Welche Worte der Kirche sind dann interpretationsbedürftig und welche nicht?
Ein klares Nein zur Abtreibung, zur Homo-Ehe ist nicht interpretationsbedürftig, weil weltlich und über den Pakt mit dem Teufel kann ich mir dann überlegen wie er es hätte meinen können?
Mag sein, ich bin da sicher auch nicht die Zielgruppe. Aber klare Worte haben selten geschadet.
Na ja, im einen Fall sind es konkrete und aktuelle Diskussionen, im anderen Fall eine abstrakte, zusammenfassende Formulierung. Klare Worte sind sicherlich kein Verbrechen, aber oft lenken sie den Fokus dann doch auf ein Thema, das konkret gar nicht gemeint war. Hätte er jetzt die Habgier als ein Beispiel des Schlechten in der Welt gebracht, wäre die einfache Botschaft zu einer Kritik am Bankensystem und am Kapitalismus umgemünzt worden. Wenn, dann müssen konkrete Worte so ausführlich sein, dass auch keine Missverständnisse auftreten.
Ich bin zwar katholisch und auf eine gewisse Weise auch gläubig, aber wenn es WELTLICH / TEUFLISCH ist, dass man Menschen akzeptiert, wie sie sind ( wie Gott sie geschaffen hat;-))
Auch wenn solche Diskussionen derzeit die Medien fluten: So ganz einfach ist es doch nicht. Man spricht von "Homo-Ehe" und meint Homosexualität an sich. Und das sind zwei Sachen, auch wenn man natürlich behaupten kann, dass aus der Akzeptanz von letzterem das andere folgt. Gerade wenn die Ehe für eine Institution wie die Katholische Kirche aber einen so hohen und vor allem eigenen Stellenwert hat, dann muss die Diskussion differenzierter geführt werden. Dann kann durchaus das eine zumindest akzeptiert werden, auch wenn das andere noch lange nicht ermöglicht wird.
Generell sollte die katholische Kirche aber endlich einmal die "geistigen" Pforten öffnen und sich realitätsnah mit ihren "Gläubigen" auseinandersetzen. Nicht nur der gemeine "Andersgläubige" schüttelt anhand von Ablehnung von Kondomen, genereller Verneinung von Schwangerschaftsabbrüchen oder gar dem Zölibat mittlerweile den Kopf. Es ist eine Sache einen Glauben zu vertreten, eine andere hingegen den Wandel der Welt zu ignorieren.
Da hast du Recht - und die entsprechenden Diskussionen samt Reformen werden auch kommen, da bin ich mir sicher. Ein guter Indikator sind immer die Diskussionen an der Basis, sprich von einfachen Gläubigen, Laienverbänden, ... das gelangt Bottom-up schon auch ganz nach oben - allerdings ist bei einem so großen und hierarchischen System natürlich die Zeit ein wesentlicher Faktor.