Telekom: Als erstes Dax-30-Unternehmen Frauenquote eingeführt

  • Die Telekom führt als erstes Dax-30-Unternehmen eine Frauenquote ein. Das gesetzte Ziel sind 30 Prozent Frauenanteil in oberen und mittleren Führungspositionen des Unternehmens bis Ende 2015. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) steht der „Quoten-Technik“ skeptisch gegenüber und strebt ihrerseits Bemühungen für einen Frauenanteil in den Führungsetagen deutscher Unternehmen an.


    Als erstes Dax-30-Unternehmen führt die Deutsche Telekom eine Frauenquote ein. Bis Ende 2015 sollen 30 Prozent der oberen und mittleren Führungspositionen im Unternehmen mit Frauen besetzt sein, wie das Unternehmen am Montag in Berlin mitteilte. Die Regelung solle weltweit gelten.


    Telekom-Chef René Obermann sagte, mehr Frauen in Führungspositionen sei ein Gebot der gesellschaftlichen Fairness „und vor allem eine handfeste Notwendigkeit für unseren Erfolg. Mit mehr Frauen an der Spitze werden wir einfach besser.“


    Mit der Entscheidung für einen systematischen Aufbau weiblicher Talente in Führungspositionen baut die Telekom eigenen Angaben zufolge auch ihr Programm zur Vereinbarkeit von Beruf- und Privatleben aus. So sollen Elternzeitmodelle, Teilzeitmodelle für Führungskräfte, flexible Arbeitszeitmodelle und Kinderbetreuungsangebote ausgeweitet sowie praktische Unterstützungsleistungen im Alltag angeboten werden.


    Quelle (ganzer Artikel): FOCUS online



    Eine an Brisanz gewinnende Problematik ... Frauenquote, Bemühungen um einen höheren Frauenanteil - oder gleich etwas ganz anderes? ... ;)

    1954 - 1974 - 1990 - 2014
    "Des interessiert mi ois net der Scheißdreck. Weltmeister samma, den Pott hamma!"
    Thomas Müller


    Nous sommes unis.

  • Auch als EMMA-lesende Emanze der ersten Stunde halte ich von der Frauenquote - ebenso wie von anderen Quoten - nichts.


    Ich denke, dass alle Menschen ein Recht darauf haben, für ihren Einsatz, Fleiß, Motivation etc. belohnt zu werden - und nicht dafür, dass sie ein bestimmtes Geschlecht, Hautfarbe, Nationalität, Religion, Kinderzahl oder was auch immer haben ... was, nebenbei bemerkt, ein Verstoß gegen das Grundgesetz und die Gleichheitsbestimmungen der EU und der UNO wäre.


    Ich denke, dass wenn ich gleiche Chancen und Möglichkeiten haben will, ich auch bereit sein muss, gleiches zu leisten und gleiche Verpflichtungen einzugehen. Oder wie meine Mutter sagen würde: Brot ohne Kruste geht nicht.

    Wenn du ein Schiff bauen willst, so trommele nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten und Aufgaben zu vergeben, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem endlosen, weiten Meer.
    (Antoine de Saint-Exùpery)

  • Das mit der Gleichberechtigung ist unter den derzeitigen Bedingungen doch Käse.


    Wenn ich sehe, was von meinem Mann, der in der mittleren Führungsebene steht, verlangt wird, das kann keine Frau mit Kindern leisten. Wochenenden, Abende, Kurse auswärts, urplötzlich angesetzte Meetings oder Besuche bei Messen - welche Frau mit Kindern kann das erfüllen?


    Nur, wer ganz, ganz oben steht (und wieviele kommen so weit?) und eine Betreuung der Kinder durch ein Aupair oder am besten ein Kindermädchen zu 100% absichern kann, ist allzeit bereit für Einsätze.


    Aber ein Kindergarten, der um 17h schließt, oder eine Mittagsbetreuung, die um 15h endet, läßt diesen Spielraum nicht zu. Ganz abgesehen von der Arbeit, die zu Hause bei einem 4-Personen-Haushalt anfällt!


    Dabei leisten Fraun in Halbtagsjobs oft genausoviel wie die, die den ganzen Tag arbeiten. (wissenschaftlich erwiesen)


    Karriere ist nur was für Frauen ohne Kinder - oder mit einem Hausmann!

  • Rrrrrrrrrööööööschtöööösch... Würde auch Paul Panzer sagen.


    Unsere Chefin ist so ein Karriere-Weibchen, was sie aber auch nur kann, weil ihr zuhause ein Faktotum ALLES macht, ein Mann, der das weitere Kleingeld verdient und dazu noch Eltern/Schwiegereltern, die auf die Haustiere acht geben.


    Aber von uns wird immer HÖCHSTE Flexibilität erwartet.


    beispiel: Kollegin, die in Kurzarbeit steht und auch in den Stunden weiter gekürzt werden soll.


    Es heißt: KEINE ÜBERSTUNDE... und wenn ihr das zuwenig ist, soll sie sich einen weiteren Arbeitsplatz dazu suchen.


    Aber so wie heute, heißt es :neee, Sie müssen da noch Zollpapiere machen etc. pp.


    HÄTTE sie einen weiteren Job, dann hätte sie in den letzten 2 Wochen JEDEN Tag den anderen Arbeitgeber anrufen müssen: Ich komm später.


    GANZ TOLLE WOOORST.


    Ich geb Rickerl da nur recht: funzt nur bei Männern ganz oben oder Frauen mit dem gewissen Back"office"

  • Nicht nur Frauen mit Kindern sind betroffen, denn wer übernimmt denn zu 90% die häusliche Pflege von Verwandten?


    Auch einen alten und/oder kranken Menschen, der vielleicht in Pflegestufe 1 oder 2 ist und zweimal am Tag Besuch von einer Pflegerin und einmal Essen auf Rädern bekommt, kann man nicht einfach unbetreut lassen, weil man nicht rechtzeitig Feierabend machen kann oder eine "teambildende Veranstaltung am Wochenende" machen muss. :hmm


    Da nimmt man dann lieber einen Job an, bei dem man keine Karriere, aber dafür pünktlich Feierabend machen kann. :hmm

  • Ich denke, dass alle Menschen ein Recht darauf haben, für ihren Einsatz, Fleiß, Motivation etc. belohnt zu werden - und nicht dafür, dass sie ein bestimmtes Geschlecht, Hautfarbe, Nationalität, Religion, Kinderzahl oder was auch immer haben ... was, nebenbei bemerkt, ein Verstoß gegen das Grundgesetz und die Gleichheitsbestimmungen der EU und der UNO wäre.

    Jaha, das wär schön. Leider ist es aber eben so, dass Menschen aufgrund ihres Geschlechts eingestellt (oder auch nicht) werden. Und Frauen bekommen in Deutschland für die gleiche Arbeit immer noch weniger Geld als Männer. Wenn sich das irgendwann ändert, brauchen wir keine Quoten mehr. Und dann wird sich möglicherweise auch herumgesprochen haben, dass es nicht notwendig ist, rund um die Uhr verfügbar zu sein, um gute Arbeit zu leisten.

  • Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich selbst mir einen Ehemann und Kinder immer so innig gewünscht habe wie eine Salmonelleninfektion, aber Eure Beiträge enthüllen mehr wie alles andere, warum es Frauen so schwer haben mit der Karriere: SIE STEHEN SICH SELBST IM WEG !


    Nach 30 Jahren, die ich jetzt schon im Beruf stehe, habe ich schon so ziemlich alles erlebt:


    eine Kollegin, die 60 km zu ihrem verunfallten Kind (einen blauen Fleck am Knie) geeilt ist mit den Worten "Damit kann ich meinen Mann nicht belasten", obwohl der Erzeuger nur hätte 10 km in den Nachbarort fahren müssen.


    eine Kollegin, die mittags zwingend von 12.00 bis 13.00 Uhr Pause machen musste, weil der - bereits verrentete - Mann daheim auf sein Essen wartete.


    einen Chef, der sofort zu Hause blieb, wenn eines der Kinder sich auch nur räusperte, obwohl seine Frau Freiberuflerin war und zu Hause gearbeitet hat. Seitdem sind mir "neue Väter" so richtig ans Herz gewachsen :(


    @Alana: Eine Frau, die ihre Karriere vorantreibt und ihrem Mann die Sorge um Kinder und Haushalt überläßt, ist kein "Karriereweibchen", sondern nimmt für sich etwas in Anspruch, was sonst 95 % der Männer tun: eine berufliche Perspektive. Daran ist nichts falsches. Meine französische Bekannte, die sich so schön theatralisch über den Begriff "Rabenmutter" aufregen kann, hätte wohl jetzt laut gelacht. In Frankreich sind die Frauen schmerzbefreiter und berufstätig. Und das ist keine Frage der Kinderbetreungsmöglichkeiten, sondern der inneren Einstellung. Solange die lautet: die Frauen sind für Haushalt und Kinder zuständig, der Mann zieht hinaus ins feindliche Leben, und das von den Frauen auch noch nachgebetet und -gelebt wird, ändert sich nichts.


    Was vielleicht dann auch gut so wäre.


    Bei diesem Thema werde ich nun einfach bissig (sorry, wenn der Ton vielleicht zu scharf war), aber ich möchte selbst als motivierter Single nicht rechts von "Quotenmüttern" werden (das gestehe ich auch jedem Mann zu). Dafür habe ich einfach zuviel an Geld und Zeit in meine Ausbildung und mein Fortkommen investiert.

    Wenn du ein Schiff bauen willst, so trommele nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten und Aufgaben zu vergeben, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem endlosen, weiten Meer.
    (Antoine de Saint-Exùpery)

  • nele, wenn mein Mann das vierfache von mir verdient, werde ich sicher nicht ihn aus einem Meeting holen, wenn etwas mit den Töchtern ist. Da würde ich mir ja selber ins Bein schießen!


    Ich habe mit 24 mein erstes Kind bekommen und mein erster Mann ist Berufssoldat. Auch den konnte ich schlecht aus dem Manöver holen, wenn unsere Tochter krank war.


    Man kann nicht generell sagen, die Frauen stehen sich selber im Weg, wenn wir nun mal die sind, die die Kinder auf die Welt bringen.


    Kann ja sein, daß in Frankreich Kinder grundsätzlich vom Aupair oder der Nanny großgezogen werden und das auch funktioniert. Wir haben aber eine andere Kultur und es dauert sicher Generationen, bis Deutschland genauso weit ist.

  • @Nele: Ganz so einfach ist das nicht, wie Du es hier darstellst!


    Ich hab selbst 2 Kinder und glaube mir, wir haben NICHT die Möglichkeiten
    zur Kinderbetreuung wie in Frankreich!


    Ich bete bestimmt nicht meinem Mann oder irgendeinem Mann nach, dass Frauen
    zu Hause bei den Kindern bleiben sollen!
    Es ist nicht einfach Kinder und Arbeit unter einen Hut zu bekommen, wenn man nicht
    Omas und Opas hat, die zu jederzeit einspringen!


    Ich bewerbe mich seit 3 Monaten STÄNDIG und bekomme laufend die Frage gestellt,
    wo ich meine Kinder bei Krankheit und/oder in den Ferien unterbringe!
    Beim Großen kein Problem, der ist 12, mit dem Kleinen schauts aber ganz anders aus!
    Schule hat eine Betreuuing bis 13.00 Uhr, was aber, wenn ich bis 18.00 Uhr arbeiten muss?


    Ein bisschen differenzieren muss man schon!


    Jetzt möchte ich aber "nur" arbeiten gehen, weil ich aus dem Haus möchte und nicht, weil
    ich finanziell "muss"!


    Meine innere Einstellung würde schon stimmen, aber die Betreuung für Kinder ist in meinem
    Städtchen noch nicht ausgereift, wie vieleicht in Großstädten! :hmm

  • Auch als EMMA-lesende Emanze der ersten Stunde halte ich von der Frauenquote - ebenso wie von anderen Quoten - nichts.


    Ich denke, dass alle Menschen ein Recht darauf haben, für ihren Einsatz, Fleiß, Motivation etc. belohnt zu werden - und nicht dafür, dass sie ein bestimmtes Geschlecht, Hautfarbe, Nationalität, Religion, Kinderzahl oder was auch immer haben ... was, nebenbei bemerkt, ein Verstoß gegen das Grundgesetz und die Gleichheitsbestimmungen der EU und der UNO wäre.


    Ich denke, dass wenn ich gleiche Chancen und Möglichkeiten haben will, ich auch bereit sein muss, gleiches zu leisten und gleiche Verpflichtungen einzugehen. Oder wie meine Mutter sagen würde: Brot ohne Kruste geht nicht.


    Genau das dachte ich mir auch, als ich auf die Meldung gestoßen bin. Man könnte es sogar noch ein wenig deutlicher
    ausdrücken: Gerade als gegenüber der Emanzipation aufgeschlossene Person sollte man Dinge wie eine Frauenquote
    nicht befürworten.


    Damit wird doch automatisch suggestiert, dass Frauen arme, benachteiligte Wesen sind, die sich in den Spitzenpositionen
    einfach nicht so recht durchsetzen können und deshalb auf die Frauenquote angewiesen sind. In diese Vorstellung passt
    dann auch das - völlig falsche - Bild, dass beispielsweise die 4 von 10 Stellen, die mit Frauen besetzt wurden, eigentlich
    von weit kompetenteren Männern hätten übernommen werden können.


    Natürlich ist die Rolle der Frau in mancher Hinsicht determiniert - bei aller Emanzipation, aber Kinder bekommen nach wie
    vor nur Frauen, weshalb sie auch mit dem Umständen leben müssen, die sicherlich nicht besonders karriereförderlich
    sind. Aber daran ändern auch Frauenquoten nichts.


    Wenn die Einbindung von Frauen in höhere Positionen sinnvoll ist, dann wird das ein Unternehmen auch ohne Quote
    tun, wenn es nicht mit den aus betriebswirtschaftlicher Sicht möglicherweise schwerwiegenden Konsequenzen leben will,
    welche allein aus einer generellen Diskriminierung folgen. Bezogen auf ihre Fähigkeiten stehen Frauen Männern in nichts
    nach - DIESE Tatsache sollte der entscheidende Punkt sein, und ich bin mir sicher, dass er weit mehr bewirken kann als
    eine künstlich erzwungene und starre Frauenquote, die in ihrer Art erst recht diskriminierend ist.

    1954 - 1974 - 1990 - 2014
    "Des interessiert mi ois net der Scheißdreck. Weltmeister samma, den Pott hamma!"
    Thomas Müller


    Nous sommes unis.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!