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Challenge: Buchzitate

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Autor severinalupin
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Bewertung
5

Zitat 48

Autor: sseverinalupin
Beta: Ellie Thomas
Altersfreigabe: Keine Altersbeschränkung
Pairing: Keines / Charaktere: Severus Snape, Albus Dumbledore
Kategorie: Drama
Inhalt: Nachdem Sirius seinem Erzfeind Severus als angeblichen Streich zum Werwolf gelockt hat, spricht Albus mit dem Slytherin, um ihn dazu zu bewegen das Geheimnis zu wahren, damit Remus keine Schwierigkeiten bekommt.
Disclaimer: Alle Charaktere und das HP-Universum an sich gehören JK Rowling – aber diese FF gehört mir! Ich verdiene kein Geld mit meinen Geschichten hier.
Warnung: Keine



48. „Der Gestank von Schuld liegt in der Luft.“ Harry Potter und der Feuerkelch von Joanne K. Rowling



„Neeeeiiiin!“, schrie Severus Snape auf. Es hörte ihn jedoch keiner, da ein „Muffliato“ über seiner Liegestatt lag. Ausgesprochen von ihm selbst, bevor er einschlief. Er wusste, dass er in dieser Nacht von Albträumen heimgesucht werden würde und er wollte nicht, dass die Krankenschwester kam, um ihn zu bemuttern – deshalb hatte er seinen selbst erfunden Stillezauber, der verhinderte, dass andere ihn hörten, über sich ausgesprochen. Es half – keiner kam, um nach ihm zu sehen. Schweißgebadet lag er inmitten vollkommen durchwühlter Bettwäsche im Krankenflügel und versuchte sich zu beruhigen.
Sie hatten ihn versorgt, nachdem der Werwolf – Remus Lupin, sein Mitschüler – ihn fast umgebracht hätte. Dass er noch lebte, verdankte er James Potter, seinem Erzrivalen. Aber das dies eine Heldentat gewesen sein soll, das konnten sie ihrer Großmutter erzählen! Das war doch alles ein abgekartetes Spiel! Die steckten doch alle unter einer Decke und entweder ging es, wie immer, darum, dass der Liebling der Schule sich im besten Licht präsentieren konnte, indem er ihn in letzter Sekunde rettete oder aber, sie wollten ihn in Wirklichkeit umbringen, hatten aber dann doch Schiss bekommen. Es war auch vollkommen egal, denn was er bis jetzt mitbekommen hatte, würde die ganze Sache vertuscht werden. Das ging deutlich heraus aus den Wortfetzen zwischen den Erwachsenen – Dumbledore, McGonagall, Slughorn und Pomfrey – die er bis jetzt aufgeschnappt hatte und auch aus dem Bisschen, was man ihm direkt gesagt hatte, nämlich: „Egal was passiert ist, Sie müssen absolutes Stillschweigen darüber bewahren, Mr. Snape!“

Als der junge Schüler die Tür hörte, wedelte er kurz mit seinem Zauberstab, um seinen angeschlagenen Zustand zu verbergen – sodass er dann, trocken und sauber, in seinem ordentlichen Bett lag – und ein weiteres Mal, um den Zauber, denn er auf sich angewandt hatte, damit ihn keiner hörte, verschwinden zu lassen, denn wer weiß, ob man ihm daraus nicht auch noch einen Strick drehen würde. Der Vorhang, der sein Bett von den anderen trennte, wurde leicht beiseitegeschoben und Albus setzte sich zu ihm auf einen herbeigezauberten Stuhl.

„Nun, Mr. Snape, wie fühlen Sie sich heute?“, erkundigte der alte Mann sich, ehrlich besorgt klingend. Der Schwarzhaarige hatte keine Lust sich mit seinem Direktor – der ja doch immer aufseiten der Schulstars war – zu unterhalten und zog nur kurz seine Schultern hoch, während er auf seine eigenen gefalteten Hände starrte. Der Schulleiter wechselte vom distanzierten Sie zu einem freundschaftlichen Du, um die Gunst des Schülers zu erwerben, um leichter seinen Willen durchsetzen zu können. „Ich kann mir vorstellen, wie aufgewühlt du sein musst. Es war sicher ein Riesenschreck für dich. Nur gut, dass James in der Nähe war und dich gerettet hat – wer weiß, was sonst passiert wäre!“, ließ der Weißhaarige erleichtert die Luft aus seinen Lungen weichen.

Auch der Schüler seufzte, aber bei ihm klang es eher sarkastisch: „Ja, nur, dass ich ohne ihn und seine Freunde ja gar nicht erst in diese Lage gekommen wäre.“

„Oh, das stimmt so nicht, Mr. Snape. Weder James noch Remus hatten irgendeine Ahnung! Sirius hat sich einen – wohlgemerkt sehr dummen – Scherz erlaubt. Aber Sie dürfen den anderen keinen Vorwurf machen! Wie gesagt, sie verdanken James sogar ihr Leben, und auch Sirius hat mittlerweile verstanden, dass er da doch einen Schritt zu weit gegangen ist und bereut seinen Streich“, wollte der Weißbärtige die Situation etwas entschärfen, erreichte aber das absolute Gegenteil.

„Black hat mich WISSENTLICH an einen Ort gelockt, wo ein blutrünstiger Werwolf auf mich gewartet hat, und sie nennen das einen Streich??? Diese Bestie hätte mich bei lebendigem Leib zerfleischen oder noch schlimmer, auch in so ein schreckliches Monster verwandeln können und sie rechtfertigen das als dummen Scherz??? Das kann doch nicht Ihr ernst sein?!“, schrie Severus, alle Höflichkeit vergessend, „und ich bin mir auch hundertprozentig sicher, dass die ganze Aktion von allen Vieren genauso geplant war! Die Rumtreiber planen ihre Aktionen immer genau. Das Einzige was ich nicht weiß, ist, ob die Heldeneinlage das Ziel der Aktion war, um vor Ihnen toll dazustehen oder, ob das Ende eigentlich mein Tod hätte sein sollen und sie dann doch im letzten Moment gekniffen haben – denn das hätten Sie ihnen bestimmt nicht so leicht verzeihen können, wie sonst immer.“

„Nun beruhigen Sie sich doch wieder, Mr. Snape, Sie verrennen sich eindeutig in etwas!“, meinte der ehemalige Lehrer für Verwandlung beschwichtigend, unbewusst wieder eine Distanz aufbauend, da brave Schüler des Hauses des Löwens hier so verleumdet wurden. „Es gibt hier weder eine Verschwörung, noch war ihr Leben real in Gefahr.“

„Hahaha … wollen Sie mir jetzt etwa weismachen, dass ich letzte Nacht gar keinem, nach meinem Blut gierenden, Werwolf gegenüberstand?“, lachte der Außenseiter leicht hysterisch auf.

„Reißen Sie sich jetzt zusammen Mr. Snape!“, ermahnte der weise Mann sein Gegenüber streng, „ich habe Sie schon gestern darauf aufmerksam gemacht, dass Sie nicht über das Vorgefallene reden sollen und schon gar nicht in einer Lautstärke, in der Unbeteiligte es hören könnten und Remus Schwierigkeiten bekommen könnte. Also – es hat jetzt und hier, denke ich, keinen Sinn zu diskutieren. Ihnen geht es gut! Und auch sonst ist keiner zu Schaden gekommen. Und das ist momentan das Wichtigste. Sie werden Stillschweigen bewahren und am besten ist, wenn sie den Gryffindors einfach mehr aus dem Weg gehen, dann sollten Sie auch ihre letzten Jahre hier noch unbeschadet überstehen und Remus kann seinen Abschluss machen, was für ihn doppelt wichtig ist! Wenn Sie sich dazu nicht in der Lage sehen – nämlich zu schweigen – dann können Sie sich darauf verlassen, dass Sie ihren Abschluss hier ganz sicher nicht machen werden!“

„Das war ja klar! Ihre Lieblinge bringen mich fast um und mir wird mit Schulrausschmiss gedroht“, knurrte der Halbblutprinz und blickte seinem Direktor wütend ins Gesicht.

„Wollen Sie mir etwa vorwerfen parteiisch zu sein? Also das ist ja wirklich lächerlich, Mr. Snape! Ich behandle alle Schüler gleich“, verteidigte sich der Angesprochene leicht gekränkt durch die Aussage.

„Ha! Aber natürlich Sir! Deshalb sind die anderen, Remus, James und Sirius – ich aber Snape“, warf er ihm mit vor Ironie triefender Stimme vor, „Sie machen sich lächerlich, wenn Sie es abstreiten. Natürlich bevorzugen Sie ihr altes Haus! Oder haben Sie schon je einen so, nennen wir es, freundschaftlichen Umgang mit einem Slytherin gepflegt? Nein, sicher nicht. Und auch, wenn Sie sich jetzt wahrscheinlich in Ihrem Kopf rechtfertigen werden, dass dies ja nicht möglich sei, weil wir alle hinterhältige Schlangen sind und man immer auf der Hut vor uns sein muss – dann bitte, werden Sie doch glücklich mit ihren Vorurteilen, dass wir so böse sind und aus uns auch nur Schlechtes hervorkommen kann und das die Löwen edel und mutig und gut sind. Glauben Sie es oder nicht, aber der Gestank von Schuld liegt in der Luft! Aber wissen Sie was, es ist egal. Stecken Sie sich ihre Scheinheiligkeit sonst wo hin und lassen Sie mich in Ruhe! Sie brauchen keine Angst haben, ich werde schweigen – auch wenn ich es für eine Zumutung halte, dass sie eine solche Bestie in der Nähe von unschuldigen Kindern behalten, aber es ist Ihre Entscheidung … ich werde schweigen! Und jetzt gehen Sie bitte, ich bin müde und muss schlafen.“

Demonstrativ drehte der Junge seinem Besucher den Rücken zu. In erster Linie jedoch, damit dieser seine Tränen nicht sah, die ihm nun vor Wut, über diese ganze Ungerechtigkeit, in die Augen stiegen. Es war nicht seine Art, so respektlos zu werden, aber er konnte einfach nicht mehr. Wenigstens einmal wollte er seine Meinung sagen, wenn er ab jetzt auch wieder verdammt dazu war, seinen Mund zu halten – denn er brauchte den Abschluss. Was sollte er sonst aus seinem Leben machen? Nachhause konnte und wollte er nicht! Dort erwartete ihn nur ein Säufer, der seine Mutter und ihn schlug. Der Junge wollte sich ein Leben aufbauen und der erste Schritt dazu war ein Schulabschluss, das wusste er. Also würde er schweigen, um diesen nicht zu gefährden. Und den Rumtreibern aus dem Weg gehen, dass versuchte er ja eh so gut er konnte, aber das war nicht so leicht, denn die suchten ihn – da er, in ihren Augen, das perfekte Ziel war, um ihre eigene Beliebtheit bei den anderen zu steigern, indem sie auf ihm herumhackten.

Albus war bestürzt über die – in seinen Augen haltlosen – Beschuldigungen seines Schülers, aber da er sein vorrangiges Ziel erreicht hatte und der Bub im Augenblick eindeutig zu aufgewühlt war, beschloss er, zu gehen und in Ruhe über alles nachzudenken, um bei einem späteren Gespräch dem Jungen aufzuzeigen, wo er sich überall irrte. Zu seiner Schande musste er sich spät in der Nacht, als er nicht schlafen konnte und an die Decke seines Schlafzimmers starrte, eingestehen, dass einige der Argumente von Sna … ähm Severus, nicht von der Hand zu weisen waren. Er war doch tatsächlich zu einem Oberhaupt einer Schule avanciert, der Lieblinge unter den Schülern hatte und diese ganz eindeutig in Schutz nahm, während er andere einfach, mehr oder weniger, nicht beachtete und sie im Grunde genommen sich selbst überließ … Nie hätte er sich erträumen lassen, so zu werden! Und hätte der Slytherin ihn nicht mit der Nase darauf gestoßen, und hätte er sich vor allem im Nachhinein nicht damit auseinandergesetzt – zwar unter den Voraussetzungen, um dem Knaben nachweisen zu können, dass es nicht stimmte – dann wäre es ihm wohl nie bewusstgeworden.

Das Oberhaupt der Schule für Hexerei und Zauberei nahm sich vor, ab jetzt etwas gerechter zu agieren – aber es war eindeutig zu spät. Jedenfalls für Severus Snape. Egal, was Albus auch versuchte, er erreichte ihn nicht mehr. Der Junge zog sich vollkommen zurück. Der Slytherin ging im gekonnt aus dem Weg und stürzte sich – noch viel mehr als früher – in die Erledigung der schulischen Pflichten, mit dem eindeutigen Ziel, den besten Abschluss zu bekommen. Was er auch schaffte – nicht nur, was seinen Jahrgang betraf, nein, es war der beste Abschluss seit fast 100 Jahren! Auch dem Versuch ihm dafür zu gratulieren, entzog sich das Halbblut, indem er sein Zeugnis entgegennahm – ohne das übliche Schütteln der Hände oder ähnlichem Schnickschnack – sich umdrehte und verschwand. Es betrübte den alten Mann ungemein, dass er so versagt hatte – aber er nahm sich vor, dass ihm dies nie wieder passieren würde!

Der einzige Lichtblick in dieser ganzen Sache war, dass er, aufgrund des Gespräches damals, mehr auf die Rumtreiber geachtet hatte und ihnen ins Gewissen redete, dass es weder mutig, noch ruhmreich war, zu mehreren auf einen loszugehen. Dass er damit große Schuld trug daran, dass Lily sich doch dazu durchrang, James zu beachten, wusste er nicht. Hätte der junge Gryffindor, sich die Worte seines Vorbildes nicht zu Herzen genommen und den schwarzhaarigen Slytherin weniger gequält, dann hätte sie ihm kein Gehör geschenkt. Und hätte sie nicht in letzter Zeit immer wieder mal über irgendeinen Witz von dem Quidditch-Spieler gelacht, dann wäre Severus nicht so verdammt wütend auf sie gewesen und sie hätten nicht über seine Freunde seines Hauses gestritten, die ihm Flausen von der Wichtigkeit, des reinen Blutes in den Kopf setzten und die Rumtreiber, die die Streitigkeit nur von der Ferne gesehen hatten, hätten ihn nicht kurze Zeit später, als sie ihn alleine unter der Eiche lernend fanden, kopfüber hängen lassen. Die einzige Freundin aus dem Haus der Löwen, wollte dem Gedemütigten beistehen, als sie es mitbekommen hatte, doch in dieser misslichen Lage, schlug er gedankenlos um sich und beleidigte sie – sie! Die einzige Person, die ihm wirklich etwas bedeutete! Mit diesem einzelnen Wort – Schlammblut – hatte er eine jahrelange Freundschaft zerstört und sie gab ihm keine Möglichkeit, sich wieder mit ihm zu versöhnen.

Dumbledore freute sich, dass Lily und James sich gefunden hatten – er wusste jedoch nicht, dass damit für Severus jeder Sinn, sich nicht Voldemort anzuschließen, zunichte gemacht wurde. Der schon in jungen Jahren verbitterte Mann hoffte so sehr, in den Reihen des dunklen Lords endlich Gerechtigkeit zu bekommen – und wurde natürlich erneut enttäuscht!


FIN


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