschiedete sich und flohte zu James Eltern, würde aber später wieder
kommen.
Nach kurzer Zeit erhob sich Dumbledore vom Bett und ging an den Tisch, holte eine
Schale aus dem Umhang hervor und tippte sie an.
Sofort wurde sie größer und sein Denkarium stand nun vor ihm, in das er einen
Erinnerungsfaden legte, den er sich aus seinen Gedanken gezogen hatte.
Er rief James zu sich und sie tauchten in das Becken ein.
Kurz darauf erzählte Albus ihm noch von Lilys Brief und der Prophezeiung.
Noch über eine Stunde saßen sie da und unterhielten sich über weitere
Vorsichtsmaßnahmen und Albus schlug eine Ordensversammlung vor, sobald es
ihnen wieder etwas besser ginge.
Dann verabschiedete sich Albus von James und flohte ins Ministerium, um dem
Minister Bericht zu erstatten.
Es wurden in der Nacht noch Wachen vor ihrem Zimmer abgestellt, die nun rund um
die Uhr dort blieben.

James verbreiterte sein Bett nahm sich Harry und Henry zog sie zu sich in seine
Arme, er würde sie nicht noch einmal alleine lassen. Denn er wusste, dass es nun für
seine Jüngsten eine schlimme Zeit werden würde. Er würde ihnen all seine Liebe und
Geborgenheit geben, die sie brauchen würden, um wieder ganz gesund zu werden ...
Es war mitten in der Nacht als Lily mit einem erstickten Schrei aus dem Schlaf
hochschrak und senkrecht im Bett saß.
Verwirrt sah sie sich um und wusste im ersten Moment nicht, wo sie war und was
geschehen war. Ihre Glieder schmerzten und sie hatte bohrende Kopfschmerzen.
Doch nach und nach kamen die Erinnerungen zurück und erschrocken schaute sie in
die beiden leeren Betten neben sich und dann in das Große indem James mit den
Zwillingen in den Armen schlief.

*

Was war nur geschehen in Godrics Hollow, nachdem Voldemort sie geschockt hatte
und was war mit Harry und Henry, die doch sicher ziemliche Verletzungen
davongetragen zu haben schienen. Wieso lebten sie noch? Ihr war bewusst das
Voldemort keine Gefangenen machte und auch normalerweise niemanden am Leben
ließ.
Die Angst dieses Abends überfiel sie und alles war wieder da.
Sie dachte nicht darüber nach, was sie tat, warf die Decke zurück und schwang sich
aus dem Bett. Sie wollte zu James und ihren Söhnen. Sie musste wissen, ob es ihnen
gut ging.

*

Wumm!
Eine Sekunde später fand sie sich neben ihrem Bett wieder.
Ihr Kreislauf war zusammengebrochen, ihre Beine trugen sie nicht und ihr Kopf
hämmerte noch schlimmer als je zuvor in ihrem Leben.
Sie fror plötzlich erbärmlich und klapperte mit den Zähnen und der Schock des
Erlebten brannte tief in ihrem Inneren. Sie schlug die Hände vors Gesicht und weinte
verzweifelt vor sich hin.
James erschrak und wurde aus dem Schlaf gerissen, kerzengerade saß er im Bett hatte
die Kleinen fest in seinen Armen und schaute sich um.
Sofort erfasste er die Situation, als er neben sich das leere Bett sah. Wusste, was ihn
geweckt hatte, denn dieses Weinen, das jetzt an seine Ohren drang und an jeder Faser
seines Herzens riss, erkannte er sofort.
Er schaute in das gegenüberliegende Bett, in dem nun Sirius saß und sich verschlafen
die Augen rieb, er war schon immer ein Morgenmuffel gewesen und brauchte immer
seine Zeit, um wach zu werden.
James stand auf ging hinüber zu ihm, löste vorsichtig die Händchen von seinem
Pullover und legte die schlafenden Jungen in Sirius Arme.
Er lächelte seinen besten Freund an. Das war schon immer so gewesen, denn die
beiden verstanden sich auch ohne Worte.
Sofort war er bei Lily, schlang seine Arme um sie und hob sie zurück ins Bett und
flüsterte ihr tröstende Worte zu.

„Liebes hast du dir etwas getan?“, fragte er besorgt. „Wie geht es dir?“
Er wickelte sie in ihre Decke ein, spürte den Schmerz und die Angst in ihr und legte
seine Arme noch fester um sie. Er strich ihr mit einer Hand sacht immer wieder über
den Rücken.
Doch sie brachte kein Wort heraus, sah ihn nur an, wobei ihr immer weiter die Tränen
am Gesicht herunterliefen. Klammerte sich an ihren Mann, der fest seine Arme um
sie schlang.
Nach einiger Zeit beruhigte sie sich ein wenig, ließ aber James nicht los und
klammerte sich noch fester an seine Taille.
Eng aneinander gekuschelt saßen sie nun zusammen und hielten sich aneinander fest.
Niemand konnte später sagen, wie viel Zeit wohl vergangen sein mochte, als ein
klägliches Wimmern den Raum erfüllte.
So hatte er seinen Jüngsten noch nie gehört, so verletzlich und angstvoll, dass es ihm
durch Mark und Bein ging.
Er sah seine weit aufgerissenen Augen, die angsterfüllt zur Decke sahen und nichts
wahrzunehmen schienen, was um ihn herum geschah ...
James nahm ihn Sirius aus den Armen und setzte sich zu Lily, die ihn in ihre Arme
nahm und vorsichtig hin und her wiegte.

Trotz allem wurden Lily, Henry und Harry drei Tage später entlassen, Lily und Henry
hatten sich recht gut erholt und für Harry konnte man hier nichts weiter tun.
Er musste seinen Schock langsam überwinden, denn egal was geschah er sprach nicht
mehr. Niemand wusste wie es weiter gehen würde und ob er irgendwann auch wieder
sprechen können würde.


***

Dieses Kapitel wurde am 09.01.2016 um 21:47 Uhr bearbeitet.


© Die Fanfiction darf nicht ohne Genehmigung des Autors kopiert werden.