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Zurück aus Azkaban

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Autor Hexchen
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Im Dunkeln

Fassungslos starrte ich die Person im Spiegel an, die ICH sein sollte. Verschmutzt, verdreckt, stumpfer Blick, das Gesicht eingefallen. Meine Haare, die normalerweise dunkelrot sind, waren fast schwarz vor Dreck. Fassungslos taumelte ich zurück. Kein Wunder, dass die Nachbarin sofort das Weite suchte, als sie mich sah. Die fremde Person im Spiegel schlug die Hände vor das Gesicht und begann zu weinen. Ganz vorsichtig trat Melody von hinten an mich heran und legte behutsam ihre Hände auf meine Schultern. "Das kriegen wir wieder hin." murmelte sie beruhigend und tröstend "Das kriegen wir wieder hin."

Wie eine willenlose Puppe liess ich mich zur Badewanne schieben. Sie liess das Wasser laufen und sprach die ganze Zeit auf mich ein, wie auf einen kranken Hippogreif. Faselte irgendetwas von Haarspülungen, die Wunder wirkten. Lauter Zeugs, das früher für mich lebenswichtig gewesen war, aber heute nur noch Worte ohne Bedeutung für mich waren. Ich fühlte mich wie eine lebende Tote. Vielleicht sprach sie aber auch nur darüber, um überhaupt zu reden. Langsam liess ich mich ins warme Wasser gleiten, das mich liebkosend umfing. Stille kehrte ein. Trotz der Wärme begann ich zu frösteln. "Melody," flehte ich, mit meiner neuen, heiser klingenden Stimme " bitte sag irgendetwas. Erzähl weiter... ist doch egal was, nur.... bitte sprich mit mir."

Ich weiss nicht, wessen Stimme mehr zitterte, ihre oder meine, aber wir sprachen immer weiter, wir ertranken buchstäblich in unseren Wörtern. Schmutzschicht für Schmutzschicht verschwand von meiner Haut, sogar das verfilzte Haar bekamen wir auseinander. Der Moment, in dem ich mich in das saubere Handtuch wickelte, hätte ich am liebsten für immer festgehalten. Ich war sicher, sauber und geborgen. "Du solltest schlafen gehen." Der Moment, wo ich alleine war. Davor hatte ich am meisten Angst. Andererseits... ich wollte mein normales Leben zurück. Ich hatte keine andere Wahl. "Danke murmelte ich und ging auf mein altes Zimmer.

Dunkelheit, Dunkelheit überall. Ich zog die Bettdecke über dem Kopf und versuchte so schnell wie möglich einzuschlafen. Aber hier waren sie wieder, die flüsternden Stimmen der Nachbarzellen, die Erinnerungen an Azkaban wollten auch hier nicht von mir lassen. "Der dunkle Lord wird mich belohnen, ich bin seine treueste Dienerin." hörte ich Bellatrix fanatische Stimme. "Sie können sich alle in Sicherheit wiegen, ER wird zurückkommen." Ihr Ehemann war auch nicht besser. Ich hielt mir die Ohren zu. "Geht weg, ihr seid nicht wirklich hier, ihr existiert nur noch in meiner Erinnerungen." Ich kniff Augen, Nase und Ohren zu, wollte blind und taub für die Welt sein. Endlich Stille. Dann plötzlich Kälte.... eine Stimme zischte mir zu "Du glaubst doch nicht wirklich, dass es zu Ende ist oder?" Ich schrie und schrie und schrie...


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