Amy Winehouse ist tot

  • Mir erschließt sich auch nicht wirklich, wie eine so zarte Person, derartig viel
    Alkohol in sich hinein gebracht hat, ohne sich zu übergeben.


    Genau das habe ich mich auch gestern gefragt. Irgendwas muss doch ab einem bestimmten Punkt passieren (Übergeben, Bewusstlosigkeit, Koma...), habe noch nie gehört, dass ein Mensch 4 Promille intus hatte.


    Aus diesem Grund halte ich auch nach wie vor die Kommentare von den ersten Seiten "Solche Beiträge wie 'Sie hat doch selbst Schuld' finde ich unangebracht" für absoluten Quatsch. Es ist nun einmal ihre eigene Schuld. Wer so mutwillig mit seiner Gesundheit umgeht, muss mit den entsprechenden Konsequenzen rechnen. Dass es so endet, ist zwar traurig, aber war dennoch auf eine gewisse Weise voraussehbar.

  • Ich verstehe worauf Du hinaus willst Nico, aber trotzdem solche Kommentare wie "selbst schuld" sollte man sich verkneifen. Der Familie zu Liebe und auch weil man nicht in den Schuhen dieser Person gegangen ist.


    Wie sie als Mensch war weiss ich nicht, aber ich weiss, daß sie eine tolle Sängerin war.

  • Na ja, aber macht sie die gute Sängerin zu einem besseren Menschen? Exzessiver Alkoholkonsum oder, weiter gefasst, Drogenkonsum allgemein ist doch ein so allgegenwärtiges Phänomen in unserer Gesellschaft. Bei den einen sind es persönliche, familiäre oder berufliche Gründe, bei ihr die Unfähigkeit, mit dem beruflichen Erfolg umzugehen. Betroffene sind am Ende nur noch tragische Figuren - und da macht es keinen Unterschied, ob sie Amy Winehouse heißen oder ob sie eine der restlichen Tausende sind.


    Ganz unschuldig ist sie nicht, wie Nico schon sagte. Gerade im Anfangsstadium hätte es noch sehr viele Möglichkeiten gegeben, der Sucht zu entkommen ... und an den Kosten werden die besten und teuersten Therapien wohl nicht gescheitert sein ...

    1954 - 1974 - 1990 - 2014
    "Des interessiert mi ois net der Scheißdreck. Weltmeister samma, den Pott hamma!"
    Thomas Müller


    Nous sommes unis.

  • Nein, ich meinte nur damit, wir wissen nicht wie sie als Mensch war.


    Wovor sie vielleicht Angst hatte, ob sie traurig war, was sie glücklich machte.. die Kleinigkeiten, die einen Menschen ausmachen.


    Sie war ein Mensch wie wir alle, nicht besser, nicht schlechter.


    Und im Grunde genommen hat sie mit ihrer Drogensucht nur sich selber geschadet. Es war ihre Entscheidung und ihr Leben und niemand sollte sich drüber ein Urteil erlauben.

  • Nein, ich meinte nur damit, wir wissen nicht wie sie als Mensch war.


    Das unterscheidet sie nicht von jedem anderen Abhängigen, der an den Folgen seiner Sucht gestorben ist.


    Und das Urteil betreffend ... es sagt ja niemand mehr als dass es falsch ist, sein Heil in irgendwelchen Drogen zu suchen. Genau genommen ist das kein Urteil, sondern eine Lehre - und Amy Winehouse ist einfach nur ein weiteres prominentes Beispiel.

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  • Eine Krankheit, die sich lange Zeit therapieren lässt ... anfangs noch leicht, später mit steigendem Aufwand. Das darf man nicht verwechseln mit Krankheiten wie Krebs, die man im Normalfall nicht selbst verschuldet bzw. deren Ursachen größtenteils noch im Dunkeln liegen.

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  • Natürlich ist Drogensucht therapierbar, natürlich werden viele Süchtige auch wieder clean. Aber sie werden immer darum kämpfen clean zu BLEIBEN. Ich kann es nicht wissen wie das ist, aber ich stelle mir das hart vor.


    Was ist denn, wenn ein Mensch diese Kraft nicht mehr besitzt. Vielleicht brauchte Amy Winehouse diese Stütze, natürlich war es falsch, aber wir wissen nicht was sie durchgemacht hat.


    Lebenslang gegen eine Sucht anzukämpfen, manche haben die Kraft. Amy hat uns trotz allem wunderschöne Musik geschenkt.

  • Na ja, wenn sie clean sind, ist es weniger ein Kampf als Konsequenz. Viele ehemalige Alkoholabhängige rühren nach einem Entzug keinen Tropfen Alkohol mehr an - dann besteht gar nicht erst die Gefahr, dass sich langsam wieder etwas aufbaut. Sie müssen nur so konsequent sein und jede alkoholhaltige Praline, jedes Gläschen Sekt ablehnen.


    Fehlende Konsequenz wiederum ist ein Charakterzug. Wenn man mit Vorliebe selbst gesetzte Regeln und Vorsätze bricht, dann wirds schwer.


    Die musikalische Bereicherung durch Amy Winehouse trotz ihres kurzen Lebens bestreitet natürlich niemand.

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  • Eine Krankheit, die sich lange Zeit therapieren lässt

    Dazu gehört, erstmal zu ERKENNEN, dass man ein Problem hat, Albus.


    Da ist Deine Denkweise zwar ganz klar, aber die Grenze zwischen "Genuß" und "Sucht"
    ist nunmal schwimmend.


    Es erfordert natürlich verdammt viel Eigenreflektion, Konsequenz und (wohl das Wichtigste)
    Gründe, wofür es sich lohnt, trocken (clean etc.) zu werden und auch zu bleiben.


    Natürlich ist eine Suchtproblematik nicht mit Krebs zu vergleichen, aber es ist und bleibt eine Krankheit.
    Aus gegebenen Anlaß weiß ich mittlerweile sogar, dass viele Menschen, die ein psychisches Problem haben,
    sich zeitweise in Alkohol "ertränken", weil sie meinen, das würde "helfen" und alles "leichter" machen.


    Wer bitteschön sagt uns denn, dass das bei Amy nicht auch so war???
    Dazu falsche Berater, immer steigender Druck und eine Hoffnungslosigkeit, an bereits erreichte
    Erfolge anknüpfen zu können.


    Da muss ich sagen, finde ich Dein "Urteil" eher vorschnell gewählt.

  • Ganz richtig, das größte Problem ist es oft, sich einzugestehen, dass man alkoholabhängig ist - und das geschieht in der Regel nicht, selbst wenn die Fakten eindeutig dafür sprechen. Weil ... man könnte ja jederzeit aufhören.


    De facto ist die Grenze zwischen Genuss und Sucht zwar schwimmend, allerdings aber auf einen bestimmten Bereich fixiert. Und irgendwann muss man einfach von Sucht sprechen.


    Psychologischer Druck könnte der Auslöser gewesen sein ... dann ist aber Alkohol die denkbar schlechteste Lösung. Klar, daran mag man in dem Moment nicht denken ... auch klar, dass ein falscher Berater in so einer Situation auch kontraproduktiv sein kann.

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  • Ich verstehe worauf Du hinaus willst Nico, aber trotzdem solche Kommentare wie "selbst schuld" sollte man sich verkneifen.


    Ganz unschuldig ist sie nicht, wie Nico schon sagte


    Ixh habe etwas Probleme mit dem Terminus "Schuld". Das ist so wertend. Amy und andere Süchtige sind/waren selbst verantwortlich für ihre Sucht.Niemand hat Amy, nehm ich an, die Flasche an den Hals gedrückt. Aber Schuld.... wer weiß das schon. Da gibt es viele verursachende Faktoren: eine angeborene Vulnerabilität (Verletzlichkeit), möglicherweise eine genetische Disposition für Sucht, Elternhaus, Schicksal...


    Von daher....Schuld sind alle und auch wieder keiner. Verantwortlich war Amy allein.

  • Schuld war in diesem Fall auch nicht juristisch oder strafrechtlich gemeint ... eher in dem Sinne, dass "schuld sein" mit "die Verantwortung an etwas tragen" äquivalent ist.

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  • Ich glaube dass Amy höchstwahrscheinlich ein sehr verletzlicher Mensch war.


    Wenn sie clean oder trocken gewesen ist, dann hat sie vielleicht den Grund verloren, es auch zu bleiben. Fragt mal nur jemanden der das Rauchen aufgegeben hat, viele fangen wieder an. Natürlich ist das ein himmelweiter Unterschied, aber wenn das schon schwer ist aufzugeben, dann stelle ich mir das bei einer härteren Sucht noch viel schwerer vor.


    Nicht jeder Mensch hat diese Kraft dann noch.


    Natürlich war sie für ihre Sucht verantwortlich, ich schätze sie als einen Menschen ein, der in sich zerrissen war. Ihre Mutter sagte, wie erwähnt, daß dies der Grund war, warum sie tolle Musik machen konnte.

  • Habs am Anfang gar nicht mitgekriegt... Aber überrascht hats mich schon :(
    Musikalisch war sie einfach einzigartig, und es wird wahrscheinlich in näherer Zukunft niemand ihr Kaliber erreichen.... Das ist ein echter Verlust für die Musikwelt :abschied:

    :luna: Hier war ich noch nie... zumindest nicht in wachem Zustand. Ich bin Schlafwandlerin, musst du wissen...deshalb gehe ich auch mit Schuhen ins Bett :heia:


  • Ixh habe etwas Probleme mit dem Terminus "Schuld". Das ist so wertend. Amy und andere Süchtige sind/waren selbst verantwortlich für ihre Sucht.Niemand hat Amy, nehm ich an, die Flasche an den Hals gedrückt. Aber Schuld.... wer weiß das schon. Da gibt es viele verursachende Faktoren: eine angeborene Vulnerabilität (Verletzlichkeit), möglicherweise eine genetische Disposition für Sucht, Elternhaus, Schicksal...


    Sehe ich ähnlich. Die Abhängigkeit von bestimmten Substanzen ist eine Krankheit, sich sich nicht einfach bewußt und willentlich kontrollieren läßt, da viele Faktoren zusammenkommen.

  • Manche Menschen sind so unten, dass sie einfach nicht mehr auf die Beine kommen. Und eine Sucht zu bekämpfen ist eine Lebensaufgabe.


    Wir wissen nicht wie es Amy ging, wir können nur spekulieren. Ihre Mutter hat gesagt, ihr reichts dass alle über die Sucht reden und dass es ihre Musik ruiniert hätte, sie sagte Amy konnte nur so gute Musik machen, weil sie so war. Es war das Zerrissene in ihr, welches sie kreativ machte.

  • Können wir die Hintergründe nicht einfach mal ruhen lassen? Ist es wichtig, ob Amy Drogen brauchte um kreativ zu sein oder nicht, welche Art Drogen und wie und ob ihre Familie Bescheid wusste?


    Ich mochte ihre Musik. Von der ersten Sequenz, als ich sie singen hörte, war ich sicher, das ist endlich mal wieder eine Stimme, die du dir anhörst. Eine Künstlerin, von der du dir ein Album kaufst. Was ich auch gemacht habe - das erste nach 10 Jahren.


    Sie war in dem Einerlei der Micki-Maus-Super-Trooper-Jodel-Hochtöner eine Stimme, die man im Ohr behielt und ihre Lieder waren und sind einzigartig.

  • Da hast Du recht Susi, sie war einzigartig und unglaublich. Ich kriege immer noch eine Gänsehaut, wenn ich ihre Musik höre. Diese wunderschöne Stimme.

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