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Challenge: Buchzitate

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Autor severinalupin
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Bewertung
5

Zitat 59

Autor: severinalupin
Beta: -Nachtstern-
Altersfreigabe: ab 12
Pairing: Keines / Charaktere: Severus Snape, Luna Lovegood, Ginny Weasley, Neville Longbottom
Kategorie: Drama
Inhalt: Severus Snape kommt in eine unangenehme Situation, wo er auf ungewöhnliche Weise seine Schüler vor den Carrows beschützt …
Disclaimer: Alle Charaktere und das HP-Universum an sich gehören JK Rowling – aber diese Geschichte gehört mir! Ich verdiene kein Geld mit meinen Geschichten hier.
Warnung: Keine


59. „Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Der kleine Prinz von Antoine de Saint Exupéry



Rastlos, wie immer, streift der Direktor der Schule für Hexerei und Zauberei durch die verlassenen Gänge seines Reiches. Es war Mitternacht und die Schüler schliefen. Die Meisten wenigstens. Der eine oder andere Unruhestifter wird möglicherweise noch herumschwirren. Aber seitdem die Carrows in Hogwarts waren, handelte es sich bei diesen nicht mehr um verliebte Teenager, die sich ein heimliches Stelldichein gaben, oder Scherzbolde, die einen Coup landen wollten, sondern um den organisierten Widerstand der Schüler. Severus musste immer sehr aufpassen, sie so zu übersehen, dass es weder ihnen, noch jemand anderem auffiel, dass er es tat, und dafür sorgen, dass auch niemand anderer über sie stolperte.

Es wäre so viel leichter für ihn, wenn die Jugendlichen es nicht in die eigene Hand nehmen wollten, sondern es ihm überlassen würden – aber dafür müssten sie ja wissen, dass er auf ihrer Seite war, und das taten sie nicht … denn Albus hielt es ja für zu gefährlich, wenn es jemand wüsste. Natürlich wäre es der absolute Wahnsinn, wenn es die Schüler wüssten, denn dann wüsste es mittlerweile auch Voldemort – das wusste Snape. Aber wenigstens einen Vertrauten hätte er gerne. Eine Person, mit der er über alles reden könnte …

Aber es war sinn- und zwecklos darüber nachzudenken, denn die Realität war nicht so, also sollte er auch keine Zeit damit verschwenden, an das „Was-wäre-wenn“ zu denken …

Er stand nun mal alleine da. Das war sein Schicksal. Es war nicht das erste Mal so – aber wahrscheinlich das Letzte! Denn das Nächste, was sie erwartete, war die finale Schlacht – sobald Potter endlich alle Horkruxe vernichtet hätte – und die würde er ganz sicher nicht überleben. Unwillkürlich schlich sich ein angedeutetes Schmunzeln auf seine Lippen – dann wäre endlich alles vorbei.

Kein Leid mehr.
Keinen Schmerz.
Keine Last.
Keine Schuld.
Er wäre endlich frei!
Aber bis dahin musste er seine Aufgaben erfolgreich beenden!

In erster Linie musste er alles in seiner Macht mögliche tun, dass seinen Schutzbefohlenen kein wahres Leid zugefügt wurde. Zum Glück waren die Todesser-Lehrer dumm genug, ihm zu glauben, dass die Kinder als Strafe zu Hagrid zu schicken, um im Verbotenen Wald etwas zu tun, für die Schüler schrecklich war. Es ärgerte ihn zwar manchmal ein ganz klein wenig, dass die Schüler selbst glaubten, dass er auch so blöd war, dies anzunehmen – aber das war ein geringer Preis für die fragile Sicherheit der ihm Anvertrauten.

Leider konnte der Schulleiter – ohne seine Tarnung zu gefährden – nicht verhindern, dass Amycus in seinem Unterricht Schwarze Magie und die Unverzeihlichen durchnahm. Aber er legte Slughorn nahe, Tränke mit den Schülern zu brauen, die bei den Nachwirkungen und Verletzungen halfen und die richtig Gebrauten, den Schülern mitzugeben. Getarnt mit der Erklärung: „Ich kann es nicht brauchen, dass irgendwelche jammernden Eltern von diesen Mimosen sich bei mir beschweren.“

Sein wichtigster Auftrag war natürlich die Unterstützung des Auserwählten – ohne, dass es irgendjemand mitbekam. Und – was ihm am Schwersten fiel – dem Jungen am Ende die Wahrheit sagen, nämlich, dass er sich selbst würde opfern müssen, um den Dunklen Lord endgültig zu besiegen, da er ein ungeplanter Horkrux war. Er hatte den Sohn seiner großen Liebe immer beschützt und sich – auch wenn er es nach außen nie gezeigt hat – immer vorgestellt, dass der, nach dem er sein Schicksal erfolgreich erfüllt haben wird, ein glückliches Leben würde führen können … was seiner Mutter nicht vergönnt war. Und Severus hätte es ihr so sehr gewünscht, dass sie ein glückliches und langes Leben geführt hätte.

Sie war glücklich gewesen – aber nur für sehr kurze Zeit.

Ihr Sohn würde dieses Glück überhaupt nicht kennen lernen dürfen und das war so unfair. So verdammt unfair.

So in Gedanken versunken lief er den Carrows in die Arme – die ihn fast verflucht hätten … bis sie ihn erkannten und ihn gleich in ein – für ihn eher unangenehmes Gespräch – gefangen nahmen. So schnell er konnte – ohne aufzufallen – floh er vor dieser ekelhaften Selbstbeweihräucherung und bog bald in einen Nebengang. Dort zog er sich rasch in ein verlassenes Klassenzimmer zurück – froh, diesen abartigen Todessern entkommen zu sein.

Jedoch gefror ihm sogleich das Blut in den Adern, denn er war scheinbar vollkommen unverhofft in eine geheime Versammlung gestolpert. Jetzt verstand er auch, warum die Tür mit einem Spruch versiegelt war – was ihn natürlich nicht aufgehalten hatte.

Was sollte er jetzt tun, ohne seine Tarnung zu gefährden und ohne die Schüler in Gefahr zu bringen?

Der Raum war voll mit am Boden kauernden Schülern aller Klassen und zwischen ihnen und ihm standen mit ihren, auf ihn gerichteten, Zauberstäben in den Händen Luna Lovegood, Ginny Weasley und Neville Longbottom.

Genervt verdrehte der Bedrohte die Augen, als auch noch ein Kind aus der Ersten, ein Ravenclaw, zu weinen begann – und das nicht gerade leise. Schon hörte er die Schritte der Todesser-Geschwister am Gang näher kommen. Hektisch deutete er dem Schüler still zu sein und eine ältere Hufflepuff – die Situation sofort verstehend – hielt dem Schluchzenden schnell den Mund zu und flüsterte beruhigende Worte. Mit Gesten deutete der Erwachsene, allen ruhig zu sein und sich so weit wie möglich in die Dunkelheit zurückzuziehen.

Neville löschte mit seinem Zauberstab die brennenden Fackeln.

Ginny, die erst kürzlich einen Zauber in der Verbotenen Abteilung gefunden hatte, der Wände durchsichtig erscheinen ließ, um zu sehen, was dahinter verborgen war, sprach diesen aus und so konnten sie deutlich sehen, dass Alecto und Amycus in wenigen Sekunden an der Tür sein und diese mit gezückten Zauberstäben kampfbereit öffnen würden!

Es war unmöglich, einen Zauber zu sprechen, damit sie die Schüler nicht sahen – jedenfalls in der kurzen Zeit. Er musste anders dafür sorgen, dass sie nicht rein kamen – und, wie üblich, ohne seine wahre Gesinnung preiszugeben. Also packte er Luna, die ihm am Nächsten stand, deutete den beiden stehenden Gryffindors, sich links, also hinter der Tür, zu positionieren, sodass sie nicht gesehen werden konnten, wenn diese geöffnet wurde. Dann drängte er die Ravenclaw mit seinem Körper an das Regal, rechts, gleich neben der Tür, hielt ihr den Mund zu, sodass aber trotzdem das angsterfüllte Keuchen, das sie automatisch ausstieß, hörbar war, hob mit der zweiten Hand ihren Rock in die Höhe, um sein Vorhaben zu verdeutlichen.

Neville wollte sich schon auf ihn stürzen, um seine Freundin vor diesem Bastard zu retten, doch Ginny – die die Intention dahinter scheinbar verstand – hielt ihn fest.

Im selben Moment wurde die Tür auch schon aufgestoßen und Snape, der so tat, als würde er sich an seiner Schutzbefohlenen vergreifen, giftete seine Lehrer an: „Verdammt noch einmal, verschwindet gefälligst!“

Völlig perplex gehorchten die beiden, ohne nachzufragen, und zogen auch schnell die Tür wieder zu. Der anfängliche Schock in ihren Gesichtern wandelte sich in ein anzügliches Grinsen.

Severus löste sich sofort wieder von der Jugendlichen. Diese drückte jedoch selbst eine ihrer Hände auf ihren Mund und schrie und schluchzte immer wieder gedämpft auf und flehte durch ihre Finger: „Bitte nicht! Hören Sie auf! Nein! Ich will nicht!“ Durch den Zauber auf der Wand sahen sie nämlich, dass die Geschwister sich nicht zurückzogen, sondern an der Tür lauschend herum feixten.

Der Slytherin hätte sie am liebsten verflucht dafür, aber so blieb ihm nichts anderes übrig, als das Spiel, was er begonnen hatte, weiter zu spielen. Also rüttelte er mit den Händen an dem Regal herum, damit es sich so anhörte, als ob er sich an der Blonden vergnügte. Diese – selbst immer noch die Geräusche mit ihrem Mund machend – tippte ihn nach einer Weile mit ihrer freien Hand an die Schulter. Auf seinen fragenden Blick, während keiner von beiden ihre Aktionen unterbrach, deutete sie auf seine Lippen und forderte ihn mit Gesten auf, auch laut zu werden.

Seine Augen weiteten sich geschockt und er wollte sich weigern, aber als er auf die durchlässige Wand starrte und sah, dass die Carrows immer noch sehr interessiert ihre Ohren an die Tür pressten, gab er sich geschlagen und begann zusätzlich zu den Regalgeräuschen noch verhalten zu stöhnen. Es kostete ihn fast unmenschliche Kraft, diese Scharade zu spielen, aber auf die Schnelle war ihm nichts Besseres eingefallen und er hätte nie gedacht, dass es so weit gehen würde müssen …

„Verdammt noch einmal, warum verschwanden diese Schweine nicht einfach?!“, fragte sich der Meister der Tränke in Gedanken, während er seinen Rüttel- und Stöhnrhythmus beschleunigte, um diesem erbärmlichen Hörspiel endlich ein Ende zu setzen.

„Ahhh...“, keuchte er auf, als sei er „gekommen“ und hörte auch auf das Regal weiter zu schütteln. Luna hingegen tat weiter so, als weine sie bitterlich.

Zufrieden mit dem, was sie glaubten, da miterlebt zu haben, zogen sich die Todesser endlich zurück – und Severus konnte nicht anders, als sich ordentlich durchzuschütteln, um den Ekel los zu werden, den er regelrecht körperlich spürte. Mit beiden Händen strich er über sein Gesicht, streckte seinen Rücken durch und setzte seine undurchdringliche Maske auf, bevor er sich schwungvoll zu den Schülern wendete.

Er würde sie alle obliviaten müssen. Das würde keine einfache Aufgabe sein – aber absolut notwendig!

Die unterschiedlichsten Blicke trafen ihn. Einige Jüngere warfen eindeutig Ängstliche auf ihn, aber die meisten waren Erstaunen gemischt mit Verwirrung. Natürlich, „warum, deckte der Mörder von Dumbledore sie?“, fragten sich wahrscheinlich alle.

Der Direktor zog seinen Zauberstab, um sein Vorhaben umzusetzen.

„Tun Sie das nicht, Sir!“, forderte die Blonde ihn jedoch auf, „Bitte! Sir nehmen Sie uns nicht unsere Erinnerungen daran, dass Sie die ganze Zeit ein Guter sind und für uns auf unserer Seite kämpfen!“

Er konnte nicht anders, als sie ungläubig anzustarren.

„Woher wusste sie die Wahrheit?“, fragte sich der Schulleiter, „Nur aufgrund dieser Aktion muss man nicht solch eine Schlussfolgerung ziehen …“

„Wollen Sie wissen, woher ich das weiß, Sir?“, erkundigte sich die junge Ravenclaw mit ihrem, für sie so typischen, verträumten Lächeln auf den Lippen. Er war nicht der Einzige im Raum, der sie vollkommen verständnislos anschaute – genau genommen taten dies alle. Doch – wie üblich – ließ sie sich durch nichts aus der Ruhe bringen. „Schon Der kleine Prinz sagte – Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“, meinte sie nur, und ihr Gesichtsausdruck machte deutlich, dass sie das Gefühl hatte, sich damit genug erklärt zu haben. Nach einer Weile der peinlichen Stille meinte sie dann doch noch: „Mein Herz hat mir schon immer gesagt, dass sie Dumbledores Mann sind und dass es eine Erklärung für alles geben muss, aber dass diese niemals so war, wie sie uns glauben machen wollten – nämlich, dass sie in Wirklichkeit auf der falschen Seite stehen.“

Ihre naive Offenheit und ihr unerschütterlicher Glaube an ihn berührten den sonst so kalten Slytherin tief in seinem Herzen.

In den Gesichtern der älteren Schüler war deutlich erkennbar, wie sie über alles nachdachten und aufgrund der Information, die sie bis jetzt hatten, langsam zu dem Schluss kamen, dass ihre Freundin Recht haben könnte.

Flüsternd fragte Neville: „Haben Sie Professor Dumbledore nur getötet, um in den Augen von Vol...Vol...“

„Nicht!“, unterbrach sein ehemaliger Angstlehrer Nummer Eins sein Gestammel. „Sprechen Sie seinen Namen nicht aus!“

Der schüchterne Junge ärgerte sich, dass der Erwachsene ihn daran hinderte, seine Angst vor dem Namen des-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf, zu überwinden. Doch bevor er sich beschweren konnte, erklärte sein Professor ihm: „Es liegt neuerdings ein Bann auf seinem Namen, der Greifer sofort zu jemandem, der diesen Namen ausspricht, hin apparieren lässt, da es ja allgemein bekannt ist, dass Potter keine Scheu hat, diesen Namen auszusprechen, aber auch, weil eben nur Rebellen es sonst wagen, und so laufen sie ungewollt in die Falle.“

Müde setzte Snape sich auf den nächsten freien Sitzplatz. Es war mehr als nur merkwürdig, diesen sonst so stolzen und arroganten Mann so zu sehen.

„Sir“, meldete sich Ginny zu Wort, „natürlich verstehe ich, dass Ihre Sicherheit – ach was sag´ ich da – Ihr Leben davon abhängt, dass keiner der hier Anwesenden Sie verrät … aber, seien wir ehrlich – die Carrows sind zu blöd, um uns unsere Geheimnisse zu entlocken! Das haben sie erfolglos das ganze Schuljahr versucht. Bald sind Ferien und wir gehen heim … wenn vorher nicht endlich die alles entscheidende Schlacht stattfindet … und wir wissen alle, dass es nicht mehr lange dauert bis dahin …“ Nach einer Pause, in der sich alle bewusst wurden, dass es bald zu dem finalen Kampf kommen würde und dass der
Eine oder Andere diesen nicht überleben würde, sprach die Rothaarige weiter: „Vertrauen Sie uns, Sir!“

Langsam hob der Tränkemeister seinen Blick und schaute sich um. Er sah sich jeden genau an.

Vertrauen?
Er hatte Lily vertraut – aber sie wollte ihm einen unbedachten Fehler nicht verzeihen …
Er hatte Voldemort vertraut – wurde sich aber nur allzu schnell bewusst, dass dieser ihn angelogen hatte, um sich sein Vertrauen zu erschleichen …
Er hatte Albus vertraut – und der hatte ihn genötigt, ihn zu töten …

„Wozu war vertrauen gut?“, fragte er sich.

„Verstehen Sie denn nicht, dass dieses Geheimnis Sie nur unnötig noch mehr in Gefahr bringt?“, erkundigte er sich verständnislos bei der einzig weiblichen Weasley ihrer Generation. Seine linke Augenbraue wanderte in ungeahnte Höhen, als sie darauf mit einem Lächeln reagierte. Während sie unschuldig die Schultern hob, meinte sie aufrichtig: „Aber Sie sind nicht mehr alleine in all dem, Sir!“

Nicht nachvollziehen könnend, was hier passierte, schüttelte er überfordert seinen Kopf. Als sein Blick auf Neville fiel, erinnerte er sich an die Frage, die der Junge stellen wollte, als er ihn unterbrochen hatte und er antwortete verspätet: „Albus … also Professor Dumbledore war verflucht … schwarze Magie hatte sich in seinem Körper festgesetzt und brachte ihn langsam aber sicher um … ich habe es geschafft, sie in seinen Arm gefangen zu nehmen … aber ich konnte trotzdem nicht verhindern … dass er daran sterben würde …“ Bei seinen stockenden Erzählungen, erinnerten sich die Zuhörer an den schwarzen, wie abgestorben ausschauenden Arm ihres ehemaligen Direktors. „Er hatte schlimme Schmerzen … egal, was wir taten, wir konnten es nur in Grenzen mildern … und sein Tod wäre grausam geworden … zusätzlich zu dieser Situation, kam noch die Tatsache, dass der Dunkle Lord einem Schüler den Auftrag gegeben hatte, den Alten zu töten … um die Seele des Jungen nicht zu gefährden, bat Albus mich, es statt dem Jungen zu tun … und dann sah ich mich, um meine Tarnung zu wahren, auch noch gezwungen, der Mutter des Knaben einen unbrechbaren Schwur zu leisten, dass ich ihm helfen werde und im Falle, dass er es nicht schaffen würde, den Auftrag für ihn zu Ende bringen werde, damit der dunkle Lord zufrieden gestellt wird und der Junge nicht bestraft wird … an dem Abend, als ich Albus dann … tötete … hatte er noch dazu einen Zaubertrank zu sich genommen, der ihn gemeinsam mit der schwarzen Magie, die in ihm gefangen war, wahrscheinlich noch in dieser Nacht, unter unerträglichen Schmerzen, getötet hätte … also gehorchte ich seinem Wunsch und tötete ihn … schnell und schmerzlos … mit einem Spruch …“ Nach einer Weile der schmerzvollen Stille, fuhr der Slytherin fort: „Ich stieg dadurch in den Reihen der Todesser auf und rettete einen dummen Jungen vor dem größten Fehler seines Lebens …“ Gegen Ende seiner Ansprache zuckt sein rechter Mundwinkel ganz leicht. Es war ein angedeutetes, melancholisches Lächeln – wahrscheinlich daran denkend, dass er selbst in dem Alter auch einen Erwachsenen gebraucht hätte, der ihn davor bewahrt hätte, sich den Todessern anzuschließen … aber damals gab es niemanden, dem er es wert gewesen wäre, ihm ins Gewissen zu reden.

„So! Genug lamentiert!“, dachte der Slytherin bei sich und stand energisch auf, klopfte sich die Kleidung zurecht und meinte laut: „Jeder, der möchte, kann einen Obliviate bekommen, um sich nicht zusätzlich unnötig in Gefahr zu begeben. Jedoch jeder, der sich dagegen entscheidet, dem möchte ich nur nochmal die Dringlichkeit nahe legen, dieses Vertrauen nicht zu missbrauchen, denn erstens braucht diese Schule mich, um nicht völlig in der Hand der Todesser zu sein, und zweitens braucht Potter mich, für den finalen Sieg, denn ich habe Informationen von Albus für ihn, die für das Gelingen seiner Mission unabdingbar sind.“

Tatsächlich baten ihn mehrere der jüngeren Schüler, sie zu obliviaten, denn sie trauten sich nicht zu, das Geheimnis nicht versehentlich vielleicht zu verraten.

„Albus würde mich lynchen dafür, dieses Risiko einzugehen!“, sagte er sich innerlich selbst, als Luna ihn ansprach: „Das war eindeutig die richtige Entscheidung, Sir! Es ist nicht gut, immer alles alleine schaffen zu wollen.“

Ein sarkastisches Schnauben entkam ihm. „Was heißt hier WOLLEN?“, fragte er sich gedanklich, ohne es auszusprechen. Doch sie schien ihn auch ohne Worte zu verstehen, denn ein wissendes Lächeln legte sich auf ihre Lippen und sie hob kurz entschuldigend die Schultern.

Der schwarzhaarige Mann straffte seinen Körper und meinte ernst: „Es tut mir sehr leid, dass ich ihnen zu Nahe getreten bin. Es ist unverzeihlich, dass ich sie so bedrängt habe und wenn ich könnte, würde ich es rückgängig machen – aber in der Schnelligkeit fiel mir nichts Besseres ein …“

Das blonde Mädchen lachte jedoch als Reaktion: „Ach was, so schlimm war es nicht und welche Schülerin darf schon behaupten, Sex mit ihnen gehabt zu haben, ohne dabei zu lügen?“

Severus verschluckte sich bei ihren Worten und riss ungläubig seine Augen auf.

Ihr herzhaftes Lachen jedoch wirkte ansteckend – jedenfalls auf die anderen Schüler … denn auch diese lachten über diese absurde Situation. Der ehemalige Lehrer für Tränkekunde zog nur seine Augenbraue in die Höhe und deutete ein minimalistisches Lächeln an. „Was für ein verrücktes Huhn dieses Mädchen doch war?“, dachte er still und heimlich, nickte allen nochmal kurz zu und verschwand.


Fin


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