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Dem Mond hinterher

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Autor Kangaroo
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Eine Runde herum

Zwei Männer standen vor der Eingangstür der Versammlungshalle und wirkten nicht gerade begeistert; eher etwas nervös. Das war gut, das war sehr gut, denn so würden sie einen Massenausbruch auf der anderen Seite des Gebäudes bestimmt nicht mitbekommen. Jetzt fehlte nur noch der mysteriöse zweite Weg, doch ehe er diesen suchen würde, musste er sich die Lage am eigentlichen Eingang in das Tal anschauen. Denn falls man von dort aus die gesamte Steilwand überblicken konnte und falls das aufgestellte Wachen auch taten … er wollte lieber gar nicht weiter denken. Vielleicht war er nicht der einzige, der von diesem geheimnisvollen zweiten Weg wusste - er hoffte es aber.
Langsam schlich Lupin durch das Dorf. An der Bäckerei und Tischlerei vorbei. Vorbei auch an Fionas und Tians Häuschen und an Lizas und Bills Zweistöcker. Dort bog er nach links ab, eine Straße weiter rechts (ein paar Wohnhäuser links und rechts) und gelangte schließlich von rechts an den Taleingang (oder Ausgang, das kommt auf Ihren Standpunkt an). So gut es ging hielt er sich an der Felswand, denn obwohl er desillusioniert war, hieß das noch lange nicht, dass ihm auch tatsächlich nichts passieren konnte.
Er hatte den Weg, der aus dem Tal heraus führte, bei seinen Spaziergängen schon oft gesehen und es hatte ihn immer wieder erstaunt, wie man solch einen breiten Pfad (auf dem auch mal im Falle eines Falles ein Pferdegespann fahren konnte) in den Berg hatte hauen können. Entweder es stand Magie dahinter oder den Weg gab es schon vor dem Einzug der Werwölfe in das Tal. Er tippte auf ersteres, denn immerhin war es Voldemort persönlich, der ihnen hierbei geholfen hatte.
Am unteren Ende tummelten sich fünf Männer, wobei zwei von ihnen starr in Richtung Dorf schauten und die anderen drei sich angespannt, aber leise unterhielten. Mr. Ach-wie-schön-ist-doch-ein-Rotkehlchen O’Tego war einer davon. Oben standen zwei weitere Wachposten ungefähr zwei Schritte unterhalb der Felsenkante und überblickten die Senke.
Lupin richtete seinen Blick erneut auf die kleine Gruppe am unteren Ende. O’Tego deutete soeben auf das Felsmassiv rund um das Tal, tippte dann auf die Brust des Mannes vor ihm und letztendlich zeigte er auf die zwei Wachen, die oben standen. Remus verstand sofort, hatte aber keinen blassen Schimmer, warum dieser O’Tego das anordnete: Er wollte eine Überwachung der Felswände, von oben. Na toll! Wusste er etwa von einem anderen Weg aus dem Tal? Oder befürchtete er einen Ausbruch seiner Gefangenen einschließlich Klettertour? Lupin war sich nicht sicher, doch bevor er auch nur einen Schritt auf die Gruppe zu machte, um ihr Gespräch zu belauschen, löste diese sich auf und O’Tego verschwand mit dem dritten Mann ins Dorf.
»Vollidiot!«, fluchte der zurückgelassene Werwolf und wandte sich an die zwei Wachposten, die die Senke überblickten. »Hey! Ralf! Serg!«
Die beiden blickten zu dem Mann herab, als hätten sie sich gerade aus einer tiefen Trance gerissen.
»Hey, ihr Schlafmützen da oben.«
»Was gibt’s.«, brüllte der größere der beiden zurück. Keiner der drei schien Anstalten zu machen sich in einem beträchtlich kürzeren Abstand unterhalten zu wollen, was Lupin nicht weiter störte. So hörte er jedes Wort.
»Haltet die Klippe im Auge, kapiert!«
»Weshalb? Denkst du es stürzt sich einer runter? Den möchte ich nicht aufsammeln.«
»Haltet sie einfach im Auge, verdammt! Egal was dort passiert - sofort melden.«
Lupin hatte den verdacht, dass dieser O’Tego etwas oder jemanden erwartete. Mit einem Murren nahmen die beiden Wachen wieder die gemütlichste Position ein, die man im Stehen nur einnehmen konnte, und blickten erneut über das Tal. Diesmal etwas weiter höher als zuvor, aber nur nach wenigen Sekunden wieder mit dem gleichen glasigen Blick. Doch das reichte Lupin nicht. Es würde sicherlich trotzdem auffallen, wenn drei Dutzend oder mehr Menschen eine Felswand hochkletterten oder stiegen. Selbst wenn er alle desillusionieren würde, fielen Steinchen oder Geröll, welches sich plötzlich von allein bewegte, selbst einem dösigen Wachmann auf. Also musste Plan B her - und Plan B enthielt immer das gleiche: ein Ablenkungsmanöver. Nur wie? Vielleicht war es ratsam zunächst einmal jenen zweiten Geheimweg zu finden. Auf der Suche danach würde ihm sicherlich etwas einfallen. Beim Laufen hatte man doch noch immer die besten Ideen.
Also entfernte sich Lupin von den Männern und lief gegen den Uhrzeigersinn an der Felswand entlang. Er tastete sich langsam vorwärts, da die Dunkelheit es ihn schon schwer genug machte, nur seine Finger zu sehen. Nach ihrer Gefangenschaft, so schien es, hatten die Männer Fackelhalter in den Stein getrieben, doch nur jeder dritte oder vierte war von einer brennenden Fackel besetzt. Das Problem bei der ganzen Sache war, dass die Fackeln sowieso schon immer einige Meter auseinander waren und somit die brennenden es nicht schafften, den gesamten Weg auszuleuchten. Außerdem würde es mächtig auffallen, wenn plötzlich einer der Fackel ein Eigenleben entwickelte und freudig, feurig durch die Gegend schweben würde.
Als er ein viertel der Wand geschafft und keinerlei Ansätze eines versteckten Pfades gefunden hatte, drangen endlich die Lichter des Dorfs auch bis zu ihm durch und er konnte sich schneller bewegen. Kurze Zeit später erreichte er das Haus, aus dem er noch vor einigen Minuten ausgebrochen war. Die Wachen standen immer noch davor und Lupin schob sich so leise wie möglich an der Wand entlang. Seine Hand glitt über das Gestein, doch sein Blick war auf die zwei Männer gerichtet, die sich leise miteinander unterhielten. Der eine schaute genau in seine Richtung! Nein, das war nur eine Täuschung und trotzdem schlich Remus so leise wie möglich an dem Haus vorbei. Als er sich plötzlich an einem hervorstehenden Stein stieß, entfuhr ihm ein Verflucht! Er hatte sich so sehr auf die beiden Wachen konzentriert, dass er die Wand fast vergessen hatte. Vorsichtig ging er ein paar Schritte weiter, erkannte, dass die beiden ihn nicht gehört hatten und betrachtete den Schnitt auf seiner Handfläche, die ihm der Stein zugefügt hatte. Zwei Sekunden später war dieser durch die Macht der Zauberei geheilt und schon ging die Suche weiter. Es wurde zunehmend wieder schwieriger etwas zu erkennen. Schließlich nahm Lupin sich eine der Fackel aus der Halterung und verschwand hinter dem nächsten Haus. Ab da schützen ihn die Wände der Gebäude vor neugierigen Blicken, da sie hier so eng aneinander standen, dass man kaum hindurch gucken konnte. Er war nun schon fast eine Runde um das Tal gegangen und hatte immer noch nichts Besonderes oder Auffälliges entdeckt. Kein Wunder, dass er nun langsamer ging und die Felsen sorgfältiger betrachtete.
Du Dummkopf, Remus!, schallt er sich. Jetzt musst du noch eine Runde laufen, nur weil du es unbedingt so eilig hattest! Er fuhr nun größere Teile der Wand mit der Hand ab und blieb öfters an Stellen stehen, an denen Felsstücke herausragten. Doch keiner war dabei, auf den man hätte stehen können oder der gar den Anfang einer Treppe oder etwas Ähnlichen bildete.
»Hast du es gehört?«
Lupin zuckte zusammen als er die Stimme des Rotkehlchens quasi neben sich hörte. Sofort duckte er sich und bedeckte die Fackel mit der Hand, was ohnehin sinnlos gewesen wäre, hätte man ihn entdeckt. Doch eine Wand aus alten Holzbalken trennt ihn und den Sprecher und als er dem Gespräch weiter folgte, entspannten sich seine Muskeln wieder und er trat näher.
»Ja, Remis, habe ich. Wer von uns hat das nicht?« Die andere Stimme gehörte eindeutig Phil. Die beiden Brüder unterhielten sich also - abseits der anderen. Das war interessant.
»Woher hast du’s erfahren?«
»Man sagt, sie hätte sich mit höheren Ministeriumsleuten unterhalten.«
»Man?«
»Ja Brüderchen - man
»Es ist also-«
»Ja, es ist nicht wichtig, viel wichtiger ist es, sie tatsächlich zu finden, nicht war?«
»Na klar, was sollte schon wichtiger sein?« Phil klang nicht gerade begeistert. »Wieso töten wir sie nicht einfach und die Sache hat sich erledigt?!«
»Klar doch, töten wir sie einfach!«, nahm Remis den Vorschlag seines Bruders sarkastisch auf. Lupin konnte vor seinem inneren Auge sein blödes Lächeln sehen und nach den Geräuschen zu urteilen, hatte er tatsächlich die Arme in die Luft geworfen. Er musste unwillkürlich grinsen.
»Du weißt, warum wir sie nicht töten können, Phil, noch nicht.«, setzte er ernst hinzu.
Über wen, verdammt noch mal, reden die eigentlich?
»Natürlich weiß ich das! Weil wir -«
Doch mehr hörte Remus nicht, denn plötzlich raschelte es hinter ihm und keine Sekunde später biss ihm etwas Pelziges in die Hand, in der er die Fackel hielt.
»Au! Verflucht!« Zum zweiten Mal an diesem Abend blutete er.

Dieses Kapitel wurde am 17.09.2008 um 16:27 Uhr bearbeitet.


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