Streik - na wer ist betroffen?

  • Gute Idee. Dann soll doch mal eine arbeitslose Schleckermitarbeiterin bei der Blinddarm-OP assisitieren. :whistling:


    Wenn ich eins hasse,dann ist es diese unterschwellige Unterstellung, dass Arbeitslose faule Säue wären.

    Da möchte ich aber kein Patient sein :lachen:


    Und da gebe ich Dir vollkommen Recht. Sicher gibt es ein Haufen fauler Säue unter den Arbeitslosen. Aber man sollte nicht gleich alle auf einen Haufen schieben.


  • ich seh ganz einfach nicht ein stress wegen problemer anderer zu bekommen. ich kabnn von glück reden dass ich nich nicht arbeite, urlaubstage weg wegen so ne mist, kann ja nit sein

  • Interessiert DAS etwa bei (z.B. Fahr~)Preissteigerungen :gruebel::gruebel::gruebel: ???


    Das heißt, du würdest Lohn- und Gehaltssteigerungen in Höhe der Inflationsrate fordern, unabhängig von der Ertragslage des Unternehmens? Das würden viele Unternehmen nicht verkraften ... und die Lage auf dem Arbeitsmarkt würde sich erst recht verschärfen, wenn Jobs gestrichen oder gar nicht erst geschaffen würden.

    1954 - 1974 - 1990 - 2014
    "Des interessiert mi ois net der Scheißdreck. Weltmeister samma, den Pott hamma!"
    Thomas Müller


    Nous sommes unis.

  • Das heißt, du würdest Lohn- und Gehaltssteigerungen in Höhe der Inflationsrate fordern, unabhängig von der Ertragslage des Unternehmens? Das würden viele Unternehmen nicht verkraften ...


    ... bedeutet im Umkehrschluß: Immer mehr Leute brauchen "Stütze" (egal mit welchem Titel behaftet), um ihren Lebensbedarf rechtmäßig erwerben zu können - die durch zusätzliche Kredite zu finanzieren wäre. (Könnte das Geld aus der eigenen Wirtschaft erbracht werden, könnte es ja auf dem "ersten Erwerbsweg" (Lohn / Gehalt / Rente) zu den Leuten gelangen, ohne dafür extra "Verteilungsämter" zu installieren (und zu unterhalten - sprich: zu bezahlen)

  • ... bedeutet im Umkehrschluß: Immer mehr Leute brauchen "Stütze" (egal mit welchem Titel behaftet), um ihren Lebensbedarf rechtmäßig erwerben zu können - die durch zusätzliche Kredite zu finanzieren wäre. (Könnte das Geld aus der eigenen Wirtschaft erbracht werden, könnte es ja auf dem "ersten Erwerbsweg" (Lohn / Gehalt / Rente) zu den Leuten gelangen, ohne dafür extra "Verteilungsämter" zu installieren (und zu unterhalten - sprich: zu bezahlen)


    Ich halte es strukturell für sinnvoller, den Mindestbedarf der Menschen notfalls durch staatliche Transferleistungen aufzubringen. Es ist keine gute Lösung, Unternehmen allzu hohen Personalkosten zu opfern - nicht weil das eine unternehmerfeindliche Politik wäre, sondern weil im Endeffekt bei Unternehmenspleiten wieder der Staat einspringen müsste - dann aber ohne sich auf eine gesunde Wirtschaft im Land stützen zu können. Das angemessene Einkommen für alle auf dem ersten Erwerbsweg aufzubringen ist zwar ein lobenswertes Ziel und für die Betroffenen sicherlich die angenehmste Lösung, allerdings in der Praxis nur beschränkt umsetzbar.

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  • DAS entspräche ja einem "Sozialismus a la DDR" - (die Unmöglichkeit dieser Methode ist somit in einem 40 Jahre dauernden Großexperiment schon praktisch belegt worden...)


    Falsch, dieser Sozialismus "stützte" sich ja gerade auf eine Wirtschaft, die langfristig nicht überlebensfähig war. Und eine schlechte Wirtschaftsleistung kann kein Sozialsystem tragen. Und dass wir uns nicht falsch verstehen: Staatliche Transferzahlungen sollen auch weiterhin die Ausnahme bleiben, nicht zur Regel werden. Wenn natürlich ein Großteil der Arbeitnehmer auf staatliche Hilfen angewiesen wäre, dann müsste man entsprechend reagieren.

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  • Es ist keine gute Lösung, Unternehmen allzu hohen Personalkosten zu opfern - nicht weil das eine unternehmerfeindliche Politik wäre, sondern weil im Endeffekt bei Unternehmenspleiten wieder der Staat einspringen müsste - dann aber ohne sich auf eine gesunde Wirtschaft im Land stützen zu können.


    Stützen "wir" also die Unternehmer und verteilen das, was sie freiwillig abgeben an das Volk...

    Wenn natürlich ein Großteil der Arbeitnehmer auf staatliche Hilfen angewiesen wäre, dann müsste man entsprechend reagieren.


    DAS ist bereits der Fall, weil die Zinsen für die bereits erfolgte Staatsverschuldung nur durch neue Kreditaufnahmen beglichen werden können!

    Und eine schlechte Wirtschaftsleistung kann kein Sozialsystem tragen.


    Wer oder was trägt denn dann das deutsche Sozialsystem, denn wie anders als:"SCHLECHT" soll eine Wirtschaft mit ständig steigender Nettokreditaufnahme wohl bewertet werden...?

  • Wenn natürlich ein Großteil der Arbeitnehmer auf staatliche Hilfen angewiesen wäre, dann müsste man entsprechend reagieren.


    Da muss ich Dir unerwarteterweise zustimmen. Die Frage, die dann im Raum steht, ist allerdings: Wie will man reagieren?


    Wie den Menschen geholfen werden soll, die am Minimum krebsen, da ihr Einkommen ihnen kein Auskommen mehr beschert - sie somit nach und nach in Abhängigkeit vom Staat fallen, konnte bisher von keiner Partei erklärt werden. Wenn die Kommunen keine Gelder haben, wird es die Kassen sicherlich nicht bereichern, wenn diese Angestellten früher oder später gekündigt werden, da sie den Weg zur Arbeit nicht mehr finanzieren können und somit erst in die Arbeitslosigkeit und später in Hartz IV abrutschen.


    Es geht auch nicht nur um die Angestellten von Staat oder Kommunen. Generell hat "Geiz ist geil" sich in Betrieben breit gemacht, ohne daß ein Gedanke verschwendet wird, wo denn die ach so erhofften Konsumenten herkommen sollen.


    Dummerweise ist den meisten Menschen der Magen und das körperliche Wohlbefinden näher denn die neueste Spielerei.


    Ich mag wieder einmal eine sonderbare Ansicht haben, doch ein Volk, welches konsumieren soll, muss sich auch sicher fühlen. Wenn ich jedoch befürchte, daß mein mickriges Sparguthaben in 2 Jahren irgendwo die Akropolis aufbauen soll, werde ich keine Luxusgüter anschaffen, sondern dies Guthaben anderweitig investieren - und für mich sind alles, außer Holz, Kohle, Kleidung und Nahrung, Luxusgüter.


    Was in allen wunderschönen Ideologien einer wunderbaren Konsumwelt mit unendlichem Wachstum so gerne vergessen wird, ist die Geschichte - und somit die Tatsache, daß jedem Wirtschaftswachstum eine Grenze gesetzt war - ein Teufelskreis, der meist durch einen Krieg durchbrochen wurde.


    Aber so etwas laut zu sagen ist natürlich verpöhnt. :hmm

  • Stützen "wir" also die Unternehmer und verteilen das, was sie freiwillig abgeben an das Volk...


    Das stimmt so nicht. Nur weil wir die Unternehmen NICHT so sehr belasten und ihnen NICHT Personalkosten aufbürden, die ihre Existenz gefährden, heißt das doch nicht, dass wir die Unternehmen stützen. Eine Stütze wären Liberalisierungen des Arbeitsmarkts oder eine Absenkung der Steuern und Abgaben.


    Quote

    Wer oder was trägt denn dann das deutsche Sozialsystem, denn wie anders als:"SCHLECHT" soll eine Wirtschaft mit ständig steigender Nettokreditaufnahme wohl bewertet werden...?


    Dann wäre aber praktisch jede der großen Volkswirtschaften schlecht ... und das stimmt nicht. Nettokreditaufnahme bedeutet pauschal gesagt nichts anderes, als dass wir über unsere Verhältnisse leben. Die Wirtschaftsleistung ist sehr hoch, der Lebensstandard noch höher - das lässt unterm Strich eine rote Zahl stehen.



    Was in allen wunderschönen Ideologien einer wunderbaren Konsumwelt mit unendlichem Wachstum so gerne vergessen wird, ist die Geschichte - und somit die Tatsache, daß jedem Wirtschaftswachstum eine Grenze gesetzt war - ein Teufelskreis, der meist durch einen Krieg durchbrochen wurde.


    Ich würde gar nicht mal so weit gehen und behaupten, dass die Wirtschaft langfristig betrachtet nicht immer weiter wachsen kann. Das ist abhängig vom technischen Fortschritt, von Wissenschaft und Forschung - und da ist bislang keine Obergrenze absehbar. Dass neben konjunkturellen auch strukturelle Schwankungen auftreten, bestreitet niemand. Ein Großteil des Problems liegt meiner Meinung einfach nur darin, dass die Politik einen ähnlichen Zyklus hat wie die Konjunktur: Bundestagswahlen alle vier Jahre ... das liegt in der Dimension der konjunkturellen Schwankungen. Entsprechend präsent sind diese - und entsprechend vereinfachend geht man auch davon aus, dass es langfristig immer bergauf geht. Die Missachtung struktureller Schwankungen würde ich also nicht unbedingt als Naivität der Sachverständigen sehen, sondern als Zweckmäßigkeit der Handelnden.

    1954 - 1974 - 1990 - 2014
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    Thomas Müller


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  • Du schiebst aber Aufschwung auf die rein hypothetische Ebene, lässt das Kapital außen vor. Dem Kapital sind aber Grenzen gesetzt. Das ganze klingt bei dir so wunderschön rund, doch versuchen wir das mal auf einen gemeinverständlichen Level zu bringen...


    Geld = Konsum


    aber


    Wo kein Geld, da kein Käufer, da hilft auch keine Werbung.


    Den Bürgern in unseren Breiten versucht man nicht Bananen oder Orangen zu verkaufen, sondern Luxusgüter, doch der Großteil der Bevölkerung dreht den Cent dreimal um, wenn er sich Obst und Gemüse leisten will (welches zeitgleich tonnenweise auf dem Müll landet). Das ist eine Schieflage, die zunächst angepackt werden müsste. Ein Ei-Phone kann ich nicht essen, doch mit einem Ei kann ich einen Menschen einige Stunden am Leben halten.


    Uns ist der Fokus völlig abhanden gekommen.

  • Dann wäre aber praktisch jede der großen Volkswirtschaften schlecht ... und das stimmt


    so lange, wie die Verbindlichkeiten am Ende eines Wirtschafts~ (von mir aus auch: Regierungs~)zyklus höher sind, als zu Beginn desselben!

    sondern als Zweckmäßigkeit der Handelnden


    um ihre persönliche Machtsteigerung ins (nahezu) Unendliche fortsetzen zu können - auch wenn sie dabei den Überblick verlieren und das gesetzte Recht verletzen (bzw. im Nachhinein zu ihrem persönlichen Vorteil uminterpretieren ;) )

  • Den Bürgern in unseren Breiten versucht man nicht Bananen oder Orangen zu verkaufen, sondern Luxusgüter, doch der Großteil der Bevölkerung dreht den Cent dreimal um, wenn er sich Obst und Gemüse leisten will (welches zeitgleich tonnenweise auf dem Müll landet). Das ist eine Schieflage, die zunächst angepackt werden müsste. Ein Ei-Phone kann ich nicht essen, doch mit einem Ei kann ich einen Menschen einige Stunden am Leben halten.


    Das Problem ist, Luxusgüter verkaufen sich wunderbar, mit iPhones und iPads lassen sich Milliarden verdienen. Damit wird praktisch die Bezeichnung "Luxusgut" hinfällig. Ob es ein solches ist oder nicht, das spielt keine Rolle - die breite Masse nimmt es nicht als solches wahr. Teilweise erschüttern solche Feststellungen doch sehr den Glauben an so schöne Modelle wie die Maslowsche Bedürfnispyramide, nach der verschiedene Ebenen der Bedürfnisse hierarchisch individuell hierarchisch abgedeckt werden. Da sinken Prestigebedürfnisse auf das Niveau von Grundbedürfnissen ... oder tauschen sogar die Plätze. Das zeigt sich daran, dass die intuitive Annahme, dass derjenige, der ein iPhone in der Tasche hat, sozial auch wirklich besser gestellt ist (was dem Preismodell dieses Produkts nach logisch erscheint), in vielen Fällen einfach falsch ist.



    so lange, wie die Verbindlichkeiten am Ende eines Wirtschafts~ (von mir aus auch: Regierungs~)zyklus höher sind, als zu Beginn desselben!


    Ja ... so hatte sich das Keynes einmal gedacht - und die Rechnung ohne die Politik gemacht. Ich würde diese Konzepte gar nicht mal als verkehrt abstempeln, da sie wirklich auch ihre Berechtigung haben. Das Scheitern, also das Defizit am Ende eines Konjunkturzyklus, ist allein das Verschulden der Politik. Besonders gravierend: Selbst in wirtschaftlich erfolgreichen Jahren gelingt es noch nicht einmal einen ausgeglichenen Haushalt hinzubekommen.


    Quote

    um ihre persönliche Machtsteigerung ins (nahezu) Unendliche fortsetzen zu können - auch wenn sie dabei den Überblick verlieren und das gesetzte Recht verletzen (bzw. im Nachhinein zu ihrem persönlichen Vorteil uminterpretieren ;) )


    Die breite Wählerschaft liefert aber auch denkbar eindeutige Anreize. Wenn man überlegt, wie der durchschnittliche Wähler kurzfristige Themen im Vergleich zu langfristigen Themen gewichtet, dann wäre der Realpolitiker doch selbst schuld, der länger als kurzfristig denkt ... :D

    1954 - 1974 - 1990 - 2014
    "Des interessiert mi ois net der Scheißdreck. Weltmeister samma, den Pott hamma!"
    Thomas Müller


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  • @ albus, natürlich hängen gewisse Ansichten auch von privaten Zugeständnisse ab, doch Sekt ist z. B. ein "Luxusgut" ebenso wie Brantwein und diverse andere alkoholische Erzeugnisse, sogar Schaumwein unterliegt bei gewissen Konditionen der Luxussteuer.


    Und da wundert sich die Regierung, wenn das Volk sich veralbert fühlt? Auf nicht perlende Traubenplörre zahlt man keine Steuer, auf perlende Luxussteuer


    Von Gemüse im Sprit rede ich nun gar nicht erst----

  • Die breite Wählerschaft liefert aber auch denkbar eindeutige Anreize.


    Die "breite Masse" (eine philosophische Kunstfigur, unter die die einzelnen Individuen ungefragt sublimiert werden) denkt nicht (sie denkt nicht einmal ob sie denkt), sondern quasselt ihr vorgesetzte Schlagworte unreflektiert nach. (WO findest du sonst schon mal solch tiefgründige Erörterungen wie diese - die meisten reduzieren sich auf: "Blick - schmacht - dahinschmelz AAAACHCHCH SCHÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖN!!!")

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