Robin Hood

Originaltitel: Robin Hood
Kinostart in Deutschland: 13.05.2010


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Wer kennt sie nicht, die Legende von Robin Hood? Ein Mann, der im Wald lebt, der den Reichen nimmt, den Armen gibt? Ein Mann, der vor dem Gesetz flieht und dem Sheriff von Nottingham dabei immer voraus ist? Er ist Symbol für Gerechtigkeit und Widerstand.


Es gibt etliche Geschichten, Bücher, Filme über diesen Robin Hood. 2010 ging der Regisseur Ridley Scott diese Legende einmal anders an. Er erzählte nicht einfach die Geschichte Robin Longstrides und wie er im Sherwood Forest haust, nein. Der Film beginnt in Frankreich, wo Robin Longstride zusammen mit seinen Söldnerfreunden dem König Richard Löwenherz dient. Sie sind gerade auf dem Heimweg nach England, als der König bei der letzten Schlacht umkommt. Sein Berater Loxley hat den Auftrag, die Krone an die Küste zu bringen, wo ein Schiff nach England auf ihn wartet. Durch einen Überfall stirbt auch er. Robin gibt ihm das Versprechen, das Schwert seines Vaters mit der versteckten Inschrift "Rise & rise again until lambs become lions" (Erhebt euch, immer und immer wieder, bis das Schaf zum Löwen wird), als die Krone gefunden wird. Die Freunde kleiden sich also in Rüstungen und nehmen die Identitäten der Toten an mit ihrem Anführer Robin als Sir Loxely. Robin beweist außerordentliche rhetorische Fähigkeiten, er kann die Leute von sich begeistern. Aber wird er seinen Auftrag erfüllen können, dem Vater das Schwert zu bringen? Was passiert dann aus ihm? Und wie endet er als Robin Hood? Wie wird er zur Legende?


Der Film ist anders. Und er zeigt sicherlich nicht die Legende des Robin Hood. Viel mehr erzählt er die Geschichte von Robin Longstride, der zu Robin Hood wurde und wieso. Das ist eine Information, die wichtig ist, um den Zusammenhang zu Robin Hood, wie man ihn kennt, herstellen zu können. Aber sobald man das weiß, steht nichts mehr im Wege, den Film zu verstehen. Er ist nachvollziehbar und logisch aufgebaut. Zwar hält er sich nicht unbedingt an die geschichtlichen Fakten (Richard Löwenherz kehrte selbst nach England zurück), aber wusstet ihr, dass Robin Hoods Legende wirklich nichts weiter ist als eine Legende, über Jahrhunderte zusammengeflickt, verändert, übernommen...


Ein gutes Fazit lässt sich unter anderem dank der hervorragenden Auswahl an Schauspielern ziehen. Denn alle überwältigen auf ihre Art mit der Darstellung der Figuren. Hervorragend besetzt ist nicht nur die Rolle der nachträglich dazugekommenen Cate Blanchett als Lady Marion (ursprünglich war Sienna Miller vorgesehen gewesen), sondern auch Russell Crowe nimmt man Robin Longstride mehr als nur ab. Doch nicht nur die Hauptpersonen sind gut besetzt. Eigentlich kann über man allen Schauspielern sagen, dass sie passend ausgewählt worden sind und gute Leistungen erbracht haben.


Das Motto "Erhebt euch, immer und immer wieder, bis das Lamm zum Löwen wird" ist wie ein Leitfaden, der sich durch den gesamten Film schlängelt und am Ende geht der Besucher aus dem Kino und fühlt diese Kraft des Widerstandes, des Kampfes.


Der Film ist modern mit Special Effects, Spannung und Komik. Ja, es sind wirklich Szenen dabei, in denen man richtig lachen kann. Über die Wortgewandtheit Robins, über das Verhalten Robins "Verlobten" oder über König John, der glaubt, er selbst sei der Nabel der Welt und sich auch entsprechend verhält. Der Film ist sowohl für die romantischen unter uns geeignet, wie auch für die Harten. Immerhin gibt es neben der fast schon kitschigen Liebe zwischen Robin und Lady Marion auch blutiges Gemetzel und Schlachten, die sich sehen lassen können.


Ein empfehlenswerter Film für Jung und weniger Jung, für Actionliebhaber und Romantiker, für Frau und Mann. Für alle ab 12 (wobei er diese FSK wirklich verdient!).


von phinneas