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Dem Mond hinterher

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Autor Kangaroo
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Ankunft in der Schule

Eine halbe Minute später erschien eine schäbig aussehende Gestalt auf der Hauptstraße von Hogsmead. Sie wankte ein wenig, als hätte das Apparieren sie verwirrt; wahrscheinlich, weil es zu überhastet ausgeführt worden war. Kurz danach fing sich Lupin wieder und schritt eilends die stille Dorfstraße hinauf in Richtung Schloss. Die Häuser, an denen er vorbei kam, waren dunkel und ruhig - immerhin war es schon fast Mitternacht. Und zum ersten Mal kam Lupin der Gedanke, dass er vielleicht gar nicht in Schloss kam … und wenn doch, würde gewiss niemand mehr auf den Beinen sein! Na gut, ein Versuch war es wert. Immerhin war er jetzt schon hier. Deshalb verschwendete er auch keinen Gedanken daran, Mrs. Weasleys Angebot, sich ein wenig auszuruhen, nicht doch angenommen zu haben. Okay! Einen klitze kleinen Augenblick verfluchte er sich dafür, es nicht getan zu haben.
Das große Tor, welches von den zwei Ebern flankiert wurde, näherte sich schnell, als er darauf zuhastete. Es war zu und Lupin fürchtete schon die erste Hürde nicht überwinden zu können. Doch das Glück war auf seiner Seite. Die Kette am Tor hing lose auf einer Seite und er konnte einen der Flügel ohne Probleme aufschieben. Dabei war sich Lupin sicher, dass dies anderen bestimmt nicht gelungen wäre. Er schloss ihn wieder hinter sich und eilte zum Schlossportal hinauf. Aus Hagrids Schornstein stieg kein Qualm auf, was hieß, dass er nicht anwesend war. Einige Fenster des Schlosses waren dem entgegen jedoch erhellt. Lupin schritt weit aus und erreichte nach wenigen Sekunden den Eingang zur Schule. Auch er war offen. Remus trat in die dunkle Eingangshalle.
Eilig stieg er die dunklen Treppen hinauf in den dritten Stock. Seine Füße brachten ihn trotz der Finsternis nicht ins Stolpern und so erreicht er die Tür des Lehrerzimmers ohne Beule. Aus dem Inneren waren Stimmen zu hören. Zwei um genau zu sein. Und eine davon konnte er einer ehemaligen Kollegin ohne Schwierigkeiten zuordnen. Er klopfte. Das Gespräch hinter der Tür wurde unterbrochen und Professor McGonagall sagte: »Ja, bitte?«
Lupin öffnete und trat ein.
Der Raum war so geräumig wie eh und je und hatte sich nach seiner Zeit als Lehrer hier kaum verändert. Die zwei alten Kleiderschränke - in einem hatte Lupin einst einen Irrwicht gefangen gehalten - standen nebeneinander wie zwei stämmige Leibwächter an der einen Längswand. Ihnen gegenüber befanden sich zwei Türen und einige Kommoden, in denen jeder Lehrer mindestens ein Fach in Anspruch nahm. Der große, hölzerne Tisch nahm noch immer den meisten Platz in der Mitte des Zimmers ein.
Vor dem einzigen Fenster stand ein belustigt dreinschauender Severus Snape, der sich von seiner Betrachtung des Schlossgeländes gelöst hatte und nun sichtlich amüsiert zu Lupin herüber schaute. Er musste Remus auf seinen Weg zum Schloss gesehen haben, sonst wäre er gewiss nicht so unüberrascht gewesen. Professor Flitwick, der kleine Lehrer für Zauberkunst, hatte einen Blick von seinem Abendpropheten riskiert, um dem Neuankömmling einen Augenblick seiner Aufmerksamkeit zu schenken. Er wirkte überrascht, aber er ließ sich nicht lange ablenken.
Minerva McGonagall hingegen ließ sich länger von ihrem Gespräch mir Professor Sprout ablenken.
»Remus! Was tun Sie denn hier?«
Lupin schloss die Tür, nickte den anwesenden Herren kurz zu und schritt schnell zu den Damen hinüber, um McGonagall keinen Grund zu geben, dringend aufstehen zu müssen.
»Guten Abend, Pomona, Minerva.«
»Auch wenn das eine maßlose Untertreibung ist, mein lieber Professor Lupin: Guten Abend.«, antwortete Professor Sprout und zwinkerte ihm zu.
»Den Professor habe ich seit einem Jahr abgelegt, Pomona. Ich hoffe also, Sie verzeihen mir mein plötzliches und so spätes Eindringen in das Lehrerzimmer. Minerva, ich muss dringend mit Dumbledore sprechen. Ist er in seinem Büro?«
»Der Schulleiter«, sagte Snape leise gerade als Minerva den Mund öffnete. »wird sich in nächster Zeit noch zu uns gesellen. Vielleicht ist es das beste, Sie warten hier auf ihn, Remus.« In seiner Stimme schwang sowohl Bosheit als auch ein Lächeln mit, welches jedoch nicht auf seinen Lippen erschien.
»So ist es, Severus.«, erwiderte McGonagall scharf und machte mit einem Seitenblick unmissverständlich klar, dass das Gespräch ihr gehörte.
»Zu dieser Zeit?«, staunte Lupin.
»Ja. Das Ministerium war der Meinung, der Schule etwas Gutes zu tun, wenn sie ihr eine Lehrerin stellen -«
»Dolores Umbridge. Ich habe davon gehört.«
Erstaunt zog sie die Augenbrauen hoch. »Dumbledore möchte noch etwas dazu sagen, bevor morgen die gesamte Lehrerschaft eintrifft.«, fügte sie noch immer Lupin taxierend hinzu.
Im selben Augenblick klopfte es und Albus Dumbledore trat ein.
»Guten Abend, werte Kollegen - oder sollte ich lieber Guten Morgen sagen.« Er lächelte und trat näher. »Verzeihen Sie mir diese späte Zusammenkunft, aber ich hielt es für notwendig - Remus! Ich dachte Sie hätten den Lehrerberuf an den Nagel gehängt, wie man so schön sagt.« Dumbledore schien über diese Ungewöhnlichkeit tatsächlich eher amüsiert als überrascht.
»Guten Abend, Albus. Ich bin hier, weil ich Sie dringend sprechen muss.« Lupin machte eine Pause. »Ich denke aber, ich werde draußen warten, solange Ihre Unterhaltung dauert.«
Dumbledore musterte ihn über sein Halbmondbrillengläser. »Gut, Remus. Warten Sie draußen. Es wird nicht lange dauern.«
Lupin fühlte den Blick des Schulleiters auf seinen Schultern ruhen, als er hinaus ging, und fuhr sich erst einmal über den Nacken, nachdem er die Tür geschlossen hatte, um sicher zu gehen, dass nicht doch etwas darauf saß. Natürlich saß nichts auf seinen Schultern.

Es dauerte tatsächlich nicht lange. Zehn Minuten später öffnete sich die Tür zum Lehrerzimmer wieder und Minerva, Filius, Pomona und Severus traten in den Flur. Mit je einem kurzen Nicken hin zu Lupin verschwanden sie in unterschiedliche Richtungen.
Dumbledore stand an der Tür und bat Remus hinein. Als sie sich gesetzt hatten, war es Albus, der das Wort ergriff:
»Ich hatte Sie nicht so schnell zurück erwartet, Remus. Ist etwas schief gegangen?«
»Noch nicht, aber wir stecken in der Klemme. Wir brauchen Ihre Hilfe.«
»Wir?«, hakte Dumbledore nach und runzelte die Stirn. »Wie viel genau sind wir
»Zwei Dutzend Werwölfe aus einem im Ministerium nicht registrierten Dorf, eine mutige, junge Frau und ich.«
»Sie haben sie also gefunden … wobei ich nie an Ihnen gezweifelt habe.«, setzte er anerkennend hinzu. »Eine mutige, junge Frau? … Das klingt nach einer interessanten Geschichte. Mhhh … vielleicht sollten sie mir schildern, was Ihnen zugestoßen ist. Soviel Zeit muss sein, nicht?«
»Ihr Name ist Keira Sandmann … doch ich sollte ein wenig früher anfangen.« In Dumbledores Augen blitzte es und er lehnte sich in seinem Stuhl zurück.
»Alles begann damit, dass ich Lucius Malfoy und einen stämmigen Mann mit mächtig viel Bart, der sich später als Phillip O’Tego entpuppen sollte, zusammen in einem Wirtshaus antraf.«
Und so erzählte Lupin dem Schulleiter so kurz wie möglich, was in den letzten Wochen passiert war. Es war tatsächlich sehr kurz. Nach zehn Minuten beendete er seine Geschichte:
»Eine Magieschranke hat unsere Tarnung auffliegen lassen, doch bevor ich mich in den Kampf werfen konnte, hat sie mich mit Hilfe ihrer Fähigkeiten zum Disapparieren gebracht. Ich tauchte am Grimmauldplatz auf und Sirius sagte mir, dass ich Sie hier in der Schule finden kann.«
Dumbledore schwieg. Er hatte Lupin nicht ein Mal unterbrochen, nur gelegentlich verständnisvoll genickt. Und es gehörte auch zu seinen Stärken, dass er nicht fragte, warum Lupin nicht wieder zurück appariert war.
»Ein interessantes Mädchen …«, murmelte er in seinen Bart und sagte dann laut:
»Ihr braucht also einen Portschlüssel und einen Ort für etwa zwei Dutzend Mensche, wo sie Platz finden und etwas Komfort genießen können.«
Eine sehr treffende Zusammenfassung der Dinge., dachte Lupin. Es verging ein Augenblick, bis er bemerkte, dass Dumbledore ihm gar nicht antwortete oder seine Bemerkung überhaupt aufnahm. Und noch einer, bis Remus begriff, dass diese Art von Kommunikation nur bei ihm und Keira funktionieren konnte.
»Eine sehr treffende Zusammenfassung der Dinge.«, wiederholte er. »Können Sie beides organisieren?«
»Nun, lassen Sie mich einmal schauen …«
Albus erhob sich von seinem Stuhl und schlenderte zu einem der Kleiderschränke hinüber. Er öffnete die Tür. Sie knarrte. In seinem Inneren befanden sich mehrere Besen und einige stark verschlissene Umhänge.
»Vielleicht hätte ein Schrank in diesem Raum auch sein Nötigstes getan.«, stellte er mit einem Stirnrunzeln fest und fischte einen nur an den Ärmeln von Motten angefressenen Umhang von seinem Bügel.
»Doch ich denke, dieser hier, wird seine Dienste tun, glauben Sie nicht auch?« Remus nickte nur. Es war eine rethorische Frage.
»Und nun … einen Ort. Da ich hoffte, dass Sie es schaffen könnten, das gesamte Dorf zu überzeugen, dass Voldemorts Gesellschaft eher Nachteile mit sich bringt, und ich gleichzeitig überzeugt war, ich wäre ein Narr, wenn ich mich bei einer solchen Menge an Menschen darauf verließe, habe ich einen solchen Ort tatsächlich in Erfahrung bringen können.«
Dumbledore hatte sich zusammen mit dem Mantel wieder Remus gegenüber nieder gelassen. Er holte nun seinen Zauberstab aus einer Tasche, tippte gegen den Stoff und sagte:
»Portus
Der Umhang erglühte für einen Augenblick in feurigem Rot und lag dann wieder genauso schwarz in Dumbledores Hand wie zuvor. Er überreichte ihn Lupin.
»Das ist …« Lupin war tatsächlich überrascht. Natürlich wusste er, dass Dumbledore ein genialer Mann war, aber so was warf ihn doch immer wieder aus den Socken. »Danke, Albus.« Das war super! Jetzt konnten sie tatsächlich aus diesem verfluchten Tal …
Dumbledore hielt ihm am Arm zurück. Lupin war aufgestanden und drehte sich nun noch einmal zu dem Schulleiter um. Seine Augen verrieten Besorgnis.
»Remus, ich habe den Verdacht, das Ministerium beobachtet mich … und meine Freunde und sicherlich auch nicht registrierte Portschlüssel. Vermeidet also jegliche Magie, nachdem ihr den Portschlüssel benutzt habt.«, riet er dem Werwolf und ließ seinen Arm wieder los. »Bleibe selbst eine Weile dort, bevor du wieder hierher kommst.« Er schaute ihn viel sagend über seine Halbmondbrille an, ehe er weiter sprach: »Ich würde diese Keira gerne einmal kennen lernen.«
Lupin atmete tief durch. »Das Ministerium also. Es ist doch immer das selbe.« Er ergriff Dumbledores Hand zum Abschied. »Ich hoffe, ihr werdet es nicht all zu schwer mit Dolores Umbridge haben.«
»Dolores Umbridge ist eine sehr ehrgeizige Frau. Wenn es soweit ist, wird sie sich höchst wahrscheinlich selbst ins Unglück stürzen.« Er zwinkerte und schüttelte Remus die Hand. Lupin rollte den verzauberten Umhang zusammen und ging zur Tür. Als er die Klinke in die Hand nahm, schwebte Dumbledores Stimme noch einmal zu ihm:
»Wollen Sie nicht die Nacht hier verbringen? Nach Ihrem kleinen Aufruhr im Wald wird dieser sich bestimmt noch nicht beruhigt haben, meinen Sie nicht? Ich kann mich diesbezüglich natürlich auch täuschen, aber ich biete Ihnen ein Bett für diese kurze Nacht und ein reichhaltiges Frühstück, für den Fall, dass Sie bleiben möchten.«
Lupin verharrte einen Augenblick auf der Türschwelle und überlegte. Dann drehte er sich um und sagte: »Ich werde das Angebot annehmen.«

Dieses Kapitel wurde am 11.06.2009 um 13:23 Uhr bearbeitet.


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