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Challenge: Buchzitate

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Autor severinalupin
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Bewertung
5

Zitat 6

Autor: severinalupin
Beta: Ellie Thomas
Altersfreigabe: Keine Altersbeschränkung
Pairing: Keines
Kategorie: Drama
Inhalt: Ein Gespräch zwischen Harry und Severus, nach dem Krieg, über falsche Entscheidungen im Leben …
Disclaimer: Alle Charaktere und das HP-Universum an sich gehören JK Rowling – aber diese FF gehört mir! Ich verdiene kein Geld mit meinen Geschichten hier.
Warnung: Keine


6. „Man hat immer eine Wahl, nur treffen manche Leute die falsche.“ Du bist nie allein von Nicholas Sparks

Der Krieg kennt keine Gnade.
Der Tod kein Pardon.
Die Grausamkeit ist grenzenlos.
Das Ende unvorhersehbar.
Und einen wahren Sieger gibt es nicht, denn der Preis ist immer einfach zu hoch.
Das Licht hatte gewonnen, aber so Viele mussten sterben.
Nur Einer, der überzeugt war, spätestens die letzte Schlacht nicht zu überleben, der war immer noch da. Severus Snape wurde von Harry Potter, in allerletzter Sekunde, gerettet. Der Überlebende wusste aber nichts mit diesem geschenkten Leben anzufangen …

Seine Existenz hatte für ihn nur einen einzigen Sinn gehabt – Voldemorts Vernichtung! Nein, es waren zwei Sachen, die ihn am Leben gehalten hatten – für die Sicherheit von Lilys Sohn sorgen und Voldemort vernichten. Nebenbei musste er versuchen, ein paar hormongesteuerten Hirnamputierten die Kunst des Zaubertrankbrauens näher zu bringen – was, im Vergleich zu seinen Hauptaufgaben, in seinen Augen, ein schier unmögliches Unterfangen war.

Der Schwarzhaarige hatte es geschafft, Harry zu beschützen, sodass dieser den Anführer der Todesser endgültig eliminieren konnte – und er hatte dies, unerwarteter Weise, überlebt. Severus wusste nicht, was er mit dieser – von ihm unerwünschten – zweiten Chance anstellen sollte. Er wusste nur, dass er nie wieder mit Teenagern zu tun haben wollte, wenn es nach ihm ginge. Und zum ersten Mal in seinem Leben ging es nach ihm … aber viel weiter hatte er es noch nicht geschafft, mit seinen Entscheidungen für seinen neuen Lebensweg. Also saß er in Spinners End auf seinem Sofa im Wohnzimmer vor dem prasselnden Kamin mit einem edlen Tropfen Scotch in der Rechten und sinnierte über seine Gegenwart oder vor allem seine Zukunft – als es an der Tür klopfte. Aber er öffnete schon aus Prinzip niemandem, denn weder wollte er mit einem seiner ehemaligen Kollegen – egal ob von Hogwarts oder vom Orden – reden, noch mit jemandem von der Presse oder gar vom Ministerium oder sonst wem, der sich in seinem Ruhm suhlen wollte … er verachtete diese ganze Heldenverehrung.

Der aktuelle Besucher war jedoch ziemlich hartnäckig – mittlerweile hämmerte er schon gegen die Tür und brüllte: „Machen Sie endlich auf! Ich weiß, dass Sie da sind!“ Oh, diese Stimme! Verdammt noch mal, das konnte doch nicht wahr sein! Warum konnte der-Junge-der-immer-noch-lebte ihn nicht in Ruhe lassen?

Da Snape nicht dumm war und Harry gut genug kannte, wusste er, dass er diesem Gespräch nicht aus dem Weg würde gehen können, egal was er veranstalten würde, er würde es höchstens schaffen es aufzuschieben. Daher nahm er mit seiner Linken den neben ihm liegenden Zauberstab, schwenkte ihn ein paar Mal, um erst die Schutzzauber aufzuheben und dann die Tür zu öffnen. Der junge Held stolperte regelrecht ins Wohnzimmer – da kein Vorzimmer vorhanden war und er nicht damit gerechnet hatte, dass sein Gegenüber so schnell nachgeben würde – und stoppte leicht verlegen vor dem Sitzenden.

„Professor Snape …“, stammelte der junge Mann etwas überrumpelt – obwohl er doch derjenige war, der sich auf den Weg hier her gemacht hatte, um mit dem Mann zu sprechen, dem er so viel verdankte und den er zuvor so verkannt hatte. Langsam hob der Angesprochene seinen Blick – den Jüngeren mit seinem Taxieren etwas nervös machend – und blieb starrenderweise in den grünen Iriden seines Gegenübers hängen. Nach einer Weile musste der Jüngling mit der Narbe schlucken, aber er hielt dem Starren des Älteren stand – der am Ende kurz nickte und wieder in die Flammen schaute. Der Gast nahm die Geste als Begrüßung und Aufforderung sich zu setzen. Da es außer dem Sofa – auf dem der Gastgeber saß – keine andere Sitzmöglichkeit gab, nahm der Besucher auf selbigem Platz, so weit weg wie möglich, von dem schon Sitzenden. Dieser schien keine weitere Notiz von ihm zu nehmen, sondern war vollkommen vertieft in die Betrachtung des Schauspiels der Flammen. Bedächtig hob er sein Glas und leerte es in einem Zug – woraufhin es sich auf magische Weise wieder füllte.

„Danke, dass Sie mich empfangen, Sir“, sagte der Gryffindor aufrichtig – doch kassierte er dafür nur einen Gesichtsausdruck, der mehr als deutlich fragte, „hatte ich eine andere Wahl?“ Da er wusste, dass er lange warten müsste, bis sich der Bewohner des Hauses hier in Spinners End seiner Gastgeberpflichten besinnen würde, fragte er höflich: „Darf ich so frei sein und Ihr Glas duplizieren, Professor?“

Der linke Mundwinkel vom ehemaligen Lehrer hatte sich leicht gehoben und ein eindeutig sarkastisches Schnauben entkam dem Meister der Tränke, während er sich zu seinem Besucher beugte: „Tun Sie sich keinen Zwang an, Weltenretter – machen Sie was Sie wollen. Macht doch sowieso jeder. Beeilen Sie sich jedoch, wenn möglich, damit Sie anschließend so rasch wie möglich wieder verschwinden. Und hören Sie endlich mit dem Professor auf! Ich bin keiner mehr!“

Nach einem tiefen Seufzer, lehnte der Slytherin sich wieder bequem nach hinten, schwenkte kurz seinen Zauberstab, sodass ein mit Scotch gefühltes Glas vor Harry am Tisch auftauchte und trank einen Schluck aus seinem eigenen Glas: „Ich bin nichts mehr …“

Der junge Mann erkannte sofort, wie verloren der Ältere mit der ganzen Situation war und antwortete emotional: „Das stimmt doch gar nicht! Wie können Sie nur so etwas über sich sagen? Sie sind der wahre Held dieser ganzen Geschichte!!!“

„Pfff“, schnaubte Snape erneut, „mach dich nicht lächerlich, Potter!“ Vollkommen unbemerkt von ihm selbst, war er vom, bis jetzt zwischen ihnen herrschenden distanzierten, „Sie“ zu einer persönlichen Anrede gewechselt.

„Wieso?“, wollte der Auserwählte – der sein Schicksal schon erfüllt hatte – verständnislos wissen. Denn er verstand wirklich nicht, warum der Mann, der sein ganzes Leben alles geopfert hatte, um das personifizierte Böse – in Form von Lord Voldemort – zu vernichten, seinen eigenen Wert so verleugnete: „Sie haben tagtäglich Ihr Leben riskiert und alles gegeben, um mich – den Sohn, der Frau die sie liebten und des Mannes, den sie, zu Recht, hassten – immer und immer wieder zu retten und zu beschützen und mich auf meine Konfrontation mit Riddle vorzubereiten. Ja, sie waren dabei nicht immer zimperlich und schon gar nicht freundlich, aber das hätte mir auch wenig geholfen …“

Hatte der erste Satz Severus dazu gebracht, seine Augen genervt zu verdrehen, ließ Lilys Erwähnung kurz einen extrem traurigen Hauch aufblitzen und James Nennung versteinerte seinen Ausdruck komplett, sodass er seine übliche emotionslose Maske aufsetzte. Am Ende schaute er zu dem Sprechenden und dieser erkannte eindeutig, dass der Gastgeber mittlerweile zu viel getrunken hatte, denn sonst hätte man niemals so viele unterschiedliche Gefühle in seinem Gesicht erkennen können.

„Ja, sie haben in ihrer Jugend einen Fehler gemacht. Aber verdammt noch mal, sie waren nicht der Einzige! Und sie waren jung! Natürlich hätten Sie sich in Ihrer Jugend auch gegen die Todesser entscheiden können, aber Sie haben gehofft in den Reihen eines – so viel ich gehört habe – damals sehr charismatischen, wenn auch leider verrückten, Mannes, den Zusammenhalt zu finden, der Ihnen davor von allen Seiten verwehrt wurde. So viele Leute haben Fehler gemacht. Sie hatten alle die Möglichkeit, in den verschiedensten Situation, eine andere Entscheidung zu treffen, aber das haben sie nicht getan. Man hat immer eine Wahl, nur treffen manche Leute die falsche.“

„Verdammt noch mal, das weiß ich selbst!“, schrie der vermeintliche Held, überwältigt von seiner Verzweiflung, lauf auf, „du musst mich echt nicht darauf aufmerksam machen, Potter, dass ich die falsche Wahl getroffen habe. Ich habe es mein Leben lang bereut und alles in meiner Macht stehende getan, um wenigstens einen Bruchteil meiner Schuld abzutragen.“ Gegen Ende war seine Stimme immer leiser geworden und er schloss niedergeschlagen seine nachtschwarzen Augen, um die Tränen, die in seinem Inneren aufstiegen, daran zu hindern, sich ihren Weg nach draußen zu bahnen.

„Das meinte ich doch aber gar nicht! Ich meinte jetzt eigentlich, dass meine Mutter die falsche Wahl getroffen hat, als sie sich entschied Ihnen nicht zu verzeihen, dass mein Vater und mein Pate die falsche Wahl getroffen haben, als sie sich entschlossen Sie als ihr Opfer aus zu erkoren, dass Remus die falsche Wahl getroffen hat, als er einfach wegsah, dass die Schüler absolut falsch gehandelt haben, indem sie zuschauten und lachten und es genossen, dass mehrere Vollidioten auf einem Unterlegenen, herumtrampeln … aber sie waren alle noch sehr jung und das entschuldigt die eine oder andere falsche Wahl … die Erwachsenen von damals, haben in meinen Augen schon viel weniger eine Entschuldigung! Und ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass keiner der Lehrer es mitbekommen hat, was die Lieblinge der Schule mit dem Außenseiter angestellt haben. Aber eindeutig haben die, die es irgendwie mitbekommen haben, entschieden, wegzuschauen oder sich nicht einzumischen oder was auch immer … jedenfalls haben sie ihre Verantwortung nicht wahrgenommen und sich für Sie stark gemacht, was Sie nicht nur verdient hätten, sondern es war die Pflicht der Erwachsenen, für Sie da zu sein und sie haben allesamt versagt und die absolut falsche Entscheidung getroffen. Und ja, auch sie haben, in ihrer Jugend und mit all den schlechten Erfahrungen die sie erlebt haben, eine falsche Wahl getroffen, als sie sich Voldemort angeschlossen haben – aber verdammt noch mal, warum hat jeder, auch Sie, Verständnis für so viele Fehler, von so vielen Menschen, weil die ja jung und dumm waren – aber bei Ihnen selbst können Sie nicht so empfinden? Warum können Sie sich ihren Fehler, nicht verzeihen?“

„Weil Lily gestorben ist!“, schrie Severus. Er war aufgesprungen und raufte sich die Haare. „Hätte ich doch nur diese verfluchte Prophezeiung für mich behalten, dann würde sie noch leben. Hätte ich mich nie auf diesen Wahnsinnigen eingelassen, dann hätte ich ihm diese beschissene Prophezeiung niemals weitererzählt und sie würde leben. Hätte ich mehr getan, um sie, als ich verstand was Lord Arschloch vorhatte, zu beschützen, dann würde diese wundervolle Frau noch leben. Verdammt noch mal, mein Fehler, war nicht einfach nur eine dumme Jugendsünde, ich habe den perfektesten Menschen dieser Welt umgebracht … wenn auch nicht eigenhändig, so bin doch ich, und nur ich, Schuld daran, dass meine Lily tot ist …“, brach der mittlerweile vollkommen verzweifelte und gebeutelte Mann einfach auf seine bebenden Knie zusammen und weinte hemmungslos.

Potter wusste, dass sein Gesprächspartner eine tröstende Umarmung nicht als solche empfinden würde und hielt sich deshalb zurück, auch wenn es ihm sehr schwer fiel, denn er hätte diesem Mann so gerne geholfen. Er hoffte, dass die Tatsache, dass Snape sich hier so gehen ließ, ihm endlich half, seine ihn zerfressende Vergangenheit, auf irgendeine Art, zu verarbeiten – denn bis jetzt hatte er dies eindeutig noch nicht getan …

Irgendwann konnte das Häufchen Elend vor Erschöpfung nicht mehr und langsam begann er wieder wahrzunehmen wo er war und was er soeben getan hatte. Kurz wollte Panik in ihm aufsteigen, weil er vor Potter – gerade vor dem – so die Kontrolle verloren hatte … aber gleichzeitig fühlt er sich so … so … er konnte es nicht in Worte fassen … was war es, was er fühlte?
Er fühlte sich irgendwie … frei!
Es war als hätte er mit den Tränen die ganze Schuld rausgespühlt …

Der Gryffindor stand auf und hielt dem am Boden kauernden die Hand hin, um ihm aufzuhelfen. Zuerst blickte der Slytherin ihn nur an – und überlegte, ob er wie immer reagieren sollte, indem er die Hilfe ausschlug und mit einer ironischen Bemerkung klar machte, dass er niemanden brauchte … aber ihm war nicht danach! Also nahem er die Unterstützung um aufzustehen an und sagte schlicht: „Danke.“

Harry war sich nicht ganz sicher, ob er sich verhört hatte. Severus musste schlucken, solch eine Freude, von ihm verursacht in den grünen Augen seiner Lily – die ihr Sohn geerbt hatte – zu sehen, brachte ihn fast um den Verstand … aber gleichzeitig war es ganz anders, als bisher, denn irgendwie hatte diese innere Reinigung durch die Tränen, seine Liebe und vor allem, den damit verbundenen Schmerz, gewandelt. Er würde diese Frau immer lieben, aber es war jetzt irgendwie platonischer oder auf jeden Fall abgeschlossen und es tat nicht weh – ganz im Gegenteil, es war wunderschön an sie zu denken und bei dem Blick des Jungen, die vielen schönen Erinnerungen mit Lily plötzlich vor Augen zu haben, wo sie ihn so froh angestrahlt hatte, weil er irgendetwas gesagt oder getan hatte, dass sie erfreut hatte.

„Deiner Mutter konnte man ihre Gefühle auch immer ansehen“, begann der Ältere dem Jüngeren von dessen Mutter zu erzählen. Sie setzten sich wieder und irgendwann tauchte eine Kanne Tee aus dem Nichts auf und sie verbrachten die ganze Nacht miteinander plaudernd. Es war der Anfang eines neuen Lebens – dessen war Severus sich bewusst. Er wusste zwar immer noch nicht, was er mit seiner unerwartet existierenden Zukunft anstellen sollte, aber er wollte den Ratschlag, des Sohnes, der Frau, die er immer lieben würde, annehmen: „Sir, warum fahren Sie nicht ein wenig in der Weltgeschichte herum? Sie könnten doch Informationen sammeln, um ein allumfassendes Tränkebuch zu schreiben, mit all ihren Erfahrungen, die sie schon gesammelt haben, um bestehende Tränke zu verbessern und mit Neuem, was sie an den Enden der Welt noch erfahren können …“

„Das klingt nach einer guten Wahl …“, lächelte der Meister der Tränke – und es war zum ersten Mal keine sarkastische Grimmasse, sondern ein von Herzen kommendes Schmunzeln.


Fin


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