Japanische Musik

  • Welche japanischen Bands/Künstler kennt ihr so..? Welche gefallen euch am besten, welche weniger..?
    Da einige japanische Künstler in emotionale und tiefgehende Bahnen vordringen, andere wiederum an sehr 'ruppige' und provokante bis härtere Ebenen treffen, würde mich vor allem die Wirkung der Musik auf euch interessieren.. Haltet ihr z.B. einige Künstler für zu übertrieben oder gefällt euch diese etwas andere Art..?
    Und stört es euch, dass die Texte auf japanisch und daher thematisch kaum oder nur schwer verständlich sind..?


    Auf die Klischees des sogenannten 'J-Rock' und des 'Visual-Kei' möchte ich an dieser Stelle jedoch weniger eingehen, da es hier nicht um bestimmte 'Genre' und sonstiges Schubladendenken gehen soll, sondern um die Musik..


    Folgend ein paar Hörproben für Interessierte:


    Gackt


    http://www.youtube.com/watch?v=yrPgzGTkjYg&feature=related (Lust For Blood [das Video einfach ignorieren])
    http://www.youtube.com/watch?v…playnext_from=PL&index=30 (Ash)
    http://www.youtube.com/watch?v=6qYl-BsfXmc (Memories)
    http://www.youtube.com/watch?v=t7oAW5iRaPA (Secret Garden)
    http://www.youtube.com/watch?v=nmKZFX5AkIw (Mind Forest)
    http://www.youtube.com/watch?v=88FBonM7SnI (Mizerable)
    http://www.youtube.com/watch?v=k3TJCPASpMo&feature=related (Solitary)


    X Japan


    http://www.youtube.com/watch?v=QELIi9TM7tw (Crucify My Love)
    http://www.youtube.com/watch?v=hXhQ3t-qsoM&feature=related (Endless Rain)
    http://www.youtube.com/watch?v=I1IZAnLVwUQ&feature=related (Tears)


    Dir En Grey


    http://www.youtube.com/watch?v=EHMqNqq4XUU&feature=related (Obscure)
    http://www.youtube.com/watch?v=W1_xA3u1vog (Shokubeni)
    http://www.youtube.com/watch?v=HdsA2C6_cZU (Glass Skin)


    Gazette
    http://www.youtube.com/watch?v…playnext_from=PL&index=50 (Chizuru)
    http://www.youtube.com/watch?v=it4992Bfj2Y (Filth In The Beauty)
    http://www.youtube.com/watch?v…playnext_from=PL&index=58 (Burial Applicant)


    MUCC
    http://www.youtube.com/watch?v=ENNrqnrHRTg (Ame No Orchestra)
    http://www.youtube.com/watch?v=8Vijx1gtCKY (Monster)
    http://www.youtube.com/watch?v=Mp8EXd1Asd8&feature=related (Monochuro No Keshiki)
    http://www.youtube.com/watch?v=ixS2c1Ac2n0 (Libra)


    Miyavi
    http://www.youtube.com/watch?v=IYc82CPTZKs (Itoshii Hito)
    http://www.youtube.com/watch?v=kEH7cphEODk&feature=related (Selfish Love)
    http://www.youtube.com/watch?v=x4Zt2-jTAXQ (Senor, Senora, Senorita)



    Würde mich sehr freuen, wenn sich ein paar Begeisterte finden lassen :)

  • Eine Klassenkameradin hatte mal vor, mich dafür zu begeistern und so habe ich nun einige Lieder, die ich mir jedoch nur gelegentlich mal anhöre.
    Von Dir En Grey habe ich "Machiavellism", welches ich ganz gern mal höre, das rockt ziemlich.^^ Ich habe allerdings keine Ahnung was da gesungen wird. :-D
    "Regret", "Burial Applicant" von Gazette finde ich auch manchmal ganz nett. Ich glaube, ich habe das Album "Stacked Rubbish" komplett, bin mir da aber nicht ganz sicher. Da sind einige nette Stücke bei. Ich habe jedoch noch nicht jedes Lied gehört, weil mir die japanische Sprache auf Dauer ziemlich auf die Nerven geht, weil ich sie nicht verstehe und kaum mitsingen kann.
    Ich habe auch ein Stück von Miyavi, leider kann ich den Namen nicht lesen, da er aus Schriftzeichen besteht. Die Geräusche einer Kettensäge bilden einen Rahmen, weil sie am Anfang und am Ende auftauchen, vielleicht kennst du es? Das Lied finde ich auf jeden Fall sehr gut. Und sein "Hit The Road Jack" finde ich ziemlich gut.
    Von Alice Nine habe ich noch ein Stück und einige von AnCafe, aber von denen sagt mir keines zu.


    Ich kenne von wenigen Musikern mehr als die Musik, kann mir deshalb kaum ein Urteil über die Wirkung ihres Auftretens erlauben. Doch habe ich mal ein Video von einem Bühnenauftritt von Dir En Grey gesehen. Ich kann mich nur noch an einen Sänger mit Eimer über dem Kopf und Blut erinnern. Das hat mir nicht gefallen, war mir zu übertrieben.

  • Danke für den Eintrag =)
    Mich hat auch eine Freundin auf die Musik gebracht und mich in einigen Teilen dann sogar überzeugen können ;).


    'Machiavellism' mag ich auch gern hören.. Was bei Dir En Grey nicht unbedingt immer der Fall ist. Zuweilen sind sie mir auch ein wenig zu übertrieben. Dennoch genieße ich sie sehr, wenn ich sie mal höre. 'Obscure' z.B. ist mit einer der genialsten Auskopplungen, ist heftig irgendwo, aber sau genial!!


    Regret", "Burial Applicant" von Gazette

    Zwei meiner Favoriten.. Besonders letzteres hat es mir seit dem ersten Hören angetan. Ich mag die Melodie, den Aufbau, den Einsatz der Stimme(n). Auch die ganze Atmosphäre hinterlässt bei mir Eindruck..



    Du hast schon Recht, wenn du sagst, dass man die Sprache und demnach die Texte nicht versteht, die ja ein wesentlicher Bestandteil von Musik sind.. Aber für mich spielt das mittlerweile schon fast keine Rolle mehr. Künstler wie Gackt bringen ihre Musik, ihre Gedanken und Empfindungen mit so unglaublich viel Gefühl und Hingabe rüber, dass das 'Gefühlte' iwo auch so bei mir ankommt. Sicher ist es zuweilen ein wenig unpraktisch und auch lästig, da man entweder auf 'billige' Übersetzungen des I-Netz’s angewiesen ist oder sich die Worte nur im Kopf ausmalen kann. Dennoch höre ich die japanische Sprache sehr gern, sie klingt so weich, irgendwie sanft. Sogar üble Schimpfwörter hören sich in dieser Sprache ungemein sanft an.. :-D


    Ich glaube zu wissen, welches Stück du von Miyavi meinst.. Leider ist dieses einer der Titel, welche auch ich nur auf japanisch (mit den entsprechenden Schriftzeichen) habe. Es ist ein etwas schnellerer Song, oder?
    'Hit The Road Jack' :lachen: - jap, definitiv hörenswert..
    Bei ihm liebe ich ja auch die Stücke, in welchen er sein Talent des Gitarrenspiels zeigen kann – er ist ein wahrer Meister mit diesem Instrument! Durfte ihn sogar schon einmal live erleben :-)

    Alive Nine kenn ich gar nicht.. Und An Café mag ich auch nicht so gern. Ihre Musik klingt auf mich so nichtssagend, iwie ausdruckslos und zurechtgeschnitten.


    Doch habe ich mal ein Video von einem Bühnenauftritt von Dir En Grey gesehen. Ich kann mich nur noch an einen Sänger mit Eimer über dem Kopf und Blut erinnern. Das hat mir nicht gefallen, war mir zu übertrieben.

    *lol* Diese Art der Überlieferung sagt mir auch nur in wenigen Teilen zu.. Steckt eine sinnvolle oder gar provokant-nachdenkliche Absicht dahinter, was u.a. auch mal der Fall ist, hab ich nichts gegen diese Art des Auftretens. Handelt es sich aber um den puren Willen der Aufmerksamkeitserregung, so ist mir dieses Verhalten zuwider.



    Mein persönlicher Meister, was die japanische Musik (in dieser Richtung) angeht, ist Gackt. Er ist unglaublich vielseitig und begabt. Gewiss nerven die 'Gerüchte', welche um ihn kreisen, aber er macht einfach das was er will, ob nun sein derzeitiges Auftreten als Solokünstler, mit seiner ehemaligen Band oder in musicalähnlichen Tiefen, er geht seinen Weg und hat sich mMn sehr weiterentwickelt, gerade auch was die Betonung seiner Gefühlskraft betrifft. Er berührt mich immer wieder mit seiner stimmlichen Gewalt und der Sanftheit bzw. auch Traurigkeit darin.
    X Japan bedeuten für mich immer ganz große Faszination.. Es ist die älteste Band, die ich so kenne. Hinter ihrer Musik steckt auch sehr viel Gefühl und irgendwo auch Schönheit... Hier mag ich auch vor allem die 'Metal'klänge, die mitunter anklingen.


    Was mich wirklich sehr nervt, sind diese vorgebeteten 'Stilrichtungen', welchen sich ein Großteil der Künstler hingeben. Das trimmt mir dann wieder zu weit in 'Mainstream' ab. Und dieses stetige 'Headbanging' (besonders bei Dir En Grey & Gazette) – wirklich nervtötend. Da geht mir ein Stück der Ernsthaftigkeit verloren.


    Allgemein kann ich die Musik auch nicht immer hören (aber gut, bei welcher Musik ist dies schon so..!?), aber in den passenden Momenten genieße ich sie geradezu.

  • Du hast schon Recht, wenn du sagst, dass man die Sprache und demnach die Texte nicht versteht, die ja ein wesentlicher Bestandteil von Musik sind.. Aber für mich spielt das mittlerweile schon fast keine Rolle mehr. Künstler wie Gackt bringen ihre Musik, ihre Gedanken und Empfindungen mit so unglaublich viel Gefühl und Hingabe rüber, dass das 'Gefühlte' iwo auch so bei mir ankommt. Sicher ist es zuweilen ein wenig unpraktisch und auch lästig, da man entweder auf 'billige' Übersetzungen des I-Netz’s angewiesen ist oder sich die Worte nur im Kopf ausmalen kann. Dennoch höre ich die japanische Sprache sehr gern, sie klingt so weich, irgendwie sanft. Sogar üble Schimpfwörter hören sich in dieser Sprache ungemein sanft an.. :-D


    Stimmt, die Stimmung des Liedes fängt man häufig auch durch den Klang der Stimmen und der Musik auf, doch mir fehlt schon etwas, wenn ich die Texte nicht verstehe. Und die japanische Sprache bedarf, laut meiner Klassenkameradin, auch etwas Gewöhnung. Dann nervt sie nicht mehr, sondern man kann aufnehmen, wie die Sprache klingt. Dafür brauche ich wohl noch etwas Übung. ;)


    Ich glaube zu wissen, welches Stück du von Miyavi meinst.. Leider ist dieses einer der Titel, welche auch ich nur auf japanisch (mit den entsprechenden Schriftzeichen) habe. Es ist ein etwas schnellerer Song, oder?
    'Hit The Road Jack' :lachen: - jap, definitiv hörenswert..
    Bei ihm liebe ich ja auch die Stücke, in welchen er sein Talent des Gitarrenspiels zeigen kann – er ist ein wahrer Meister mit diesem Instrument! Durfte ihn sogar schon einmal live erleben :-)


    Ja, das ist ein schnellerer Song.
    "Hit the load, JaCK (...) no mo, no mo, nomo, no mol" :-D Das klingt echt prima.^^
    Ich habe nicht wirklich Ahnung von Gitarren, aber bei ihm habe ich tatsächlich das Gefühl, dass er es wirklich drauf hat. Live stelle ich ihn mir echt klasse vor, scheint ein lustiges Kerlchen zu sein. :)

    Alive Nine kenn ich gar nicht.. Und An Café mag ich auch nicht so gern. Ihre Musik klingt auf mich so nichtssagend, iwie ausdruckslos und zurechtgeschnitten.

    Genau, ich empfinde die Musik von ihnen auch eher als Plastikgedudel.

  • "Hit the load, JaCK (...) no mo, no mo, nomo, no mol" :-D Das klingt echt prima.^^

    Sein Englisch ist in der Tat recht... gewöhnungsbedürftig^^. Er verschluckt gern mal diverse Vokale und Wortfetzen, so weit ich das heraushöre. Jap, er ist definitiv ein Lustiger - irgendwie scheint es mir, als wäre er ein kleines Stehaufmännchen, nimmt den Tag wie er kommt..



    Mit der Japanischen Sprache muss ich dir recht geben, man muss sich erst auf den Klang und die fremden Worte einlassen, um Gefallen daran zu finden. Anfangs kam ich mir auch recht unbeholfen vor.. Aber mit der Zeit gewöhnt man sich ganz gut daran ;).

  • Ich glaube zu wissen, welches Stück du von Miyavi meinst.. Leider ist dieses einer der Titel, welche auch ich nur auf japanisch (mit den entsprechenden Schriftzeichen) habe. Es ist ein etwas schnellerer Song, oder?


    Gefunden! Joshou Gaidou heißt es.

  • Ich kenne bloß die Band "The 5 6 7 8's" und zwar aus Kill Bill.


    Das Lied "Woohoo" kennt man ja eigentlich. Und dann haben die auch noch "I'm blue" gesungen, auch aus dem Film.


    Müsst mal bei youtube die band und die Lieder suchen...

  • Mit japanischer Musik kenne ich mich nicht wirklich gut aus. Obwohl ich sehr gerne Animes und japanische Filme schaue und auch fleißig Soundtracks sammle, merke ich mir meistens weder die Titel der Lieder noch die Namen der Interpreten.


    Der Name des Sängers Kiyoharu ist mir allerdings im Gedächtnis geblieben, weil ich seinen Song 'Slow' im letzten Jahr ständig gehört habe. Das Lied 'Dirty' von der Band Nightmare finde ich auch nicht schlecht. :D

  • Dir En Grey habe ich am 20. oder 21. Juni am Nova Rock im Burgenland (A) gesehen. Die waren wirklich super!


    Sonst kenne ich aber auch keine...

  • Gefunden! Joshou Gaidou heißt es.

    Jap, das kenne ich! Mag hier besonders den genialen Aufbau der Melodie und Miyavi's Geschrei^^.


    Ich kenne bloß die Band "The 5 6 7 8's" und zwar aus Kill Bill.

    Uhi... Die Band kenn ich gar nicht. Wenn ich demnächst mal Zeit habe, höre ich mir mal ein paar Sachen an ;). Kill Bill habe ich nie gesehen, weil der Film mich vom Prinzip schon nicht anspricht..


    merke ich mir meistens weder die Titel der Lieder noch die Namen der Interpreten.

    da geht es mir ähnlich.. Die Bandnamen merk ich mir schon, aber mit den Titeln ist das so eine Sache.. Mit der Zeit kann ich mir sie wohl merken, aber eigentlich kenne ich nur die Titel, wo ich eben auch das jeweilige Lied mag. Bei Songs, die ich weniger höre, vergesse ich sie immer ganz fix wieder.


    Der Name des Sängers Kiyoharu ist mir allerdings im Gedächtnis geblieben, weil ich seinen Song 'Slow' im letzten Jahr ständig gehört habe. Das Lied 'Dirty' von der Band Nightmare finde ich auch nicht schlecht. :D

    Bisher kenn ich nur 'Aurora', 'Emily' & eben 'Slow' von ihm (als Solokünstler; seine frühere Band kenne ich nicht).. Gefällt mir auch ganz gut, nur hat er für mich keine weltbewegende Stimme; sie klingt mir zu 'gewöhnlich' irgendwo.
    Aber 'Dirty' hat schon was, definitiv. Kennst du zufällig auch 'Lost In Blue'? http://www.youtube.com/watch?v=4GvFcrP0zao
    Das gefällt mir ganz gut; ist etwas ruhiger, aber mich spricht die Stimmung des Liedes irgendwie an.. So entspannend und auch eine Spur traurig..


    Dir En Grey habe ich am 20. oder 21. Juni am Nova Rock im Burgenland (A) gesehen. Die waren wirklich super!

    Das kann ich mir vorstellen! Eine gute Freundin von mir hat sie auch schon zwei mal live gesehen (soviel ich weiß) - sie war auch jedes Mal völlig begeistert. Haben sie denn auch 'Obscure' gespielt..? Das muss live ja wirklich Wahnsinn sein.

  • Ich liebe Envy, großartige Musik;
    - 'Chacun De Tes Pas'

    - 'Pure Birth & Loneliness'
    - 'Fading Vision'
    - 'Scene'
    - 'A Warm Room' (Live) (die Studioversion ist abrufbar.)


    Ich glaube nicht, daß ich über solch intensive Stücke vil schreiben muß bzw. will.


    --


    Merzbow ist gleichfalls eine Entdeckung wert. Ich mag das kalte der Arbeit.
    - 'Kentacky Fried Dub'
    - 'Cycle Pt.2'


    --


    von Melt-Banana erfuhr ich erst vor kurzem. Sie gefallen mir sehr, Ihre Stimme ist toll.
    - 'Green Eyed Devil'
    - 'Lost Parts Stinging Me So Cold'
    - Live


    --


    selten höre ich auch Dir En Grey.


    das Texte auf japanisch sind, ist mir übrigens gar nicht lästig, vil eher empfinde ich es als erfrischend.

  • Wie schön, ein paar weitere Bands/Musiker, die ich vorher nicht kannte ;)


    Zu Envy: Die ruhigeren Parts vermischt mit den härteren/eindringlicheren Passagen hinterlassen bei mir den Eindruck von Komplexität. Auch die Stimmungen der von dir geposteten Lieder sind völlig verschieden, sodass man nicht unbedingt den Eindruck hat, als handle es sich um dieselbe Band. Sicher muss man sich bei diesen Werken (stimmungsmäßig) erst richtig darauf einlassen, um wirklich zu begreifen und die Musik aufzufassen… Besonders 'Pure Birth & Loneliness' sowie 'Scene' gefallen mir in ihrer Gesamtkomposition – sehr schön verflochten die einzelnen Elemente. 'A Warm Room' vermag ich gar nicht näher zu beschreiben, jedoch ein sehr eindringliches schönes Stück.
    Gewiss eine Musikgruppe, welcher ich in nächster Zeit noch mehr Aufmerksamkeit schenken möchte.


    Mit Merzbow mag ich mich (vom ersten Eindruck her) nicht so anfreunden.. Irgendwie kann ich mir diese beiden Stücke nur für einen sehr gering Zeitraum anhören ohne Ohrenschmerzen zu bekommen.


    Melt Banana ruft bei mir eine schrille (aber angenehme) Stimmigkeit hervor – die Musik hat eine schöne lockere Art ohne gezwungene Verkrampfungen. Wobei ich glaube, dass mir die Musik in 'unpassenden' Momenten schnell auf die Nerven gehen könnte. Für zwischendurch aber sicher ganz bekömmlich.


    Darf ich denn mal fragen, welche Songs du von Dir En Grey gern magst..?

  • In letzter Zeit habe ich versucht Dir En Grey intensiver anzuhören & Mir auch Ihr neuestes Album 'Uroboros' bestellt, aus dem ich noch nicht vil kenne bzw. lediglich flüchtig Abschnitte. Zuvor ließ ich sie eher einmal nebenher laufen. Ich mag Kyo´s Emotionalität beim singen der Stücke sehr..und seine Auftritte...... und ich finde man hört auch in den Studioarbeiten was bewegt - sein Gesang, die Betonung darin, wirkt auf Mich fast vollkommen anders, als ich das von vilen aus dem Westen kenne.
    was Mir bisher richtig gut gefällt ist - 'Garbage' / 'Kodou' (super Text & Video dazu!) / '-ZAN-' / 'Kigan' / 'Dead Tree' / 'Pink Killer' / 'Itoshisa Ha Fuhai Nitsuki' - also hauptsächlich habe ich Lieder aus 'WtD' liebgewonnen ('vorher' mochte ich Obscure als Lied an sich & 'the Fatal Believer' war Mir ganz nett... das war allerdings Musikhörn, wie sie keinen Spaß macht.), jedoch habe ich auch dies leider noch nicht ausführlich genoßen. 'Kisou' ist Mir jetzt ein ganz klein bisschen bekannt, die Anderen Arbeiten (bis auf vereinzelte Songs eben) so gut wie gar nicht. - tatsächlich aufmerksam geworden, im Sinne von Musik ans Herz lassen, bin ich durch Dich & diesen Thread hier, Steffi, danke dafür also. Mich intressiert auch ziemlich, was Du von dem 'Obscure'-Video hälst & wie Du es womöglich interpretierst und dann vlt. auslegst.


    eine weitere ansprechende Band könnte übrigens Despair´sRay sein, falls Du da mal reinhörn willst.

  • Es freut mich, dass du dich näher mit Dir En Grey befasst hast bzw. noch befassen magst. In meinen Augen sind sie gewöhnungsbedürftige Künstler (was keinesfalls negativ gemeint ist), mit solch geladener Energie und Atmosphären-Reichheit, dass das Hören genießerisch wird.


    Vor allem schätze ich die Abwechslung in den Songs. Kyo ist ein fantastischer Sänger, der, wie du schon sagtest, sehr gut mit Emotionen spielen kann. Seine Stimme ist veränderbar, aber besonders vermag sie zu einem durchzudringen und dies in all ihren Ebenen. So brauche ich nicht unbedingt die Texte um mit ihrer Musik etwas anfangen zu können, gerade Dir En Grey sind (wie auch Gackt & The Gazette) sehr stimmungsgewaltig und emotionsgeladen, sodass man vieles allein vom Hören schon intensiv wahrnehmen kann (oder zumindest etwas erahnen kann).
    Wobei die textlichen Strukturen bei Deg auch eine eigene Kraft besitzen, welche durchaus lohnenswert ist. Sie sind teilweise schwer zu durchleuchten, aber eben das mag ich so.


    'Uroboros' ist äußerst gelungen! Ich mag es sehr gern hören. Zuvor war ich eher die etwas gröberen Töne von 'Vulgar' & 'WtD' gewöhnt, dennoch hat es mich sogleich mitgerissen. 'Vulgar' kann ich im Übrigen nur empfehlen.. Allein 'Shokubeni' ist ein Glanzstück, 'Obscure' nicht zu vergessen..) - hier sind mir die Atmosphären schön dunkel... Uroboros ist seichter, eingängiger, so finde ich (nicht thematisch, sondern in musikalischer Betrachtung).
    'Inconvenient Ideal' ist beispielsweise eines der ruhigeren Lieder. Hier liebe ich die Wandelbarkeit seiner Stimme und die Emotionen, die seichte Melodie – ich finde es wunderschön.
    Einige Lieder wirkten auf mich anfangs ein wenig befremdlich; 'Bugaboo' beispielsweise war mir beim ersten Reinhören fast schon wieder zu herkömmlich, aber je öfter ich es hörte, desto mehr riss es mich mit. Bei 'Dozing Green' gefallen mir besonders die seichten 'Schreie' (besonders zum Ende hin) :love:
    Interessant finde ich insbesondere 'Reiketsu Nariseba' - aber dies Stück musst du dir einfach anhören, jegliche Beschreibungen würden es nur einschränken – ich liebe es jedenfalls!
    'Glass Skin' ist ebenfalls atemberaubend – auch wenn es eher einfacher aufgebaut ist..


    Zu 'Kodou' kann ich nur sagen: ergreifend! Wobei 'Dead Tree' mMn das beste Stück von WtD ist, mag das klangvolle Zusammenspiel von Musik und Text sowie den gesamten Aufbau; ganz zu Schweigen von der Atmosphäre.. Ebenfalls ansprechend ist 'The Final', hier verstärkt textlich...
    Bei 'Kisou' ist mir besonders 'Embryo' in Erinnerung geblieben. Es ist... schön. Was hälst du denn von dem Stück, sofern es dir bekannt ist?


    Zu dem Video von 'Obscure' mag ich gern etwas schreiben, aber dafür wünsche ich in einer bestimmten Stimmung zu sein. Damit ich 'Kerniges' schreiben kann und nichts einfach 'dahin Geschriebenes'.



    D’espairsRay kenne ich schon ein wenig. Kenne aber nur die Lieder von 'Redeemer'. Woraus mir bisher 'Paradox5', 'Masquerade' & 'Kohaku' ganz gut gefallen. Ich finde, seine Stimme hat etwas Wesenhaftes, ich mag ihren Klang und die Tiefe, fast als würde sie sich irgendwo verlieren und man vernähme nur noch den Schall (zumindest bei seinen dramatischen, melodischen Parts)...
    Was kennst du bisher von ihnen?

  • Mucc, Gackt, Dir en Grey, An Cafe... mir persönlich die liebsten japanischen Bands.


    Ich hör aber auch gerne Musik aus Videospielen oder TV-Serien... oft besser als die Rock/Pop-Gruppen aus Japan :)

  • 'Obscure' ist ein unheimlich mitreißendes Video... Man kann sich darin verlieren, es offenbart oft weitere kleine Details, welche man zuvor nur eher schwammig wahrgenommen hat. So passiert es gelegentlich, dass ich ein Bild entdecke, von welchem ich meine, es vorher noch nicht in dem Video beachtet zu haben. Man kann seinen Fokus immer wieder neu ansetzen... Das liebe ich an dem Video, es ist so wahnsinnig vielschichtig und immer aufs Neue beeindruckend, in musikalischer wie (besonders) bildlicher Hinsicht. Durch dieses Video und der zugehörigen Musik habe ich erst zu Deg gefunden. Anfangs fiel es mir schwer den richtigen Zugang zu ihrer Musik und ihrer 'Art' zu finden. Aber seit ich dies Video gesehen habe, sind sie bei mir doch merklich auf Interesse gestoßen.
    Für mich ist es schwer alle Eindrücke und Formen des Videos zu ordnen und dieselben dann zu einem Punkt zusammenlaufen zu lassen. Ich bin mir fast sicher, dass dies bei einem solchen Video auch kaum möglich ist. Es beinhaltet so viel Undeutliches und doch bemerkenswert Projizierendes – grotesk wie das Video selbst...


    Elementar ist wohl der 'Mensch'.. Mein erster Eindruck war in etwa, dass der Mensch zwar im Mittelpunkt des Ganzen steht, es aber wirkt, als würde von diesem an sich abgelenkt werden. So als sei alles nur ein böser Alptraum. Man behält die verzehrenden & starren Bilder im Kopf, verbindet sie aber nicht direkt mit sich selbst oder eben dem 'Menschen'. Man betrachtet alles eher von außen, man ist nicht wirklich Teil der Szenen, sie werden einem vielmehr vorgespielt; als würde der Mensch einem vorgeführt (er wird quasi 'entkleidet'). Theoretisch reißen die Bilder den Betrachter mit, lassen ihn durch das Geschehen wandern. Zugleich wahrt man jedoch eine Art 'natürliche Distanz' zu den Bildern – ähnlich wie das 'Schlechte' und Abschreckende immer totgeschwiegen oder verdrängt/ignoriert wird. So als wolle man das Ganze nicht sehen oder gar begreifen. Hier laufen zwei Dimensionen zusammen: das, was tatsächlich gesehen wird und jene Bruchstücke, welche gesehen werden wollen, mit welchen man etwas anfangen kann, die einem etwas rettend 'Gutes' entgegenbringen.
    So taucht man in eine Entmenschlichung und auch Entgrenzung ein. Wo der Mensch als Instrument gilt, welches sich fügt und führen lässt. Er folgt dem vorgegebenen Weg, unbewusst jedoch, dass er selbst sich diesen aufzwingt. Der Mensch bildet also ein Wesen, was geformt aber auch zerstört werden kann bzw. will (-> auch Selbstverstümmelung). Daneben dann sein Puppendasein, die Vergegenständlichung.


    Andererseits (paradoxerweise) lebt der Mensch wiederum vieles/alles aus (bzw. würde alles ausleben, so man ihn ließe - fern von jeglichen Grenzen); tiefe, verborgene Sehnsüchte & Lüste kommen zum Vorschein. Jegliche 'Moral' und alles, was 'bremst', wird ihm abgeschnitten. Unterbewusstes, Verdrängtes wird hervorgelockt; Grenzen & Gesellschaftliches wird ignoriert – so als existieren keine Einschränkungen, was die persönliche Entfaltung (in jeglicher Hinsicht) angeht. Der Mensch kennt keine Hemmungen, hat aber gleichzeitig große Angst vor sich selbst (vor seinem Selbst): Vor dem, was er sehen würde, könnte er sich selbst betrachten...
    Zeitweise habe ich auch das Gefühl, als deute das Video zwei Seiten an (auch wenn die erste kaum zu sehen ist): Jene, wo das geordnete Leben, das System angetippt wird, wo sich alle ganz brav im Zaum halten... aber alles schläft, lebt apathisch vor sich hin. Dann erwacht das Innere und es wird aus allem Zwängenden ausgebrochen. Vlt eine Anspielung auf Oberflächlichkeit, die Gestaltlosigkeit des Menschen, wenn er sich an seinen Werten, seiner Umgebung, seinem Alltag etc. festklammert und… vergisst.
    Anstoßend erscheint auch die Zerbrechlichkeit des einzelnen Menschleins gegenüber der (seiner) totalen/absoluten Grausamkeit.
    Nichts wird beschönigend oder maskiert dargestellt, alles wird offen ausgelegt und ausgelebt; jegliche abtrünnigen, schmutzigen, grässlichen und gewalttätigen Triebe werden ausgekostet. Die Menschen laben sich an ihrer Schrecklichkeit & Hässlichkeit – aber sie merken es nicht. Sie sind Puppen/Marionetten, gefügige Gestalten, die sich gefangen nehmen lassen und nur für Oberflächliches die Augen öffnen. So ist der Mensch sein eigenes Versuchsobjekt. Dadurch, dass er sich an sich selbst vergeht, wird er abgestumpft, frisst sich selber auf (nach und nach). Gleichzeitig lebt er in einer Starre – er bleibt immer genau an derselben Stelle stehen. So wird ihm eine Weiterentwicklung unmöglich. Auch Individualität scheint völlig aussichtslos (hier vor allem durch die sich drehenden marionettenhaften Gestalten ausgedrückt – Bewegungslosigkeit; abhängig von der Hand, welche führt).
    Anders und auf die 'Menschlichkeit' bezogen und zwar dahingehend, wie der 'allgemeine Mensch' diese definiert, würde ich fast sagen, dass sie ein Stück weit zerfließt. Dadurch, dass der Mensch seine - durchaus stark - ausgeprägten Triebe wie seine Aggressions- und Mordlust im Dunkeln (verborgen) hält, belügt er sich selbst. Er hält sich an schönen, träumerischen Illusionen fest und definiert sein 'Mensch sein' dahin, dass er 'gut' (oder immer mehr 'gut' als 'schlecht'/'böse') ist. Einfach aufgrund seines Sein-Wollens. Der Mensch wird enttarnt, dadurch dass in das tiefste und abtrünnigste vorgedrungen wird. (Hier spielt auch wieder die Angst vor dem Selbst mit.)


    Andersrum betrachtet steht aber auch das 'Schöne' im Vordergrund… Viele Menschen leben sich in ihrer Intoleranz & Akzeptanzlosigkeit zu Tode, haben keine Zeit für Schönes und Reines. Der einzelne Mensch an sich wird nicht geachtet, wird übergangen. So ist er ganz stark geprägt von Einsamkeit, seiner eigenen Verlorenheit. Er weiß nicht, wer er ist.


    Fast gar nicht zuordnen kann ich die Frau in rot (ab der Mitte taucht sie ungefähr auf), welche den krassen Gegensatz zu den Gewaltszenen darzustellen scheint und sich durch Ruhe aber auch Zerbrechlichkeit auszeichnet (zumindest anfangs). Eine mögliche Assoziation habe ich zu Eva, im Garten Eden. Wenn sie den Apfel pflückt und davon nascht. Also eventuell eine Andeutung auf jegliche Normen/Werte & andere 'Richtlinien' (hier besonders Religiöses). Anschaulich hieran empfinde ich die Frucht, welche hier als menschlicher (Kinder-)Kopf fungiert und die Art wie die Frau ihn mit den Zähnen zerreißt/isst – ihr Blick dabei ist eindringlich und wild, was ich beeindruckend finde.
    Anders (oder ergänzend) könnte sie auch eine Art Geisha darstellen – das weiße Gesicht, die Kleidung, die Art wie sie sich bewegt etc; Sie ist anfangs sehr vorsichtig (erscheint fast orientierungslos), wirkt aber dennoch kunstvoll.. Wenn sie dann den 'Apfel' isst, wirkt es als würde sie etwas Verbotenes tun, etwas, das unehrenhaft für sie ist...


    Alles in allem haftet dem jedenfalls etwas von Zwang sowie Tod & Missbrauch an.. Die Art wie Dir en Grey dies darstellen empfinde ich übrigens in keinster Weise als 'ekelerregend' oder zu übertrieben. In mir weckt die bildliche Untermalung eher eine morbide Faszination... DeG wollen schockieren, ganz klar – was ihnen auch vorzüglich gelingt. Aber mich erschreckt das ganze Szenarium recht wenig, es rührt mich an. Die verschiedenen Elemente, die passend oder weniger passend zum Text (aber das mag jeder für sich selbst auslegen) veranschaulicht wurden, sind ungemein plastisch und runden die Musik meisterhaft ab.


    Ich finde in Obscure auch leichte Parallelen zu 'Grief', was zwar deutlich aggressiver, dafür aber weniger überzeugend in der Darstellung ist (mMn jedenfalls). Während 'Grief' mir eher stumpf erscheint (auf das Video bezogen), hebt sich 'Obscure' durch ein bizarres Sinnbild von allem Verabscheuungswürdigem (Schmerz, Gewalt, Folter ... ) ab. Dies macht das Video als Ganzes ziemlich genial – jedes Bild bringt einen an neue Ebenen, Denkanstöße...
    ('Grief' ist definitiv auch einen Blick wert, falls du es dir mal anhören/anschauen magst: http://www.youtube.com/watch?v=1-hYIwEGu2k )



    Es gibt noch weitere Aspekte, auf welche ich jetzt weniger eingegangen bin, zu anderer Zeit aber vlt mehr dazu...
    Ich habe mir schon oft über Wirkung und mögliche Interpretationen Gedanken gemacht, weswegen einige meiner Gedankengänge durchaus übertrieben wirken können. Vlt interpretiere ich auch an einigen Stellen zu viel hinein.. Aber das Chaos in meinem Kopf lässt sich nicht so leicht ordnen und jegliches muss dann erstmal aufgegriffen werden ;).

  • Anfang Oktober sind jeweils von Mucc & Miyavi neue Alben erschienen.. Vielleicht interessiert dies ja den ein oder anderen..


    Vom Mucc-Album Karma bin ich schwer enttäuscht.. Es ist schwer ihr Meisterwerk Kuchiki No Tou zu übertreffen, welches mich so sehr eingenommen & begeistert hat.. doch diese neue Komposition ist wahrlich schwach. Die beiden ruhigen Stücke Polaris & Feather gefallen mir richtig gut, sie sind vom Aufbau bis zu Melodie & Gesang sehr schön (besonders ersteres besitzt wunderschöne Melodien & ein interessantes Intro).. Auch Freesia sagt mir nach mehrmaligem Anhören sehr zu.. Es hebt sich stark von den anderen Stücken ab, hat einen wunderschönen Verlauf und steigert sich in Abwechslung. Doch leider hört es hier auch schon fast wieder auf. Lediglich A. bildet noch einen netten Track. I Am A Computer, Corruption, Circus & Chemical Parade Blueday z.B. schleichen nur so dahin.. sie haben keine 'Griffigkeit', ich möchte nicht unbedingt sagen, dass es 'lose' Lieder sind, doch erfasst mich hier einfach gar nichts.. Lion besitzt da noch einen netten Einstieg, wird gegen Mitte aber lahm, hat keinen Ausklang.. Bei vielen Liedern verbleibe ich bei einem 'nett', aber mehr eben auch nicht. Insgesamt überzeugt es mich weniger..


    Ganz anders sieht dies bei Miyavi aus.. What’s My Name? strotzt gerade so vor Emotion & vielen neuen, interessanten Eindrücken.. Meiner Meinung nach hebt es sich klar von seinen Vorgängern ab.. Nicht nur musikalisch, sondern auch stimmlich (wirkungsmäßig) hat sich so einiges verändert.. gewiss probiert er sich auf jedem Werk ein wenig aus (eben dies zeichnet den Herrn ja auch aus), doch dieses erscheint mir entfernter von dem bisherigen zu liegen.. der gute Miyavi scheint mehr an Ausdruckskraft gewonnen zu haben (ganz gewiss nicht auf seine Texte bezogen… eher auf die Emotionen, welche in seiner Stimme & den Melodien mitklingen).. doch trotz einiger, positiver Fremdfertigkeiten, bleibt er noch immer Miyavi! Er ist so charismatisch und besitzt ein enormes Wieder-Erkennungspotential; andere Töne tun ihm sehr gut, doch nichts geht dadurch verloren..
    Wo man früher oft eine große Portion Temperament & Charme im Vordergrund betrachten konnte (diese Einstellung brachte ihn aber gewiss nicht davon ab, trauriges, kritisches & leicht süffisantes zu erschaffen!), tritt nun eine ganz andere Seite an ihm hervor.. Vieles ist mir schmerzhafter & auch ernster.. eine Art 'Selbstfindung' & negative Erfahrungen schwingen mit hinein.. So ist Gravity geradezu überwältigend! -> hab ihn noch in keinem Stück derart tiefdringend & zerrupfend singen hören.. Es ist mit Abstand das beste Stück und mich hat es sogleich eingefangen und tief getroffen. Nicht nur seine Stimme kommt wunderbar zum Einsatz, sondern auch die Instrumente/Musik in diesem Lied sind so wunderschön.. 'Let Me Out...' - wie ich diese Stellen liebe! Das gesamte Lied ist so ...triefend - wahnsinnig eindringlich.
    Weitere Höhepunkte wären:
    - Suteki na Mirai – ein wunderschönes Stück.. es ist leicht & trotzdem bewegend auf eine Weise; sehr seicht..
    - I love you, I love you, I love you And I hate you – mir gefällt’s sehr.. schon die Grundmelodie ist äußerst mitreißend..
    - Moon – dies ist so ganz Miyavi… wie ich seine leicht stockende Stimme und die ebenso tänzelnden Instrumente liebe!
    - Super Hero – hier tritt seine Stimme wieder herrlich dringlich hervor.
    - Torture & Unbreakable
    Futuristic Love ist eines von seinen Experimenten, welche er ja nur allzu gern mal einfließen lässt.. jedoch gefallen mir diese schnellen leicht künstlich wirkenden Instrumente weniger.. Auf die eventuelle Aussage bezogen, ist es aber sehr gelungen. Survive ist auch eher mittelmäßig und sagt mir nichts aus. Mit Shelter wären dies aber die einzigen Ausnahmen der sonst doch erheblich gelungen Lieder.. er tobt sich mal wieder ein wenig aus – aber dies tut der Musik natürlich keinen Abbruch; ganz im Gegenteil.
    Ich liebe an diesem Werk seine eindringlich wundervolle stimmliche Qualität und natürlich sein allzeit hervorragendes Gitarrenspiel – er ist und bleibt einfach der japanische Gitarrengott schlechthin :)


    Hat jemand ebenfalls hineingehört..?

  • Freitag Nacht fand auch ich Zeit, um mir 'Karma' anzuhören... Ich besitze erst seit wenigen Tagen die Alben 'Kyutai' & 'Shion' und konnte mich mit diesen bisher nur sehr oberflächlich auseinandersetzen, von daher ist mein Blickwinkel, auf Ihr neuestes, sicherlich ein bißchen anders. ..dennoch war ich über die recht starken Elektronikeinsätze .. ich hatte Mucc bisher mit etwas anderen Klängen assoziiert, wobei das ja nicht ausschlaggebend ist!
    Es beginnt mit 'Chemical Parade', daß wohl hauptsächlich als Einleitung zum Nachfolgelied & weniger als allgemeines Intro zu verstehen ist... Leider ist es mir belanglos, plätschert arg dahin... 'Falling Down' vermag gleichfalls nicht wirklich mitzureißen, es wirkt stark nach 'Standart' .. alles gleitet an mir vorbei, bis es zum heftig-mitreißenden Gitarrensolo bei 2:11 kommt! Schade, daß dieses nur knapp zehn Sekunden andauert. der anschließend, nocheinmal, einsetzende Gesang besitzt eine schöne Melodie, jedoch nichts besonderes, trotz dem wertet dieser Teil das gesamte Lied auf .. ebenso der harsche Einsatz seiner Stimme ganz zum Abschluß hin. 'Zeroshiki'... hm .. wieder nichts außergewöhnliches .. das Stück hat überhaupt keine Ausstrahlung und Kraft, welche sich überträgt. Zwar ist das gesungene schon recht leidenschaftlich, mir fehlt hier aber eindeutig so ne Art Puzzleteil, ebenso wie die Abwechslung... dann kommt 'Chemical Parade Blue Day' & der Beginn ist schon äußerst gewöhnungsbedürftig...nichtsdestotrotz sagt mir der Refrain zu, außerdem hat dieser Titel gewisse (ungewöhnliche) Harmonien aufzuweisen, die den beiden vorangehenden Lieder fehlen. mA.n. eine leichte Steigerung... .. vlt. war dies der Einsteig zu besseren Seite der CD? denn 'A.' ist ganz wundervoll! Absoluter Höhepunkt bis dahin und endlich völlig verschieden, wirkt fast wie etwas, aus älterer Zeit... Ich schrieb jenes bereits ähnlich; für mich spiegelt es unheimliche Sehnsucht, welche ich so offen in mancher japanischer Musik ausfinden kann... ein aufrecht laufen & drehendes, trauriges tanzen... Seinen sanften, schreienden Stimmeinsatz, man glaubt, er wolle sich in Seele graben und sie ausholen... gleichfalls die spielenden, fließenden Instrumente - sie gehen perfekt einher! Zudem bin ich verliebt in folgende, simple Zeile; "Can’t find you in a town like this..." Überhaupt find ich das Album, textlich, ausgezeichnet.
    So, nun kommt 'I Am Computer'. Zu Beginn wieder elektronisches (.. und wer damit weniger anzufangen weiß, wird nach 'A.' vlt. eher enttäuscht sein), was mich hier, aus irgendeinem Grund, stark an Ende achtziger Jahre denken lässt... In diesem Song mag ich die Monotonie (passend zur Stimmung der Lyrics), sowie dieses verklingen ab Minute 3:22. Abgesehen davon melancholisch-harmonische Gesangslinien... Ich habs gern. Das titeltragende Instrumental 'Karma' erinnert mich reichlich an die schwedischen Künstler 'the Knife', den angenehmsten Part trifft man bei 2:24 an. Unglücklicherweise fast einziges 'auflauschen', auch wenn das leise 'Kreise ziehen' ab der elften Sekunde gelungen ist... danach rückt grad das in den Hintergrund. Englisches kann dann überraschen, 'Corruption' selbst tuts kaum... obwohl sichs sehr 'jazzig' anklingt. Es ist keineswegs schlecht, nur wie du es ja auch sagtest bloß 'nett'... 'Circus' hingegen ist mir intressant! Hier ist erstens der Text klasse und dieses rausfallend, aufsteigend laute zeichnet das Werk aus... Ich stimme zu, daß es evtl. nicht besonders in Einklang mit einigen andren Stücken steht, doch das macht mir hier nichts.
    Ja, 'Polaris' hat wahrlich reichlich... ab der neunzehnten Sekunde gelingt es, daß ich Frühling erblicke & frisch-gefallne Äpfel... die Streicher & kindlichen Details heben das Lied auf eine hohe Ebene, zusammen mit 'A.' bisher das qualitativste (dabei hasse ich diese Endgültigkeit, einiges kann sich abändern, stets wechseln!)
    Als ich Lion' zuerst im Ohr hatte, gefiels mir gar nicht (die erste Hälfte), der Einstieg zu getrimmt & vor allem war mir seine klare Stimme schrecklich grob eingesetzt. Doch wie sich genau das nach nach anreihendem hören auslöschte! Es ist mir etwas tolles, hier Augen zu schließen und in den Druck einzutauchen und von dem wiederkehrenden Motiv bei 1:40 möcht ich gar nichts sprechen, phantastisch! Ich bin kein Liebhaber dieser 'Oohs', allerdings reißt es mich hier mit, daß ganze Lied strotzt vor Energie und das es keinen Abschluß hat, nehme ich anders auf. :) Obwohl es ein wenig nach 'Stop'! klingt, so es beendet wird und man sich vlt. fragt, wo jetzt noch etwas kommen mag... ja, schon... 'Feather' stimmt mit einer süßen Klavierminute ein (nicht auf kitschige Weise, was immer das jetzt genau heißt) .. Tatsurous Gesang gibt mir da auch vil... eine wunderbare Stimme und es sticht ein Gefühl des Abschieds raus... obgleich diese Aufgabe (nur ein subjektives spüren) im vorderen Abschnitt gar nicht derart durchschimmert...
    'Yakusoku' ging mir noch gar nicht richtig in den Kopf bzw. in das Herz, von daher will ich dazu nichts aufschreiben. 'Freesia'... was kann ich dazu... find das zum sterben schön... es stimmt im Grund alles und das bringt mich zu freimachenden Tränen. Keinesfalls aufdringlich, aber an der Hand fassend, sie reichend...niemand ergreift sie...
    'Insgesamt' (solche Beschreibungen wirken immer irgendwie...ich weiß auch nicht...'gezwungen'...) gibt es mit 'A.', 'Polaris', 'Lion', 'Feather' & 'Freesia' Arbeiten die ich schlichtweg liebe, mit 'I Am Computer' und 'Circus' solche die ich mag und leider den restlichen die mir weniger bis gar nicht zusagen, dazu gehört halt auch der fast komplette erste Teil von 'Karma'.


    Wenn du es als angenehm aufnehmen tätest, würde ich auch gerne etwas zu Miyavis 'Whats My Name?' schreiben. Hier ist es auch der Fall, daß ich noch kaum die Aufmerksamkeit fand & lediglich manches anspielte... Allerdings kann ich mich z.B. dran erinnern, vor Wochen eine Liveversion von 'Gravity' im Netz angeschaut zu haben, was mich sehr mitriß... Ich war dort beeindruckt von seiner Dynamik. - Ansonsten bin ich mit seinem Schaffen bisher noch kaum vertraut, abgesehen von 'Jibun Kakumei', was mich gleich begeisterte (das war mein erster Berührungspunkt) .. dann gabs mal noch ein Video, welches ich sofort ins Herz schloß... soweit meine Erinnerung reicht, kritisierte er dort auf äußerst zutreffende Art den 'Westen', Finanzgier usw. Ansonsten ist mir 'gagaku' bekannt bzw. nicht bloß bekannt... ein wahrhaft einprägsames Album... das hat mir auch einiges gebracht... 'Shokubutsu Ningen M No Theme', 'Coin Lockers Baby', 'Hatachi Kinenbi' oder 'Night In Girl' sind Meeresperlen... Ich weiß, daß diese ersten Sachen evtl. eher atypisch für Ihn sind, aber er scheint da ja auf jeden Fall variabel und ungebunden zu sein...

  • Ich finde es zuweilen durchaus positiv, wenn man 'unvoreingenommen' an ein Werk herangehen kann, also wenn einem die Musiker zuvor noch nicht allzu bekannt gewesen sind.. Der eigene Geschmack ist natürlich schon vorhanden, aber man ist eben noch keine bestimmten Klänge & Musikverzweigungen gewöhnt – so fände ich es sehr interessant auch deine Ausführungen zu Miyavi zu erfahren :)
    Night In Girl... ein schönes Stück; und ich finde durchaus, dass diese ersten Alben ihn prägen.. Gewiss hat er sich verändert, aber teils findet er auch noch zu diesen 'Ursprüngen' zurück.. Wenn ich da bspw. an seine Zeit mit den "Kavki Boiz" denke, so sind mir seine alten Sachen deutlich lieber. Dort lassen sich zwar auch ein paar interessante Erneuerungen finden, jedoch ist er mir mit seiner individuellen Eigenheit deutlich lieber als in Begleitung weiterer Musikgruppen sowie -projekte.
    Mit dem Video, meintest du da vlt. Gigpig Boogie? Denn dies ist geradezu himmlisch in seiner Darstellung & Miyavi glänzt (mal wieder) in seiner Mimik..

    Hm.. Circus ist auf eine Weise interessant, ja.. doch kaufe ich ihnen diese Art Klänge noch nicht gänzlich ab.. vielleicht brauche ich noch etwas mehr 'Gewöhnungszeit', um wahren Gefallen hieran zu finden – denn der Text ist in der Tat schon mal ansprechend.


    Shelter hat im Übrigen doch etwas.. lediglich die Wiederholungen von "take me away" hätten nicht unbedingt sein müssen, auch wenn sie sich hier recht gut mit dem gesamten Aufbau zusammenfügen.. auch textlich sagt es mir ungemein zu. Anfangs mochte ich die Grundmelodie nicht leiden.. doch gerade diese finde ich nun herrlich vorantreibend und auch angenehm. Einer Live-Version von Gravity habe ich auf youtube auch schon lauschen dürfen - sagenhaft seine Intensität & seine Kraft beim singen.. dies ist einfach ein Stück, in welchem ich versinken kann und zwar in der Weise, dass ich kaum etwas andres wahrnehme - es nimmt mich gänzlich gefangen & trifft ins Herz..

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