Ich hab noch nicht alle gefolgten Beiträge ganz durchgelesen, aber möchte noch etwas ganz wichtiges anmerken~
Wenn jemand autistische Züge zu haben scheint, bedeutet das ~NICHT~ dass derjenige unter einer Form von Autismus "leidet". Das möchte ich noch mal verdeutlichen, weil ich das Gefühl habe, es wird gedacht, ich würde Newt Dinge unterstellen, denen ich nicht befähigt bin, sie zu diagnostizieren.
Weiter beim Stichwort "diagnostizieren" - ich schließe mich Dobby größtenteils an. Menschen möchten alles "andersartige" abstempeln und in eine Schublade stecken. Normen sind so weit in unserer Gesellschaft verakert, dass jede Abnormalität als Krankhaft angesehen wird. Wie können sich Menschen heraus nehmen jemanden als behindert und "arm dran" zu stigmatisieren, weil derjenige von der Norm abweicht und vielleicht ohne diese Stigmatisierung recht zufrieden wäre?
Unsere Gesellschaft gibt Wege und Normen vor, redet uns unterbewusst ein diesen vorgelebten Weg zu gehen (seien es nun Körperideale, Karrieren, heteronormative Familienbilder oder wie jemand sich zu verhalten hat). Jeder andere Weg, der abweicht, ist abnormal und furchtbar. Grotesk.
Nun ist zB ein Mensch, der ohne Arme geboren wurde gehindert am Alltag - keine Frage (ob es nun der ~Alltag~ ist, den die Gesellschaft sich vorstellt, der "gehindert" wird, oder ob derjenige auf andere Weise uneingeschränkt leben könnte, sei dahingestellt). Dies bedeutet aber nicht, dass derjenige grundsätzlich unglücklich und nicht lebensfähig ist. Es ist scheinbar eigentlich nur diese Stigmatisierung und der gezogene Vergleich zu "normalen", der unglücklich macht, denke ich.
Es sei nicht zu vergessen, dass vor nicht allzu langer Zeit auch Homosexualität medizinisch (!) als Geisteskrankheit angesehen wurde.
In den USA gibt es übrigens eine Vereinigung von Autisten, die durchsetzen möchten, dass bestimmte Formen von Autismus nicht mehr als Behinderung gelten.