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Harry Potter und die Saat des Bösen Saga 1

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Autor Balu2008
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Die Sehung Part 4 – In klirrend kalter Nacht auf dem Astronomieturm

Kapitel 68


Die Sehung
Part 4 – In klirrend kalter Nacht auf dem Astronomieturm


Es war angenehm dämmrig im Zimmer als Harry seine Augen aufschlug um sich
umzusehen. Himmel wo war er denn nun schon wieder gelandet und ..., ah natürlich
dies war der Krankenflügel doch wieso war er hier und wieso hatte er diese
fürchterlichen Kopfschmerzen und zu allem Übel fror er erbärmlich.
Was aber nicht am Krankenflügel lag denn diese Kälte kam aus seinem Inneren.
Vom Flur her hörte er gedämpfte Stimmen doch es war ihm egal wer dort draußen
herumgeisterte. Es scherte sich ja auch niemand um ihn, wieso sollte er sich dann
Gedanken über die Anderen machen.
So stieg er aus seinem Bett und ging barfuß zum Fenster um es zu öffnen und ein
wenig hinauszusehen.
Der Himmel über ihm erschien strahlend hell denn eine Unmenge glitzernder Sterne
leuchteten über ihm. Doch schon so lange hatte er seinen Blick für das Schöne in der
Nacht daran verloren. Ihren strahlenden Glanz und das lustige Funkeln das sie zur
Erde sandten nicht mehr wahrgenommen.
Denn er wusste ganz genau ein Stern war dazugekommen und würde nie wieder hier
auf der Erde bei ihnen verweilen. Sein Herz schien an diesem Tag in tausend Teile
zersprungen zu sein ...
Seit dem Tag an dem ihre kleine Schwester diese Welt für immer verlassen hatte.
Der Mensch der ihm nach Henry immer am meisten bedeutet hatte schien mit ihr
gegangen zu sein. Er wusste nicht mehr wie viele Wochen er versucht hatte mit
seinem Vater zu reden, doch wenn er ihn ansah und die tiefe Trauer in dessen Augen
sah konnte er es einfach nicht.
Harry ergab sich in sein neues einsames Leben ohne seine Schwester und er wurde
still und verkroch sich in seinem eigenen inneren Schmerz.
Mit seiner Mutter konnte er erst recht nicht über seine Probleme reden denn das hatte
er eigentlich nie. Er liebte sie ja und er fühlte wie traurig auch sie war und wie sehr
sie unter dem Verlust litt.
Irgendwann hatte Harry, James kaum noch zu sehen bekommen doch gerade seinen
Dad hätte er so sehr gebraucht.
Wie weh das tat ganz alleine zu trauern.
Harrys Einsamkeit nach diesem doppelten Verlust machte das Ganze noch um einiges
schlimmer.
Der einzige Mensch in dieser Zeit, dem er ab und zu sein Herz ausschüttete war
Henry. Sein Bruder war immer für ihn da gewesen aber den Schmerz in seinem
Inneren konnten auch er ihm nicht nehmen.
Denn der welcher es gekonnt hätte schien seine Familie und Kinder aufgegeben zu
haben.
Manchmal, wenn sein Leiden unerträglich wurde ging er zum Friedhof nach Godrics
Hollow und setzte sich stundenlang an ihr Grab um sich alles von der Seele zu reden.
Nicht, dass es ihm danach sehr viel besser gegangen wäre denn die Innere Leere war
immer noch in ihm gewesen aber es gab ihm das kleine Gefühl wenigstens dort seiner
geliebten Schwester näher zu sein.
Sobald er aber wieder nach Hause kam holte ihn ganz schnell die Realität wieder
ein ...

*

So stand er jetzt einfach nur am Fenster und starrte den riesigen Sternenhimmel an.
Er fror immer noch erbärmlich, doch warum lief ihm dann der Schweiß von der Stirn.
Sein Kopf hämmerte so sehr das ihm schon ganz übel war.
Doch obwohl ihm seine Vernunft sagte dass es das Vernünftigste gewesen wäre sich
wieder hinzulegen tat er es nicht.
Er hörte nicht, dass die Stimmen im Flur lauter geworden waren und fühlte nur eine
unglaublich Leere in sich.
Mit einem einzigen Gedanken seines Willens rief er seinen Besen zu sich, stellte sich
auf die Fensterbank und bestieg ihn.
Ohne auch nur einen einzigen vernünftigen Gedanken zu finden, warum er so etwas
Unvernünftiges tat flog er hinaus in die Eiskalte Nacht.
Er hatte Schwierigkeiten das Gleichgewicht zu halten, doch sein Glück hielt ihm
dieses Mal die Treue.
Eine Weile später landete er unbeschadet auf dem Laufgitter des Daches vom
Astronomieturm.
Der Schnee wirbelte unnachgiebig über die Ländereien, hier oben schien es noch
Eisiger und Kälter zu sein, der Wind wehte ihm unbarmherzig so scharf um den
Körper das es sich anfühlen musste als würden Tausend Nadeln in seinen
geschundenen Körper eindringen. Doch den Inneren Schmerz in seinem Herzen
schien er nicht schmälern zu können.
Die Häuser weit unter ihm und auf Hagrids Hütte und den Dächern von Hogsmeade
sah aus wie mit riesiger Zuckerwatte überzogen, der alles in ihr süßes Werk getaucht
hatte. Doch für all das hatte Harry keinen zweiten Blick übrig, mit seinen trüben
Gedanken die ihm das Herz bleischwer machten.
„Nathalie kleine Schwester, warum musstest du sterben?
Daddy warum hast du mich verlassen?
Ich liebe euch doch Beide!
Was habe ich denn nur Schlimmes getan, das mein Schicksal mir so übel mitspielen
musste?
Sagt mir doch endlich, warum ich es sein muss der so sehr bestraft werden muss.
Was habe ich getan ... -?“, hörte man seine Stimme über die Ländereien hallen bevor
sie abrupt brach.
Harry brach zitternd zusammen, sein ganzer Körper bebte und alles fiel ihm schwer.
Seine Gelenke schienen aus Blei zu sein und sein Kopf ähnelte eher einem
schmerzhaften Klumpen.
Er war am Ende seiner Kräfte und konnte nicht mehr, doch noch immer sollte er
keine Ruhe finden. Denn die bedingungslose Liebe für seine Lieben die er besaß
ließen ihn keine Ruhe finden.


***


°°°


Eine Erinnerung aus seiner frühsten Kindheit liefen an seinem Inneren Auge vorbei
und er hörte sich sagen: „Daddy flieg mi bide.“
Er sah wie sein Vater ihn strahlend hochnahm und an sich drückte.
Seine Augen fingen an zu brennen und dicke Tränen liefen ihm an den Wangen
hinunter, die sich sofort in Eiskristalle verwandelten.
Seine verschwitzten Haare standen ihm angefroren vom Kopf ab.
Doch die Bilder seiner Vergangenheit ließen ihn nicht in Ruhe.
Er wollte dass es aufhörte, wollte einfach nicht daran erinnert werden was er verloren
hatte. Er konnte es nicht mehr ertragen dieser Schmerz in seiner tiefsten Seele und in
seinem Herzen sollte einfach nur aufhören.


°°°


***


Er konnte nicht sagen ob er wach war oder schlief, er hatte nur noch einen Gedanken
in seinem Kopf. Es würde so einfach sein, es wäre vorbei und alles hätte ein Ende.
Nur ein kleiner Schritt und nie mehr würde er diesen Schmerz fühlen müssen.
Nie mehr würde er diese Einsamkeit und Leere in sich tragen müssen, denn es würde
schnell vorbei sein und er könnte endlich wieder mit Nathalie zusammen sein.
Tief über das Geländer gebeugt stand er da ...
Ein grelles weißes Licht erhellte alles in und um ihn.
Es war wärmer als die Sonne und erfüllte sein Inneres mit einer unglaublichen Liebe
und Wärme die seiner gleich war.


***


„Großer Bruder ich liebe dich ..., doch du darfst mir nicht folgen.
Daddy würde das nicht überstehen ich hatte keine andere Wahl und konnte nicht bei
euch bleiben aber auf dir Harry liegt die Hoffnung von so vielen.“
„Ich will nicht mehr hierbleiben Lie, bitte verlange das nicht von mir, nimm mich
mit. Was soll ich denn hier ganz allein, ich habe doch alles verloren.
Daddy hat mich allein gelassen und ich kann es einfach nicht mehr ertragen.
Er hat mir damit so weh getan und der Schmerz will einfach nicht mehr vergehen.“
„Nein Harry hör mir bitte einmal kurz zu, er hat dich nicht verlassen das kann er
nicht. Denn du bist das Liebste und Wichtigste in seinem Leben, aber sein Schmerz
hat ihn blind gemacht und sein Verlust hat ihn taub werden lassen.
Trotz allem liebt er dich mehr als sein Leben.
Nur du kannst ihm jetzt helfen und ihn zurückholen ins wirkliche Leben.“
„Das kann ich nicht, ich kann mir ja nicht einmal mehr selbst helfen.
Ich bin eine Schande für unsere Familie.“
„Doch du kannst es Harry, du musst nur wieder zu dir selbst finden.
Nein du bist keine Schande für uns, denn wir alle sind sehr stolz auf dich.
Du hast eine besondere Gabe die du tief in dir trägst.
Du kannst Menschen heilen und mit deiner Liebe ihnen die Hoffnung in die Herzen
zurückbringen.
Gib nicht auf und finde dein Selbst wieder.“
„Ich weiß nicht ob ich den Erwartungen entsprechen kann die alle in mich setzten?“
„Das wirst du und hast es schon so oft bewiesen.“
„Ich fühle mich so furchtbar allein.“
„Du wirst niemals allein sein großer Bruder denn du hast eine liebende Familie und
viele Freunde an deiner Seite. Du wirst durch deine Liebe und deine selbstlosen Taten
viele dazu bewegen ihre Sichtweise zu verändern.
Wenn aus Feinden Freunde werden und wenn Zauberer und Muggel sich gegenseitig
helfen werden, werden sie das Licht am Horizont wieder erkennen.
Dann werden auch Zauberer und Muggel zusammenfinden und zusammen gegen das
Böse kämpfen. Viele werden fest zu dir stehen und dir folgen.
Denn nur du wirst alles zum Guten wenden ...“
„Warum konnte ich dich dann nicht retten ..., wieso musstest du sterben?
Wenn ich doch auch andere retten werde?“, fragte Harry unglücklich.
„Weil man nicht alle retten kann, das kann niemand.
Es wird immer viele Tränen und viele Opfer geben, aber alle wissen wofür sie
kämpfen werden.
Niemand wird uns sagen können, warum unser Schicksal so ist wie es ist.
Doch eins weiß ich ganz sicher in uns fließt das Blut so vieler großer Helden ...
Doch bitte ich dich nun um diesen einen Gefallen.
Ihr müsst mich loslassen und dürft nicht länger in diese tiefe Trauer verfallen.
Ich liebe euch und wir werden immer eins sein auch wenn ich von euch gehen
musste.
Es macht mich traurig wenn ich weiß wie ihr leidet.
Ihr solltet nun in der Welt der Lebenden leben und wenn ihr an mich denkt solltet ihr
an die schönen Zeiten mit mir denken.
Denn da wo ich jetzt bin, ist Frieden, doch wenn ihr weiter um mich trauert werde
auch ich niemals meinen inneren Frieden hier finden.
Zeige du es ihnen Harry ich kann es nicht mehr. Lass es sie sehen und sage ihnen sie
sollen endlich wieder Leben.
Versprich mir auch, dass du Daddy verzeihst, er kann nichts dafür.
Er macht sich unglaubliche Vorwürfe und er ist krank vor Sorge um dich.
Sprich mit ihm er liebt dich doch so sehr.
Nie würde er etwas tun, um dir wissentlich zu schaden, auch wenn es manchmal so
scheint, als hätten sie uns verlassen werden wir immer in ihren Herzen sein.
Geboren aus einem Blut und einer Liebe, werden wir, egal was passiert, immer eins
sein mit ihnen ...“
„In Ordnung ich werde es versuchen, aber es ist so schwer für mich ohne dich
weiterzuleben du fehlst uns sosehr. Bitte geh noch nicht Nathalie ich fühle mich so
allein ohne dich.“
„Harry ich weiß ..., doch es wird die Zeit kommen für dich sehr bald schon.
Auch du wirst das finden was dir so sehr fehlt.
Denn eins ist sicher ich bin es nicht, finde deine innere Ruhe und fange an anderen zu
vertrauen ...
Nun muss ich Abschied nehmen denn ich bin schon viel zu lange hier geblieben.
Denke daran du wirst niemals allein sein.
Dies ist nicht mehr meine Welt, lebe wohl Harry ich weiß wir werden uns
wiedersehen.“
„Ich verspreche es dir Nathalie und ich werde daran denken, lebe wohl ich liebe
dich.“
„Ich liebe dich auch großer Bruder weit über die Grenzen der Zeit.“
Er spürte noch einmal ihre Hand an seiner Wange und fühlte ihre Wärme in sich
bevor das helle Licht erlosch.
Er mit dem Gesicht auf seinen Armen haltlos weinend und zitternd am Boden liegend
zurückblieb ...


© Die Fanfiction darf nicht ohne Genehmigung des Autors kopiert werden.