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Challenge: Buchzitate

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Autor severinalupin
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Bewertung
5

Zitat 52

Autor: severina / severinalupin
Beta: Ellie Thomas
Altersfreigabe: 16 Jahre
Pairing: keines / Charaktere: Severus Snape, Tobias Snape
Kategorie: Drama
Inhalt: Severus‘ Vater Tobias Snape findet es ist an der Zeit, dass sein Sohn endlich ein Mann wird …
Disclaimer: Alle Charaktere und das HP-Universum an sich gehören JK Rowling – aber diese FF gehört mir! Ich verdiene kein Geld mit meinen Geschichten hier.
Warnung: Sexuelle Handlungen werden andeutungsweise beschrieben



52. „Man weiß eben nie, woran man bei einem Menschen ist, nicht wahr?“ Cupido von Jilliane Hoffman


Zwei Männer gingen die Straße entlang zu einem versifften Pub. Nun ja, eigentlich waren es ein Mann und ein Kind. Also besser gesagt ein Jugendlicher – gerade Mal 16 Jahre – aber er wirkte höchstens 13 Jahre alt. Der Ähnlichkeit nach Vater und Sohn. Wobei diese jetzt nicht erschlagend war, denn der Ältere war ein Kasten von einem Mann, muskulös und grobschlächtig, dagegen war der Jüngere ein schmächtiges, schlankes Bürschlein. Aber beide hatten schulterlange, schwarze Haare, stechende, schwarze Augen, schmale Lippen und eine große Nase – die auch bei beiden schon einmal gebrochen schien. Beim Älteren sogar mehrmals. Auch hatten sie, trotz der recht unterschiedlichen Statur, den gleichen Gang.

Severus Snape war etwas durcheinander, weil sein Vater, Tobias Snape, ihn auf seine Sauftour mitnahm – denn für gewöhnlich tat er das nicht. Im Normalfall ignorierte der Muggel ihn größtenteils, wenn er in den Ferien Zuhause war oder er verprügelte ihn, aus alter Gewohnheit – wobei das nicht mehr allzu oft der Fall war. Als Kind fühlte Severus sich oft als Sandsack seines Vaters, aber seit er nach Hogwarts ging und nur im Sommer in Spinners End lebte, schlug sein Erzeuger ihn immer seltener.

Im verrauchten Lokal angekommen, steuerte der Erwachsene den Stammtisch an, pferchte seinen, etwas fehl am Platz wirkenden, Sohn zwischen einem schon da sitzenden, rothaarigen Irren und sich selbst, grüßte grob in die Männerrunde und bestellte mit zwei erhobenen Fingern, etwas zu trinken für seinen Sohn und sich. Der Barmann verstand sofort, füllte zwei große Biere ab und schickte den Kellner zum Tisch. Kaum hatten die Neuankömmlinge ihre Getränke, als auch schon alle ihre Gläser erhoben und anstießen.

Tobias sagte: „Na gut mein Sohn, es wird Zeit, dass du ein Mann wirst!“

Severus der nicht wusste, wie ihm geschah und auch schon dabei war, seinen ersten Schluck Bier in Gegenwart seines Vaters zu trinken, spuckte diesen in einer Fontäne wieder aus – und wurde, wie schon so oft in seinem jungen Leben, von den Anwesenden ausgelacht. Was genau meinte sein Erzeuger mit dieser komischen Aussage, fragte sich der Junge gedanklich, während er sich mit dem Ärmel seinen Mund abwischte und bekam es mit der Angst zu tun – denn er fürchtete es würde ihm nicht gefallen, was jetzt kommen wird …

Lautstarke Kommentare, der am Stammtisch Sitzenden, holten ihn aus seiner Grübelei. „Das wird dir taugen, Kleiner!“, lachte der Weißbärtige, der ihm genau gegenüber saß, in sein Bier.
„Musst halt echt deinen Mann stehen!“
„Hahaha...“
„Zwei Stunden mindestens! Damit die Schlampe auch was davon hat … Hahaha …“, haute der Rothaarige neben ihm auf den Tisch.
„Nur zwei Stunden steht deiner?“, fragte sein Vater überheblich, „Ich beglücke jede mindestens drei Stunden!“
„Mindestens! Sonst ist man ja auch kein Mann!“, behauptete jetzt auch der Glatzkopf, der auf der anderen Seite neben seinem Vater saß.
Nachdem Tobias sein restliches Bier mit einem kräftigen Schluck hinter die Binde gekippt hatte, schlug er das leere Glas geräuschvoll auf den Tisch und schaute streng auf seinen Sohn herab: „Blamier’ mich bloß nicht!“

Severus starrte seinen Vorfahren mit großen Augen entsetzt an. Doch bei den nächsten Worten breitete sich echte Verzweiflung in ihm aus. „Titi, komm her! Hier ist der Glückliche!“, rief der Vater und winkte eine Frau, die an der Bar stand, zu sich. Eine Frau die eindeutig vom Gewerbe war. Sie hatte ihre besten Jahre schon hinter sich, war stark geschminkt und kaum bekleidet. Sie kam heran und lachte dreckig, als ihr einer nach dem anderen am Tisch auf den fast nackten Hintern klatschte.

Der Jüngste am Tisch fühlte sich wie gelähmt und rührte sich nicht. „Na, Süßer?“, hauchte sie ihm verführerisch zu, packte ihm am Kragen und zog ihn mit sich. „Dann lass uns mal einen Mann aus dir machen!“

Alle anderen lachten und grölten und riefen Sachen wie: „Besorg‘s ihr!“ „Leg sie flach!“ „Steh deinen Mann!“

Am Ende rief Tobias: „Ich zahle für’ne Stunde, mein Zuckerschnäuzchen, also wenn er fertig ist, komme ich auch noch dran, hahahaha …“ Sein dreckiges Lachen begleitete die Nutte und seinen Sohn auf ihrem Weg zu der unscheinbaren Tür am Ende des Raumes.

Absolute Panik machte sich in dem Jungen breit, während er handlungsunfähig hinter der Prostituierten herstolperte, die ihn immer noch nicht losgelassen hatte, da sie wusste, dass er ihr sonst nicht folgen würde. Es war nicht die erste männliche Jungfrau, die von Erwachsenen zu ihr gebracht wurde, mit dem Auftrag, einen Mann aus ihm zu machen. Väter und deren Freunde saßen zusammen und unterhielten sich lautstark über ihre angebliche Männlichkeit, während die bibbernden Bubies auf ihrem Bett lagen und meistens schon Abspritzten sobald sie ihren Busen sahen.

Also leicht verdientes Geld und deshalb gefiel ihr diese Arbeit. Keiner, wo sie ewig herum tun musste, damit sich überhaupt was tat – wie bei den alten Besoffenen – keinem, dem sie was vorspielen musste und vor allem keiner, der ihr Schmerzen zufügte, weil es ihn erregte.

„Setzt dich, Süßer“, säuselte sie, während sie ihn in dem schäbigen Hinterzimmer aufs Bett stieß. Der Schwarzhaarige schluckte schwer. Mittlerweile hatte er die komplette Information in seinem Kopf zusammengesetzt und wusste was ihm bevorstand – beziehungsweise er wusste es eben nicht, aber konnte sich schon so einiges Vorstellen. Und was er sich da gerade so vorstellte, dass gefiel ihm überhaupt nicht.

„Warum tat sein Vater ihm das an?“, fragte er sich innerlich. Doch als er weiter überlegte, dachte er: „Die Jungs im Park haben auch mal von solchen Sachen geredet. Dass ihre Väter sie zu Huren mitgenommen haben, um sie zu Männern zu machen. Hieß das jetzt, dass er seinem Vater doch irgendwie wichtig war, wenn er das hier mit ihm veranstaltete?“

„Entspann dich, Kleiner“, hauchte die übertrieben Geschminkte und schickte ihm mit ihrem leuchtend, roten Mund einen Kuss, „und vergiss den Schwachsinn, von wegen, dass das hier Stunden dauern wird!“ Severus hatte zwar noch keine Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht gemacht, aber natürlich hatte er sich schon hin und wieder einen runtergeholt – und das hatte nicht nur keine Stunden, sondern nicht einmal Minuten gedauert … er hatte zwar nie auf die Uhr geschaut, aber trotzdem schätzte er, dass es sich um Sekunden handelte …

„Von wegen drei Stunden“, lachte sie lauthals, „wenn diese männlichen Männer da draußen es drei Minuten durchstehen, ist das viel!“ Langsam schnürte sie ihr Korsett auf.

„Ob sie das jetzt nur sagte, um ihn zu beruhigen, oder ob das stimmte?“, fragte er sich noch gedanklich, als sein Blick auf ihre Handlung fiel und jeder Gedanke sich verabschiedete. Wieder musste er Schlucken – aber es war schmerzvoll, denn sein Mund war vollkommen ausgetrocknet und seine Kehle glich einer Sahara. Sein Atem stockte, während er die Frau beobachtete, wie sie sich aus diesem enganliegenden, mit hundert Schnüren versehenen, Kleidungsstück schälte. Als er ihre vollen Brüste erblickte, riss er seine Augen noch weiter auf: „Scheiße, scheiße, scheiße … so sollte es nicht sein, nein!“ Er träumte davon mit Lily sein erstes Mal zu verbringen. Er liebte sie, dass wusste er mittlerweile. Er hatte lange gebraucht, um sich das einzugestehen, aber jetzt, wo er es wusste, war diese Situation hier noch viel Abscheulicher für ihn, denn er fühlte eindeutig, dass er das Mädchen, das er liebte, hier gerade betrog. Noch dazu nicht, weil er sich jetzt in eine andere verguckt hätte oder weil eine absolute Schönheit ihn verführt hatte – nein, eine alte Frau, die von seinem Vater Geld dafür bekam, wollte ihn hier entjungfern. Aber diese Brüste vor seiner Nase, ließen ihn alles vergessen – obwohl sie jetzt nicht einmal knackig oder schön waren. Sie hingen groß herab, aber das war seinem Körper egal.

„Ich habe eine Freundin“, wollte er der Frau, die ihren Körper verkaufte, entgegenschreien, aber er brachte keinen Ton raus – außer einem langgezogenen Stöhnen, als die Frau vor ihm mit ihren Händen ihren eigenen Körper entlangwanderte und ihre Brüste zu kneten begann. Längst war alles Blut aus seinem Hirn gewichen und sammelte sich in seinen Lenden. Er konnte seine eigentlichen Gedanken, dass das hier, Lily gegenüber, nicht richtig war, nicht mehr greifen.

Die Liebesdienerin trat näher und fragte noch: „Hast du schon ein bisschen Erfahrung oder echt gar keine?“
Automatisch löste er seinen Blick von ihren Brüsten und schaute ihr ins Gesicht – in ihr verlebtes Gesicht, das jetzt, wo es so nahe vor ihm war, noch viel abstoßender auf ihn wirkte. Sie war älter als seine Eltern.
Sie deutete seinen verzweifelten Blick, als Bestätigung, noch null Erfahrungen zu haben und stieß ihn mit ihrem rechten Fuß, an dem sie noch die roten Lacklederstiefel trug, an der Schulter nach hinten, sodass er quer auf dem Bett zu liegen kam. Bevor er sich wieder aufsetzen konnte, um dem hier doch noch ein Ende zu bereiten, setzte sie sich rittlings auf ihn und begann sich gekonnt zu bewegen, um ihn zu stimulieren.

Er sträubte sich dagegen, dass seine Erregung, Aufgrund ihrer Aktivitäten, tatsächlich weiter anwuchs. Er fand sich selbst erbärmlich. Wie konnte er bloß auf diese Frau, die schon jeder hatte und die ihn optisch nicht einmal ansprach, reagieren, wenn er doch Lily liebte. Die letzten Worte seines Vaters klingelten in seinen Ohren. „Wahrscheinlich ist er häufiger bei ihr …“, sagte sich der Junge in Gedanken, „ich schlafe gleich mit einer Schlampe, die auch mit meinem Vater schläft und locker meine Mutter, was sage ich, fast meine Großmutter sein könnte. Das ist doch wohl vollkommen krank! Mein erstes Mal sollte aus Liebe mit meiner Lily sein und nicht hier und so!“

Ein lautes, tiefes Keuchen entrang sich seiner Kehle, als sie geschickt zwischen ihre beiden Körper in seine Hose fasste und das erste Mal in seinem Leben – seit dem er kein Baby mehr war und seine Mutter ihn wickelte – eine Frau Hand an seine Männlichkeit legte. „Na, du machst dich ganz gut, Kleiner. Vielleicht schaffst du es sogar noch zum Schuss zu kommen und erst in mir abzugehen“, lachte die Prostituierte. Es war kein schönes Lachen, auch kein nervöses Lachen, wie es wahrscheinlich seine Lily ausgestoßen hätte, wenn sie die Erste gewesen wäre und er ihr Erster – nein, es war ein hässliches Auslachen. Dieses schreckliche Geräusch, das er so gut kannte …

Er konnte sich später nicht mehr wirklich erinnern, was genau alles passiert war und er war froh darüber, denn er wollte es nur noch vergessen. Die Frau, die ihm seine Unschuld geraubt hatte, lag neben ihm im Bett und rauchte. „Jetzt schau nicht so traurig, Süßer, du hast dich gar nicht so schlecht angestellt, auch wenn alles recht schnell ging – das war nicht anders zu erwarten und du wirst sehen, wenn wir jetzt noch zehn oder besser zwanzig Minuten hier liegen bleiben, dann wirst du als Held gefeiert werden, wenn wir dann raus gehen“, zwinkerte sie ihm zu, während sie ihm den stinkenden Rauch der Zigarette ins Gesicht blies, „und ich muss deinen Vater nicht ran lassen.“

„Ist er oft bei Ihnen, Ma’m?“, fragte der zum Mann gemachte Jugendliche leise.

„Tobias? Nein, eigentlich nicht. Der ist meistens viel zu besoffen, als das er Lust darauf hat“, antwortete sie ihm ehrlich, während sie langsam begann ihr Korsett zuzuschnüren. Automatisch fiel sein Blick wieder auf ihre Brüste bei dieser Tätigkeit. „Oder willst du noch mal? Dein Alter hat immerhin für eine Stunde bezahlt. Also ...“, erkundigte sie sich geschäftig.

„Nein, nein“, stammelte der Slytherin eingeschüchtert und blickte beschämt an die Decke, nur, um nicht weiter auf ihren Körper zu starren, der ihm nicht einmal gefiel und der ihn trotzdem erregte. „Sind alle Männer so?“

„Wie?“, wollte sie wissen, als sie sich die nächste Kippe anzündete.

„Na, dass sie auf den weiblichen Körper so reagieren, dass sie ihn wollen, obwohl ihr verstand nicht wirklich will?“, sprudelte es aus ihm heraus, ohne dass es ihm wirklich bewusst war, was er da genau sagte.

Die ältere Frau, welche immer noch rauchend neben ihm in dem Bett lag, indem er seinen ersten Sex gehabt hatte, blickte ihn interessiert an und schlussfolgerte dann: „Du hast’ne Freundin, was?“ Sie deutete seinen verlegenen Blick auf seine ineinander verschränkten Hände als ein „Ja“, auch wenn dies eigentlich noch nicht 100 Prozent stimmte, da er Lily seine Gefühle noch nicht gestanden hatte und sie daher noch nicht zusammen waren. Im Moment konnte er sich auch nicht vorstellen, je mit ihr zusammen zu kommen, denn er fühlte sich irgendwie schmutzig, durch das, was er hier getan hatte und er empfand es eindeutig als einen Betrug an seiner großen Liebe, hier mit einer anderen Frau Sex gehabt zu haben.

„Du darfst das hier nicht zu eng sehen, Kleiner“, meinte Titi beiläufig, „du hast deine kleine Freundin hiermit nicht betrogen oder so. Sieh es als gute Erfahrung, damit du es beim ersten Mal mit ihr, gut für sie machst. So ist der Druck weg für dich und sie muss es ja nie erfahren, wenn du nicht willst.“ Nach einem Zug an ihrer Zigarette, fügte sie noch an: „Und wenn dein Vater kein Arsch ist und es ihr nicht brühwarm erzählt.“

„Er kennt sie nicht und wird sie auch niemals kennenlernen!“, stieß der Minderjährige emotional aus, während auch er sich wieder ganz anzog. Er musste dazu auch nicht aufstehen vom Bett, da er nichts richtig ausgezogen hatte, sondern sein Hemd und seine Hose nur aufgeknöpft und leicht runtergezogen waren. So ging es relativ schnell und er lehnte sich anschließend an den Kopfteil des Bettes.

„Na komm schon, sei nicht unfair“, meinte sie darauf beruhigend, „dein Vater hat immerhin gut gezahlt dafür, dass du deinen Spaß hier hattest.“

„Noch so was, was ich absolut nicht verstehe“, schüttelte der Slytherin verständnislos einen Kopf, „warum hat er das getan?“

„Na weil du sein Sohn bist und er sicher gehen wollte, dass du ein Mann wirst“, lachte sie dreckig.

„Ja, aber im Normalfall beachtet er mich nicht oder verprügelt mich – dass ist die einzige Aufmerksamkeit, die ich von ihm bekomme und das hier war jetzt absolut … seltsam … anders … einzigartig … nicht normal …“

„Man weiß eben nie, woran man bei einem Menschen ist, nicht wahr?“, philosophierte die Dirne. Mit diesen weisen Worten stand sie auf, trat zum schmutzigen Fenster, holte ihren roten Lippenstift aus ihrem Täschchen und schminkte sich, in der Spiegelung des Glases, nach.

Selten hatten Worte so gut gepasst, denn im Grunde war der Schwarzhaarige immer überzeugt, ganz genau zu wissen, woran er war bei seinem Vater, aber dieser hatte ihn mit dieser Aktion mehr als nur überrascht.

Er beobachtete sie und hoffte inständig, dass er sie nie in seinem Leben würde wieder sehen müssen.

Wie konnte er nur so tief sinken?

Als sie dann gemeinsam aus dem Zimmer kamen und auf den Stammtisch zugingen, verstand er selbst nicht, warum er plötzlich regelrecht anwuchs und aufrechten Schrittes stolz an den Tisch trat. Wahrscheinlich waren es die Jubelrufe der Freunde seines Vaters, die das bewirkten und als Titi ihre Hand auf Tobias Schulter legte, um anrüchig in sein Ohr zu flüstern – laut genug, damit es jeder verstand: „Die zehn Minuten über der Stunde schenke ich dir. Der Junge war die absolute Wucht! Muss er von dir haben.“ Ein Schmatzer auf die Wange, während er ihr das Geld in ihr Dekolleté steckte und alle am Tisch grölten, um den jungen Snape zu beglückwünschen für seine Leistung.

Stolz, aufgrund der unverhohlenen Anerkennung der Anwesenden, setzte sich der Junge, der jetzt offiziell ein Mann war, an den Stammtisch und es wurde ihm sofort ein volles Glas Bier vor die Nase gestellt. „So mein Sohn, jetzt bist du ein echter Mann!“

Obwohl er sich gleichzeitig auch furchtbar dreckig fühlte und überzeugt war, dass diese ganze Geschichte absolut falsch war, konnte er es nicht verhindern, sich in der Anerkennung seines Vaters und dessen Freunde zu suhlen. So lange hatte er als Kind gehofft, von ihm wohlwollend angeschaut zu werden und jetzt endlich, nach so einer ekelhaften Aktion, schaute sein Erzeuger mit Stolz auf ihn. Das was er da in den Augen von Tobias Snape sah, erzeugte so ein erhabenes Gefühl in ihm, dass ihm der Gedanke, dass er seiner Mutter nie wieder in die Augen würde schauen können, im Augenblick, absolut egal war. Abgesehen davon, dass er selbst alles, außer stolz war, auf diese Handlung und sich selbst im Spiegel wahrscheinlich nicht mehr in die Augen würde sehen können. Severus konnte absolut nicht verstehen, wie man sich über dieselbe Situation einerseits schrecklich und anderseits herrlich fühlen konnte?!

Er war wohl wirklich krank im Hirn – so wie die Gryffindors auf der Schule immer rumposaunten.

Lily hatte eindeutig etwas Besseres verdient als ihn. Er musste sich von ihr fernhalten. Denn er hatte sich heute schmutzig gemacht und diesen Schmutz würde er nie wieder loswerden. Und er wollte auf jeden Fall verhindern, dass sie sich an ihm schmutzig machte. Auch wenn er momentan den Preis für angemessen hielt, um endlich mal von seinem Vater akzeptiert zu werden, war er sich gleichzeitig nicht sicher, wie er ohne seine beste Freundin, die noch dazu seine große Liebe war, würde existieren können …

Als er zwei Wochen später, auf Hogwarts, von den Rumtreibern gehänselt wurde und James ihn mit einem Zauber verkehrt herum in der Luft schweben ließ – worüber alle Anwesenden mehr als herzhaft lachten – kam seine Chance, die Liebe seines Lebens von sich zu stoßen, damit sie sich nicht an ihm beschmutzte. Mittlerweile, da er nicht mehr in der Nähe seines Vaters war, fühlte er nur noch den Schmutz und kein bisschen Stolz mehr über seine Tat. Er und was er getan hatte war einfach abartig. Lily kam hinzu, um ihn zu verteidigen. Sirius lästerte, dass er so was von erbärmlich war, weil ein Mädchen ihn retten kommen musste. Und er schimpfte sie „Schlammblut“, um sie von sich zu stoßen.

Es gelang ihm besser als gewollt – denn er trieb sie in die Arme seines Erzfeindes. Severus hasste sich abgrundtief für den Verlauf seines erbärmlichen Lebens. Alles lief falsch – so was von verdammt falsch und er schaffte es einfach nicht, es auf die Reihe zu bekommen.


Fin


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